Jahrespressekonferenz der WBG Südharz
Das Miteinander weiter entwickeln
Freitag, 04. Februar 2022, 07:00 Uhr
Das Miteinander spielt in der Firmenphilosophie der Wohnungsbaugenossenschaft eine dominierende Rolle und die beiden Vorstände Sven Dörrmann und Steffen Loup bedauerten in der heutigen Pressekonferenz, dass es auch im zweiten Corona-Jahr wieder nur eingeschränkt mit den Mietern gelebt werden konnte. Untätig waren sie deshalb aber nicht …
Geben ihren Optimismus auch in angespannten Zeiten nicht auf: Die WBG-Vorstände Steffen Loup und Sven Dörrmann (Foto: oas)
Wir sind gut durchgekommen, sagte Steffen Loup und meinte damit die täglichen Abläufe im Betrieb, die notwendigen Kontaktbeschränkungen und die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen. Das Miteinander konnte aber nicht in den beliebten Nachbarschaftsfesten ausgelebt werden und auch in diesem Jahr verzichten die WBG-Verantwortlichen schweren Herzens auf diese Events, die eigentlich Mieter und Vermieter zusammenbringen sollten.
Der Prozentsatz an Wohnungsleerstand hat sich in der Pandemie weiter erhöht, wobei die Studentenunterkünfte allein mit 20 Prozent im ersten Corona-Jahr und ganzen 30 Prozent im Jahre 2021 heftig zu Buche schlagen. Insgesamt beträgt der Leerstand 7 Prozent der vermietbaren Wohnungen, was die Chefs durchaus unzufrieden macht. Sie verweisen jedoch darauf, dass es noch 16 Prozent im Jahre 2000 waren. Die ganze Stadt Nordhausen verfügte damals über 23 400 Wohnungen, von denen 2000 nicht belegt waren, wogegen heute von 24 300 Wohnungen nur 1 500 momentan frei sind. Die Haushaltsgrößen haben sich in diesem Zeitraum ebenfalls signifikant verändert. Eine Tatsache, auf welche die WBG in ihrer strategischen Ausrichtung zu reagieren hat.
Auch 2022 stehen die Belange der Mitglieder im Mittelpunkt wie eh und je und das Erreichen der gesteckten Geschäftsziele im letzten Jahr ermutigt die beiden Protagonisten an der Unternehmensspitze, auch in Corona-Zeiten das genossenschaftliche Wohnen weiter zu entwickeln. Der geringfügige Rückgang der Vermietungsquote und die angekündigten Erhöhungen der Baupreise von bis zu 40 Prozent schrecken die WBG-Mitarbeiter nicht ab. Das Instandhaltungsbudget von über 8 Millionen Euro im letzten Jahr wurde eingehalten und alle geplanten Arbeiten erledigt. Allein eine Million Euro verschlangen die jährlichen Strangsanierungen, an die 900 Wohnungswechsel müssen jährlich auch baulicherseits begleitet werden. Der Neubau und die Modernisierungen werden wie andere Invest-Projekte über zuverlässige Partnerbanken abgesichert, die in der WBG Südharz einen kompetenten und verläßlichen Kunden sehen. Darauf sind Dörrmann und Loup zu Recht stolz.
Die teilweise schon seit DDR-Zeiten aufgelaufenen Verbindlichkeiten von 79 Millionen Euro wollen sie in den nächsten Jahren auf 30 Millionen drücken. Dieser hohe Betrag rührt auch aus dem Ankauf von gut 750 Wohnungen in Nordhausen und Bleicherode her, die dem größten Wohnungsanbieter der Region jetzt eine Gesamtzahl von 7 000 Wohnungen bescherten.
Im Fokus des begonnenen Jahres steht außerdem die Fortentwicklung der Digitalisierungsstrategie, wozu ein Serviceportal mit ID-Codes für die Mieter eingerichtet werden soll, das im wesentlichen wie ein Online-Banking aufgebaut ist und den Mietern ständige, genaue Abfragen beispielsweise ihres Strom- und Gasverbrauchs ermöglicht. Die WBG erhebt die Daten elektronisch und informiert die Mieter darüber. Das soll in Zukunft viel Papierkram ersparen, Voraussetzung ist allerdings, dass alle Wohneinheiten mit den notwendigen Geräten versehen sind. Diese werden in Zukunft komplett vom Unternehmen selbst installiert und betreut.
