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Hammerzahlen: 33 und 60

Donnerstag, 15. November 2001, 13:33 Uhr
Nordhausen (nnz). Es war schon vorher durchgesickert, seit gestern soll es amtlich sein: Die Ergebnisse des „Rosenkranz-Gutachtens“ liegen auf dem Tisch. Auch auf dem Tisch des Finanzausschusses. nnz mit einigen pikanten Details.


Zum Hintergrund: Angesichts der angespannten Haushaltssituation und der Forderungen nach Personaleinsparung in der Kreisverwaltung wurde ein Gutachten erstellt. Beauftragt wurde damit seitens der Nordhäuser Kreisverwaltung der Kommunale Arbeitgeberverband Thüringen (KAV). Der wiederum beauftragte damit seinen damaligen und jetzt ehemaligen Geschäftführer, Herrn Rosenkranz. Besagter Herr machte sich also ans Werk, besuchte Fachbereiche und Fachämter, schaute dort zu, macht sich hier Notizen. Lange brauchte der Prüfer des Personals, um zu einem Ergebnis zu kommen. Lange brauchte auch die Führungsriege der Kreisverwaltung, um diese zu verdauen und einem erlauchten Kreis - in Auszügen - zugänglich zu machen. Dieser Kreis soll gestern der Finanzausschuß gewesen sein.

Zwei Zahlen sind für das Ergebnis des Gutachten wichtig: 33 und 60. Die kleinere Zahl spiegelt die Mitarbeiter wider, die sofort abgebaut werden könnten, ohne das die Leistungsfähigkeit der Verwaltung beeinträchtig werde. 60 ist die Nummer, die in den kommenden Jahren anvisiert werden soll. Ein kleiner Paukenschlag, doch für einige Mitglieder des Gremiums eine Notwendigkeit und zugleich Bestätigung für eigene Prognosen und Forderungen (siehe nnz-Archiv).

Die Kreisverwaltung, so war gestern bereits zu erfahren, halte sich noch ein wenig bedeckt mit den Zahlen, vor allem mit den konkreten Zahlen. So wollten die Fraktionäre doch schon gern wissen, in welchen Ämtern, in welchen Fachbereichen wie viele Stellen gestrichen werden können. Das jedoch wird noch als „Verschlusssache“ deklariert. Sauer waren die Ausschußmitglieder auch deshalb, weil der Landrat das Gutachten bzw. dessen Ergebnis nur mündlich vertrug und keine schriftliche Vorlage präsentierte. Die ganze Sache aber auch hat einen Haken, einen menschlichen. Sollen die Ergebnisse des Gutachtens umgesetzt werden, dann würden Frauen und Männer ihren Job verlieren oder in irgendwelche personellen Modelle gezwängt. Unangenehme Gespräche werden das sein, welcher Chef spricht schon gern Kündigungen aus?

Notwendig werden sie allerdings, denn mit Blick auf den Stand der Diskussion zum kommenden Haushalt kann dies nur logisch sein. Am 3. Dezember will sich der Finanzausschuß des Kreistages nun wirklich ein letztes Mal mit dem Entwurf des Jahrgangs 02 beschäftigen. Dann soll abgestimmt und eine Empfehlung an den Kreistag abgegeben werden. Man darf gespannt sein, wie die „Ausgeglichenheit“ konkret aussieht und wie die Vorstellungen der Verwaltung dort eingearbeitet werden.
Autor: nnz

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