Vorstand des TFV entschied weiteren landesweiten Fußball-Stopp
Der Ball rollt nicht bis März
Montag, 31. Januar 2022, 11:10 Uhr
Der Thüringer Fussballverband (TFV) hat den Spielbetrieb auf Landes- und Kreisebene für alle Männer- und Frauenmannschaften bis Ende Februar ausgesetzt. Damit reagierte der Verband auf die neusten politischen Vorgaben aus Berlin. Der Spielbetrieb im Nachwuchsfußball soll dagegen planmäßig starten …
Wann ist es wieder so weit? Spieler des SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen bejubeln einen Treffer (Foto: J.Ritter)
In einer viereinhalbstündigen Sitzung des TFV-Vorstandes wurde am Freitagabend beschlossen, die Fortsetzung des Spielbetriebs im Landes- und Kreismaßstab weiter auszusetzen. In der Veröffentlichung des Verbandes liest sich das so: Der Pflichtspielbetrieb im Erwachsenenbereich (Männer und Frauen) bleibt vorerst bis zum 28.02.22 ausgesetzt. Sollte vorab jedoch eine politische Entscheidung, unter 3G zu spielen, getroffen werden, kann diese Festlegung ggf. aufgehoben werden. Über eine Vorbereitungszeit für die Mannschaften wird zu gegebener Zeit entschieden. Der Beschluss gilt sowohl für Spiele auf Landes- als auch auf Kreisebene.
Anfang Januar standen die Signale zumindest für die höchste Spielklasse des Freistaats noch auf grün und die Vereine der Thüringenliga waren mehrheitlich übereingekommen, den Ligabetrieb unter 2G-Bedingungen aufzunehmen.
Benno Harbauer, Präsident des Thüringenligisten FSV Preußen Bad Langensalza versteht die ganze Aufregung nicht. Es ändert sich ja nichts großartig. Vor dem März wäre es ohnehin nicht weiter gegangen und wir bestreiten Testspiele bis dahin. Allerdings verbirgt er auch nicht seinen Unmut über die neue Situation: Wenn die jetzt geltenden gesundheitspolitischen Bestimmungen nicht geändert werden, können wir uns auf Dauer nicht weiter von den Bedürfnissen der Ungeimpften abhängig machen. Man kann nicht 80 Prozent der Spieler ihren Ligabetrieb verwehren, weil die anderen 20 Prozent nicht mitmachen dürfen. Hier wird der Wettbewerbsgedanke ad absurdum geführt.
Der TFV-Spielausschuss begründete die Entscheidung mit Veränderungen durch politische Entscheidungen wie die neue Situation im Genesenenstatus. In Gespräche mit den Vereinen Vereinen sei klar geworden, dass es ihnen schwerfalle und teilweise unmöglich wäre, nach den aktuellen 2G-Regeln Pflichtspiele zu bestreiten.
Wir tappen weiter im Dunkeln, ärgert sich auch der Trainer des SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen, Silvio Beer. Wir müssen in diesen Fragen einfach ehrlich sein, sagte er. Überall gibt es Lockerungen in allen Bereichen und in den Profiligen sind die Stadien wieder voll. Ich hoffe, dass die Vertreter unserer Fachverbände sehr schnell mit der Politik in den Dialog treten, um uns Planungssicherheit zu verschaffen.
Etwas vorsichtiger formuliert es der TFV selbst. Sollte es vor Ende Februar eine Entwicklung seitens der Politik geben, die es ermöglicht Pflichtspiele unter 3G-Bedingungen auszutragen, könnte die genannte Festlegung (Aussetzung bis 28.02.) wieder aufgehoben werden.
Im Gespräch mit der Online-Plattform FuPa Thüringen erklärte der TFV-Vizepräsident Spielbetrieb und Recht, Bertram Schreiber, dass es bald Gespräche mit Regierungsvertretern geben solle. Gemeinsam mit dem Landessportbund wird der TFV versuchen, auf eine Spielgenehmigung unter 3G-Bedingungen hinzuwirken.