Neben WBG-Strom und WBG-Gas soll zukünftig auch WBG-Internet die Mieter erfreuen. Im Jahre 2030, sagt Sven Dörrmann, ist ein hochwertiger Glasfaseranschluss in unseren Wohnungen so selbstverständlich wie ein Toilettenbecken. Ein eigenes TV-Angebot im firmeneigenen Netz gehört dazu. Schon jetzt entstehen Mietgaragen für E-Rollstühle und E-Bikes, um auf die neuen Bedürfnissen der Mieter einzugehen. Denn 2 500 der jetzt 7 000 Mieter der WBG sind in einem Alter jenseits der Siebzig. Sicherheitssysteme in Kellern werden eingebaut, der Ausbau der Fernwärme schreitet voran. Die im letzten Jahr begonnenen Installationen am Nordhäuser Weinberg werden dieses Jahr am Ammerberg und in den folgenden Jahren in der Kleiststraße und am Stresemannring fortgeführt.
Sozial engagiert sich das Unternehmen auch weiterhin in Sport, Kultur und bei Festen, denn die Lebensqualität ist wichtig für ein zufriedenes Wohnen. Zehn Kindergärten profitieren derzeit schon vom Kita-Projekt, kleinere Vereine werden vorrangig unterstützt.
Baulich habe man im vergangenen Jahr alles erreicht, was sich die WBG vorgenommen habe, erläutern Dörrmann und Loup. Das WBGreenOne in der Stolberger Straße erwarte in der nächsten Woche die ersten Mieter und die können sich über stabile, sozial verträgliche Mietpreise in einem Zeitraum von zwanzig Jahren freuen. Hier wurden allein 5 Millionen Euro in 14 Wohnungen investiert.
Wie in jedem Jahr wird es wieder neue Balkonbauten an WBG-Häusern geben, alle Wartungsarbeiten von Aufzügen über Geräte und Anlagen werden inzwischen von eigenem Personal schnell und professionell organisiert. So gaben allein die Objektmanager in den Wohngebieten der Genossenschaft 2021 für 5 300 Kleinstaufträge zu Reparaturzwecken insgesamt 600 000 Euro aus. Wie alle anderen Anbieter der Branche kamen auch die Partner der WBG im Strom- und Gaslieferungssektor nicht um Preiserhöhung herum. Steffen Loup ist aber optimistisch, dass gerade die horrenden Gaspreise schon bald wieder zurückgehen werden.
Viele Gedanken machen sich die Verantwortlichen auch über die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis und die Auswirkungen auf den Wohnungsbau. Während vorläufig die Lücken in den Innenstädten mit Wohnraum gefüllt bleiben sollen, schaut man gespannt der nächsten Einwohnerzählung entgegen. Der Bevölkerungsschwund ist bedenklich, Nordhausen könnte schon in naher Zukunft unter die Marke von 40 000 Einwohnern fallen und es bedarf eines guten Konzepts, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Hier befinden sich die WBG-Chefs allerdings in der AG Stadtumbau der Kommune mit Vertretern der Verwaltung und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in konstruktiven Gespräche, um gemeinsam einen Weg zu finden, Wohnen und Leben in Nordhauen noch attraktiver zu gestalten. Dörrmann und Loup setzen vor allem auf die Verdichtung der Kernstadt und könnten sich einen Wohnungsrückbau an den Stadträndern vorstellen. Ähnliche Vorbereitungen existieren auch für Bleicherode.
Doch erst einmal wollen sie den vorhandenen Wohnraum ihres Unternehmens so mieterfreundliche wie irgend möglich anbieten. Auf ihre treuen Mitglieder können sie sich auch in Zukunft verlassen, was unter anderem ein Ergebnis der großen Mitgliederbefragung der WBG im vergangenen Jahr war. Den Dank an die Mieter für ihre rege Beteiligung an den Aktivitäten der Wohnungsbaugenossenschaft wollen wir hier gern weitergeben.
