Eine weitere Episode
Freitag, 25. November 2005, 14:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Ein Feuerwehrauto erhitzt die Gemüter. Mehr oder weniger sachlich wurde über das Fahrzeug bisher diskutiert. Heute nahmen Kreisbrandinspektor Erich Etzrodt und Fachbereichsleiter Günter Uebner dazu Stellung.
Über den Kauf eines für die Gemeinde Uthleben zu großen Feuerwehrfahrzeug berichtete nnz mehrfach. 30.000 Euro fehlen der Gemeinde zur Bezahlung des Autos. Einen Zuschuß in dieser Höhe hatte Uthleben beim Landkreis beantragt, war aber nicht in den Haushaltsplan aufgenommen wurden. Da sind nur die jeweils 50.000 Euro für die Feuerwehren in Nordhausen und Wolkramshausen zu finden. Der Landeszuschuß für diese beiden Vorhaben kann jedoch erst 2006 bewilligt werden.
Den Uthlebern wäre das gekaufte Fahrzeug eigentlich zu groß gewesen. Sie wollten ein kleineres beantragen. Dann hätten der Eigenanteil von 36.500 Euro und der Zuschuß vom Land Thüringen über 66.500 Euro ausgereicht. Vom Kreisbrandinspektor wurde die Feuerwehr überzeugt, daß ein größeres mit zusätzlicher Ausrüstung Sinn macht, da Uthleben in die überörtliche Einsatzplanung mit einbezogen wird. Deshalb sagte auch der Landrat Unterstützung beim Kauf zu. Diese Zusage konnte nicht gehalten werden. Nun bleibt der Ort auf nicht benötigter Einsatzausrüstung, wie unter anderem Druckluftatemgeräten, sitzen. Uthleben verfügt über eine große Wehr mit 30 aktiven Männern und 13 Frauen, zehn sind Atemschutzgeräteträger. Daher sollte die Feuerwehr stärker einbezogen werden, nicht nur im Gefahrgutzug.
Die Personalentwicklung bei den Feuerwehren ist rückläufig. Waren zu DDR-Zeiten noch 3.000 Männer in den freiwilligen Wehren aktiv, sind es heute nur noch 1.220. Von ehemals 550 Frauen befinden sich noch 220 im Einsatz. 550 Kinder engagieren sich aktuell in den Jugendfeuerwehren. 400-600 ältere Männer stehen nur noch begrenzt bei örtlichen Einsätzen zur Verfügung. Erich Etzrodt meint, daß man sich unter den gegebenen Umständen nicht leisten könne, Schindluder mit den freiwilligen Feuerwehren zu treiben und Haß zwischen den Nordhäusern und den Wehren aus dem Kreis zu schüren. Er führt diese Debatte stark emotional, greift die Medien sowie einige Kreistagsmitglieder an. Kommunalpolitiker würden sich nur für das Wohl ihrer eigenen Kommune einsetzen und nicht einsehen, daß vom Kreis bezuschußte Feuerwehrtechnik allen im Landkreis zu gute kommt, sagte Etzrodt. Als Folgen dieser Politik sieht er wütende Feuerwehrmänner, die ihre ehrenamtliche Arbeit hinschmeißen oder nur noch im eigenen Ort aktiv sein wollen. Für den Gefahrgutzug könnte das dann schlecht ausgehen.
Günter Uebner gibt Uthleben gute Chancen, das zugesagte Geld beim Landkreis einzuklagen. Ob die Gemeinde diesen Weg gehen will, sei jedoch noch nicht klar. Sonst würden die 30.000 Euro den Haushalt des Ortes über Jahre hinweg belasten und andere wichtige Investitionen für die Feuerwehr unmöglich machen. Darunter könnten der Brand- und Katastrophenschutz, auch im restlichen Teil des Landkreises, leiden.
Autor: wfÜber den Kauf eines für die Gemeinde Uthleben zu großen Feuerwehrfahrzeug berichtete nnz mehrfach. 30.000 Euro fehlen der Gemeinde zur Bezahlung des Autos. Einen Zuschuß in dieser Höhe hatte Uthleben beim Landkreis beantragt, war aber nicht in den Haushaltsplan aufgenommen wurden. Da sind nur die jeweils 50.000 Euro für die Feuerwehren in Nordhausen und Wolkramshausen zu finden. Der Landeszuschuß für diese beiden Vorhaben kann jedoch erst 2006 bewilligt werden.
Den Uthlebern wäre das gekaufte Fahrzeug eigentlich zu groß gewesen. Sie wollten ein kleineres beantragen. Dann hätten der Eigenanteil von 36.500 Euro und der Zuschuß vom Land Thüringen über 66.500 Euro ausgereicht. Vom Kreisbrandinspektor wurde die Feuerwehr überzeugt, daß ein größeres mit zusätzlicher Ausrüstung Sinn macht, da Uthleben in die überörtliche Einsatzplanung mit einbezogen wird. Deshalb sagte auch der Landrat Unterstützung beim Kauf zu. Diese Zusage konnte nicht gehalten werden. Nun bleibt der Ort auf nicht benötigter Einsatzausrüstung, wie unter anderem Druckluftatemgeräten, sitzen. Uthleben verfügt über eine große Wehr mit 30 aktiven Männern und 13 Frauen, zehn sind Atemschutzgeräteträger. Daher sollte die Feuerwehr stärker einbezogen werden, nicht nur im Gefahrgutzug.
Die Personalentwicklung bei den Feuerwehren ist rückläufig. Waren zu DDR-Zeiten noch 3.000 Männer in den freiwilligen Wehren aktiv, sind es heute nur noch 1.220. Von ehemals 550 Frauen befinden sich noch 220 im Einsatz. 550 Kinder engagieren sich aktuell in den Jugendfeuerwehren. 400-600 ältere Männer stehen nur noch begrenzt bei örtlichen Einsätzen zur Verfügung. Erich Etzrodt meint, daß man sich unter den gegebenen Umständen nicht leisten könne, Schindluder mit den freiwilligen Feuerwehren zu treiben und Haß zwischen den Nordhäusern und den Wehren aus dem Kreis zu schüren. Er führt diese Debatte stark emotional, greift die Medien sowie einige Kreistagsmitglieder an. Kommunalpolitiker würden sich nur für das Wohl ihrer eigenen Kommune einsetzen und nicht einsehen, daß vom Kreis bezuschußte Feuerwehrtechnik allen im Landkreis zu gute kommt, sagte Etzrodt. Als Folgen dieser Politik sieht er wütende Feuerwehrmänner, die ihre ehrenamtliche Arbeit hinschmeißen oder nur noch im eigenen Ort aktiv sein wollen. Für den Gefahrgutzug könnte das dann schlecht ausgehen.
Günter Uebner gibt Uthleben gute Chancen, das zugesagte Geld beim Landkreis einzuklagen. Ob die Gemeinde diesen Weg gehen will, sei jedoch noch nicht klar. Sonst würden die 30.000 Euro den Haushalt des Ortes über Jahre hinweg belasten und andere wichtige Investitionen für die Feuerwehr unmöglich machen. Darunter könnten der Brand- und Katastrophenschutz, auch im restlichen Teil des Landkreises, leiden.