Nicht nur auf dem Platz müssen sich die Vereine der Thüringenliga jetzt auseinandersetzen (Foto: J.Ritter)
Ausschlaggebend für die Unruhe in den Vereinen ist die Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate. Die kürzlich infizierten Spieler hätten die Saison bis Juni zu Ende spielen können, wäre die neue Regelung nicht gekommen.
Auch der neue Genesenstatus sorgt bei vielen Mannschaften für eine neue Situation. Wir verstehen die Sorgen der Vereine, die aufgrund der aktuellen Verordnungslage auch nachvollziehbar sind, erhärtet Bertram Schreiber diese Vermutung. Als eine endgültige Entscheidung zur Pflichtspielabsage unter 2G will der Verband seine neuste Bestimmung aber nicht verstehen. Mit der neuen Landesverordnung, die Ende Februar erwartet wird, soll die Lage neu sondiert werden. Es ist nach wie vor unsere Aufgabe einen Spielbetrieb zu organisieren. Wenn die Politik an 2G festhält, müssen wir schauen welche Möglichkeiten wir haben, um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, ergänzt der Vizepräsident des TFV. Dagegen wird der Spielbetrieb der männlichen und weiblichen Nachwuchsteams unter der Bedingung der 3G – Regelung ab dem 1. März auf Landes- und Kreisebene fortgeführt.
Heute Abend tauschen sich die Vereinsvertreter der Thüringenliga in einer Videokonferenz über ihr weiteres Vorgehen aus und unterbreiten Vorschläge zur Fortführung der Saison. Wenn es erst im April weitergeht, schlägt Bad Langensalzas Präsident Harbauer dann vor, sollten wir die Hinserie zu Ende spielen und damit die Saison beenden. Bei den derzeit letztplatzierten Teams der Thüringenliga wird dieser Vorschlag auf nicht allzu viel Gegenliebe stoßen, aber Benno Harbauer hat auch schon weiter in die Zukunft gedacht. Die neue Saison sollte in der zweiten Juliwoche beginnen. Dann hätten wir viel Zeit bis zum November und einer möglichen weiteren Unterbrechung der Spielzeit. Womöglich kann man die ganze Saison in diesem Zeitraum durchführen. Fakt ist, dass wir endlich auf die anhaltende Krise reagieren müssen.
Olaf Schulze
Autor: osch
Wann ist es wieder so weit? Spieler des SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen bejubeln einen Treffer (Foto: J.Ritter)
In einer viereinhalbstündigen Sitzung des TFV-Vorstandes wurde am Freitagabend beschlossen, die Fortsetzung des Spielbetriebs im Landes- und Kreismaßstab weiter auszusetzen. In der Veröffentlichung des Verbandes liest sich das so: Der Pflichtspielbetrieb im Erwachsenenbereich (Männer und Frauen) bleibt vorerst bis zum 28.02.22 ausgesetzt. Sollte vorab jedoch eine politische Entscheidung, unter 3G zu spielen, getroffen werden, kann diese Festlegung ggf. aufgehoben werden. Über eine Vorbereitungszeit für die Mannschaften wird zu gegebener Zeit entschieden. Der Beschluss gilt sowohl für Spiele auf Landes- als auch auf Kreisebene.
Anfang Januar standen die Signale zumindest für die höchste Spielklasse des Freistaats noch auf grün und die Vereine der Thüringenliga waren mehrheitlich übereingekommen, den Ligabetrieb unter 2G-Bedingungen aufzunehmen.
Benno Harbauer, Präsident des Thüringenligisten FSV Preußen Bad Langensalza versteht die ganze Aufregung nicht. Es ändert sich ja nichts großartig. Vor dem März wäre es ohnehin nicht weiter gegangen und wir bestreiten Testspiele bis dahin. Allerdings verbirgt er auch nicht seinen Unmut über die neue Situation: Wenn die jetzt geltenden gesundheitspolitischen Bestimmungen nicht geändert werden, können wir uns auf Dauer nicht weiter von den Bedürfnissen der Ungeimpften abhängig machen. Man kann nicht 80 Prozent der Spieler ihren Ligabetrieb verwehren, weil die anderen 20 Prozent nicht mitmachen dürfen. Hier wird der Wettbewerbsgedanke ad absurdum geführt.