Olaf Schulze
Autor: osch
Geben ihren Optimismus auch in angespannten Zeiten nicht auf: Die WBG-Vorstände Steffen Loup und Sven Dörrmann (Foto: oas)
Wir sind gut durchgekommen, sagte Steffen Loup und meinte damit die täglichen Abläufe im Betrieb, die notwendigen Kontaktbeschränkungen und die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen. Das Miteinander konnte aber nicht in den beliebten Nachbarschaftsfesten ausgelebt werden und auch in diesem Jahr verzichten die WBG-Verantwortlichen schweren Herzens auf diese Events, die eigentlich Mieter und Vermieter zusammenbringen sollten.
Der Prozentsatz an Wohnungsleerstand hat sich in der Pandemie weiter erhöht, wobei die Studentenunterkünfte allein mit 20 Prozent im ersten Corona-Jahr und ganzen 30 Prozent im Jahre 2021 heftig zu Buche schlagen. Insgesamt beträgt der Leerstand 7 Prozent der vermietbaren Wohnungen, was die Chefs durchaus unzufrieden macht. Sie verweisen jedoch darauf, dass es noch 16 Prozent im Jahre 2000 waren. Die ganze Stadt Nordhausen verfügte damals über 23 400 Wohnungen, von denen 2000 nicht belegt waren, wogegen heute von 24 300 Wohnungen nur 1 500 momentan frei sind. Die Haushaltsgrößen haben sich in diesem Zeitraum ebenfalls signifikant verändert. Eine Tatsache, auf welche die WBG in ihrer strategischen Ausrichtung zu reagieren hat.
Auch 2022 stehen die Belange der Mitglieder im Mittelpunkt wie eh und je und das Erreichen der gesteckten Geschäftsziele im letzten Jahr ermutigt die beiden Protagonisten an der Unternehmensspitze, auch in Corona-Zeiten das genossenschaftliche Wohnen weiter zu entwickeln. Der geringfügige Rückgang der Vermietungsquote und die angekündigten Erhöhungen der Baupreise von bis zu 40 Prozent schrecken die WBG-Mitarbeiter nicht ab. Das Instandhaltungsbudget von über 8 Millionen Euro im letzten Jahr wurde eingehalten und alle geplanten Arbeiten erledigt. Allein eine Million Euro verschlangen die jährlichen Strangsanierungen, an die 900 Wohnungswechsel müssen jährlich auch baulicherseits begleitet werden. Der Neubau und die Modernisierungen werden wie andere Invest-Projekte über zuverlässige Partnerbanken abgesichert, die in der WBG Südharz einen kompetenten und verläßlichen Kunden sehen. Darauf sind Dörrmann und Loup zu Recht stolz.
Die teilweise schon seit DDR-Zeiten aufgelaufenen Verbindlichkeiten von 79 Millionen Euro wollen sie in den nächsten Jahren auf 30 Millionen drücken. Dieser hohe Betrag rührt auch aus dem Ankauf von gut 750 Wohnungen in Nordhausen und Bleicherode her, die dem größten Wohnungsanbieter der Region jetzt eine Gesamtzahl von 7 000 Wohnungen bescherten.
Im Fokus des begonnenen Jahres steht außerdem die Fortentwicklung der Digitalisierungsstrategie, wozu ein Serviceportal mit ID-Codes für die Mieter eingerichtet werden soll, das im wesentlichen wie ein Online-Banking aufgebaut ist und den Mietern ständige, genaue Abfragen beispielsweise ihres Strom- und Gasverbrauchs ermöglicht. Die WBG erhebt die Daten elektronisch und informiert die Mieter darüber. Das soll in Zukunft viel Papierkram ersparen, Voraussetzung ist allerdings, dass alle Wohneinheiten mit den notwendigen Geräten versehen sind. Diese werden in Zukunft komplett vom Unternehmen selbst installiert und betreut.
