Ereignisreiches Jahr in der Dichterstätte
Montag, 28. November 2005, 12:55 Uhr
Limlingerode (nnz). Eines der veranstaltungsreichsten Jahre liegt hinter der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode. Eine besondere Herausforderung stellt der 70. Geburtstag der Dichterin dar. Einen Rückblick auf die Höhepunkte des fast vergangene Jahres hat die nnz für Sie.
Ereignisreiches Jahr in der Dichterstätte (Foto: nnz)
Das Jahr 2005 war eines der veranstaltungsintensivsten im Leben des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch. 25 mal war das Haus auf dem Hügel in Limlingerode Ort der literarischen und bildkünstlerischen Begegnungen, dazu kamen Einladungen in andere Dichterhäuser und zu kulturellen oder kulturpolitischen Ereignissen in Thüringen.
Zwei Studenten, die Arbeiten über die Lyrik Sarah Kirsch schreiben, baten um Unterstützung. Mehr und Mehr wenden sich Einzelpersonen und Institutionen an den Vorstand der Dichterstätte, haben Fragen, möchten Auskünfte, bitten um Vermittlungen.
Eine besondere Herausforderung war das Herausgeben eines Kunstbuches anlässlich des 70. Geburtstages der Dichterin in diesem Jahr und das Vorstellen des Buches in Weimar und Limlingerode. Die Ausstellung der Originalwerke zum Buch von Petra Albrecht, Weimar, und Karin Kisker, Nordhausen, fand regen Zuspruch. Eine Kunstausstellung mit Aquarellen Sarah Kirschs in ihrem Geburtshaus hatte zum Ergebnis, dass alle Blätter verkauft wurden. Allerdings hatte die sich auch in Farben poetisch Ausdrückende sehr freundschaftliche Preise für die Dichterstättenbesucher gemacht.
Ein besonderer Renner bei den Veranstaltungen war das Programm: Von den Zaubersprüchen bis zur Schwanenliebe – Sarah Kirsch in ihren Liebesgedichten. Sechsmal wurde das Programm vor unterschiedlichstem Publikum vorgetragen, weil die Nachfrage so groß war.
Die 8. Diskurse Ende Juni brachten eine beeindruckende Begegnung mit der jungen Lyrikerin Daniela Danz aus Halle. Mit Lyrik und kleiner Prosa überzeugte sie, ebenfalls in ihrer Art des Vortragens. Diesem Charme konnte man sich nicht entziehen.
Fritz Mierau, unangefochten der profundeste Kenner der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts in Deutschland, stellte Alexander Blok vor. Wenn literaturwissenschaftliches Wissen so voller Lebendigkeit vorgetragen wird, ist die Kenntniserweiterung beim Zuhören ein Vergnügen. Die ins Deutsche gedichteten Verse Bloks stammen von Sarah Kirsch, die mit Fritz Mierau seit den 60er Jahren bekannt ist.
Schön war die Begegnung mit Sarah Kirsch für einige Mitglieder in Tielenhemme, am Weltenrand, wie sie ihre Gegend im Norden dichterisch benennt. Natürlich gab es Espresso, und eine Besichtigung des naturnahen Gartens fehlt nie. Zwei Katzen beleben das Haus, der Dichterin sehr nahe in ihrer Art.
Zum Jahresende ziehen englische Wesen einige Journalisten in die Lange Reihe 11 nach Limlingerode. Der Kultursender MDR Figaro aus Leipzig sandte eine junge Journalistin, die ihre Wünsche so formulierte: Ich arbeite an einer Kultursendung mit, in der sich alles um Engel dreht, Wesen, die in unterschiedlicher Gestalt nicht nur die Vorweihnachtszeit durchschwirren, sondern vor allem in Literatur und Kunst auftreten. Wir wollen uns in der Sendung mit dem Engel als Boten und Mittler beschäftigen, mit Taufengeln, musizierenden Engeln, mit gefallenen Engeln. ‚Der verwaiste Engel’, so ist die Folge überschrieben, in der wir über die Engelgedichte Sarah Kirsch sprechen wollen. Die Dichterin fragt in einem Gedicht: ‚Wer wüchse nicht gern mit einem Engel auf?’ Nun habe ich von Ihnen erfahren, dass Sie und Frau Kirsch sich über einen Engel, einen Taufengel, kennengerlernt haben. Das ist eine schöne Geschichte, über die wir auch miteinander reden möchten.Am 02.12.2005 wird die Sendung im MDR-Figaro im Journal am Morgen zu hören sein und im Laufe des Tages wiederholt.
Zu Dreharbeiten kommt am 02.12.2005 ein Team aus Erfurt nach Limlingerode. Auch dabei stehen die Taufengelgeschichte, Sarah Kirsch und die Dichterstätte im Mittelpunkt. Diese Sendung Unterwegs in Thüringen – Geflügelte Wesen wird am 17.12.2005 um 18.15 Uhr im Programm des MDR Fernsehens ausgestrahlt.