Der TFV-Spielausschuss begründete die Entscheidung mit Veränderungen durch politische Entscheidungen wie die neue Situation im Genesenenstatus. In Gespräche mit den Vereinen Vereinen sei klar geworden, dass es ihnen schwerfalle und teilweise unmöglich wäre, nach den aktuellen 2G-Regeln Pflichtspiele zu bestreiten.
Wir tappen weiter im Dunkeln, ärgert sich auch der Trainer des SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen, Silvio Beer. Wir müssen in diesen Fragen einfach ehrlich sein, sagte er. Überall gibt es Lockerungen in allen Bereichen und in den Profiligen sind die Stadien wieder voll. Ich hoffe, dass die Vertreter unserer Fachverbände sehr schnell mit der Politik in den Dialog treten, um uns Planungssicherheit zu verschaffen.
Etwas vorsichtiger formuliert es der TFV selbst. Sollte es vor Ende Februar eine Entwicklung seitens der Politik geben, die es ermöglicht Pflichtspiele unter 3G-Bedingungen auszutragen, könnte die genannte Festlegung (Aussetzung bis 28.02.) wieder aufgehoben werden.
Im Gespräch mit der Online-Plattform FuPa Thüringen erklärte der TFV-Vizepräsident Spielbetrieb und Recht, Bertram Schreiber, dass es bald Gespräche mit Regierungsvertretern geben solle. Gemeinsam mit dem Landessportbund wird der TFV versuchen, auf eine Spielgenehmigung unter 3G-Bedingungen hinzuwirken.
Nicht nur auf dem Platz müssen sich die Vereine der Thüringenliga jetzt auseinandersetzen (Foto: J.Ritter)
Ausschlaggebend für die Unruhe in den Vereinen ist die Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate. Die kürzlich infizierten Spieler hätten die Saison bis Juni zu Ende spielen können, wäre die neue Regelung nicht gekommen.
Auch der neue Genesenstatus sorgt bei vielen Mannschaften für eine neue Situation. Wir verstehen die Sorgen der Vereine, die aufgrund der aktuellen Verordnungslage auch nachvollziehbar sind, erhärtet Bertram Schreiber diese Vermutung. Als eine endgültige Entscheidung zur Pflichtspielabsage unter 2G will der Verband seine neuste Bestimmung aber nicht verstehen. Mit der neuen Landesverordnung, die Ende Februar erwartet wird, soll die Lage neu sondiert werden. Es ist nach wie vor unsere Aufgabe einen Spielbetrieb zu organisieren. Wenn die Politik an 2G festhält, müssen wir schauen welche Möglichkeiten wir haben, um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, ergänzt der Vizepräsident des TFV. Dagegen wird der Spielbetrieb der männlichen und weiblichen Nachwuchsteams unter der Bedingung der 3G – Regelung ab dem 1. März auf Landes- und Kreisebene fortgeführt.
Heute Abend tauschen sich die Vereinsvertreter der Thüringenliga in einer Videokonferenz über ihr weiteres Vorgehen aus und unterbreiten Vorschläge zur Fortführung der Saison. Wenn es erst im April weitergeht, schlägt Bad Langensalzas Präsident Harbauer dann vor, sollten wir die Hinserie zu Ende spielen und damit die Saison beenden. Bei den derzeit letztplatzierten Teams der Thüringenliga wird dieser Vorschlag auf nicht allzu viel Gegenliebe stoßen, aber Benno Harbauer hat auch schon weiter in die Zukunft gedacht. Die neue Saison sollte in der zweiten Juliwoche beginnen. Dann hätten wir viel Zeit bis zum November und einer möglichen weiteren Unterbrechung der Spielzeit. Womöglich kann man die ganze Saison in diesem Zeitraum durchführen. Fakt ist, dass wir endlich auf die anhaltende Krise reagieren müssen.
Olaf Schulze