Neben WBG-Strom und WBG-Gas soll zukünftig auch WBG-Internet die Mieter erfreuen. Im Jahre 2030, sagt Sven Dörrmann, ist ein hochwertiger Glasfaseranschluss in unseren Wohnungen so selbstverständlich wie ein Toilettenbecken. Ein eigenes TV-Angebot im firmeneigenen Netz gehört dazu. Schon jetzt entstehen Mietgaragen für E-Rollstühle und E-Bikes, um auf die neuen Bedürfnissen der Mieter einzugehen. Denn 2 500 der jetzt 7 000 Mieter der WBG sind in einem Alter jenseits der Siebzig. Sicherheitssysteme in Kellern werden eingebaut, der Ausbau der Fernwärme schreitet voran. Die im letzten Jahr begonnenen Installationen am Nordhäuser Weinberg werden dieses Jahr am Ammerberg und in den folgenden Jahren in der Kleiststraße und am Stresemannring fortgeführt.
Sozial engagiert sich das Unternehmen auch weiterhin in Sport, Kultur und bei Festen, denn die Lebensqualität ist wichtig für ein zufriedenes Wohnen. Zehn Kindergärten profitieren derzeit schon vom Kita-Projekt, kleinere Vereine werden vorrangig unterstützt.
Baulich habe man im vergangenen Jahr alles erreicht, was sich die WBG vorgenommen habe, erläutern Dörrmann und Loup. Das WBGreenOne in der Stolberger Straße erwarte in der nächsten Woche die ersten Mieter und die können sich über stabile, sozial verträgliche Mietpreise in einem Zeitraum von zwanzig Jahren freuen. Hier wurden allein 5 Millionen Euro in 14 Wohnungen investiert.
Wie in jedem Jahr wird es wieder neue Balkonbauten an WBG-Häusern geben, alle Wartungsarbeiten von Aufzügen über Geräte und Anlagen werden inzwischen von eigenem Personal schnell und professionell organisiert. So gaben allein die Objektmanager in den Wohngebieten der Genossenschaft 2021 für 5 300 Kleinstaufträge zu Reparaturzwecken insgesamt 600 000 Euro aus. Wie alle anderen Anbieter der Branche kamen auch die Partner der WBG im Strom- und Gaslieferungssektor nicht um Preiserhöhung herum. Steffen Loup ist aber optimistisch, dass gerade die horrenden Gaspreise schon bald wieder zurückgehen werden.
Viele Gedanken machen sich die Verantwortlichen auch über die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis und die Auswirkungen auf den Wohnungsbau. Während vorläufig die Lücken in den Innenstädten mit Wohnraum gefüllt bleiben sollen, schaut man gespannt der nächsten Einwohnerzählung entgegen. Der Bevölkerungsschwund ist bedenklich, Nordhausen könnte schon in naher Zukunft unter die Marke von 40 000 Einwohnern fallen und es bedarf eines guten Konzepts, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Hier befinden sich die WBG-Chefs allerdings in der AG Stadtumbau der Kommune mit Vertretern der Verwaltung und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in konstruktiven Gespräche, um gemeinsam einen Weg zu finden, Wohnen und Leben in Nordhauen noch attraktiver zu gestalten. Dörrmann und Loup setzen vor allem auf die Verdichtung der Kernstadt und könnten sich einen Wohnungsrückbau an den Stadträndern vorstellen. Ähnliche Vorbereitungen existieren auch für Bleicherode.
Doch erst einmal wollen sie den vorhandenen Wohnraum ihres Unternehmens so mieterfreundliche wie irgend möglich anbieten. Auf ihre treuen Mitglieder können sie sich auch in Zukunft verlassen, was unter anderem ein Ergebnis der großen Mitgliederbefragung der WBG im vergangenen Jahr war. Den Dank an die Mieter für ihre rege Beteiligung an den Aktivitäten der Wohnungsbaugenossenschaft wollen wir hier gern weitergeben.
Olaf Schulze