Wir sind erfreut, dass auch dieses Dichterstättenjahr zeigte: Poesie ist für die Menschen hilfreich und gut. Und, im Dezember kommen Schüler und Lehrer in das Haus, um sich gegenseitig ihre Wintervorräte literarischer Art vorzustellen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz
Ereignisreiches Jahr in der Dichterstätte (Foto: nnz)
Das Jahr 2005 war eines der veranstaltungsintensivsten im Leben des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch. 25 mal war das Haus auf dem Hügel in Limlingerode Ort der literarischen und bildkünstlerischen Begegnungen, dazu kamen Einladungen in andere Dichterhäuser und zu kulturellen oder kulturpolitischen Ereignissen in Thüringen.Zwei Studenten, die Arbeiten über die Lyrik Sarah Kirsch schreiben, baten um Unterstützung. Mehr und Mehr wenden sich Einzelpersonen und Institutionen an den Vorstand der Dichterstätte, haben Fragen, möchten Auskünfte, bitten um Vermittlungen.
Eine besondere Herausforderung war das Herausgeben eines Kunstbuches anlässlich des 70. Geburtstages der Dichterin in diesem Jahr und das Vorstellen des Buches in Weimar und Limlingerode. Die Ausstellung der Originalwerke zum Buch von Petra Albrecht, Weimar, und Karin Kisker, Nordhausen, fand regen Zuspruch. Eine Kunstausstellung mit Aquarellen Sarah Kirschs in ihrem Geburtshaus hatte zum Ergebnis, dass alle Blätter verkauft wurden. Allerdings hatte die sich auch in Farben poetisch Ausdrückende sehr freundschaftliche Preise für die Dichterstättenbesucher gemacht.
Ein besonderer Renner bei den Veranstaltungen war das Programm: Von den Zaubersprüchen bis zur Schwanenliebe – Sarah Kirsch in ihren Liebesgedichten. Sechsmal wurde das Programm vor unterschiedlichstem Publikum vorgetragen, weil die Nachfrage so groß war.
Die 8. Diskurse Ende Juni brachten eine beeindruckende Begegnung mit der jungen Lyrikerin Daniela Danz aus Halle. Mit Lyrik und kleiner Prosa überzeugte sie, ebenfalls in ihrer Art des Vortragens. Diesem Charme konnte man sich nicht entziehen.
Fritz Mierau, unangefochten der profundeste Kenner der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts in Deutschland, stellte Alexander Blok vor. Wenn literaturwissenschaftliches Wissen so voller Lebendigkeit vorgetragen wird, ist die Kenntniserweiterung beim Zuhören ein Vergnügen. Die ins Deutsche gedichteten Verse Bloks stammen von Sarah Kirsch, die mit Fritz Mierau seit den 60er Jahren bekannt ist.
Schön war die Begegnung mit Sarah Kirsch für einige Mitglieder in Tielenhemme, am Weltenrand, wie sie ihre Gegend im Norden dichterisch benennt. Natürlich gab es Espresso, und eine Besichtigung des naturnahen Gartens fehlt nie. Zwei Katzen beleben das Haus, der Dichterin sehr nahe in ihrer Art.
Zum Jahresende ziehen englische Wesen einige Journalisten in die Lange Reihe 11 nach Limlingerode. Der Kultursender MDR Figaro aus Leipzig sandte eine junge Journalistin, die ihre Wünsche so formulierte: Ich arbeite an einer Kultursendung mit, in der sich alles um Engel dreht, Wesen, die in unterschiedlicher Gestalt nicht nur die Vorweihnachtszeit durchschwirren, sondern vor allem in Literatur und Kunst auftreten. Wir wollen uns in der Sendung mit dem Engel als Boten und Mittler beschäftigen, mit Taufengeln, musizierenden Engeln, mit gefallenen Engeln. ‚Der verwaiste Engel’, so ist die Folge überschrieben, in der wir über die Engelgedichte Sarah Kirsch sprechen wollen. Die Dichterin fragt in einem Gedicht: ‚Wer wüchse nicht gern mit einem Engel auf?’ Nun habe ich von Ihnen erfahren, dass Sie und Frau Kirsch sich über einen Engel, einen Taufengel, kennengerlernt haben. Das ist eine schöne Geschichte, über die wir auch miteinander reden möchten.Am 02.12.2005 wird die Sendung im MDR-Figaro im Journal am Morgen zu hören sein und im Laufe des Tages wiederholt.
Zu Dreharbeiten kommt am 02.12.2005 ein Team aus Erfurt nach Limlingerode. Auch dabei stehen die Taufengelgeschichte, Sarah Kirsch und die Dichterstätte im Mittelpunkt. Diese Sendung Unterwegs in Thüringen – Geflügelte Wesen wird am 17.12.2005 um 18.15 Uhr im Programm des MDR Fernsehens ausgestrahlt.
Wir sind erfreut, dass auch dieses Dichterstättenjahr zeigte: Poesie ist für die Menschen hilfreich und gut. Und, im Dezember kommen Schüler und Lehrer in das Haus, um sich gegenseitig ihre Wintervorräte literarischer Art vorzustellen.
Heidelore Kneffel
