Lidl-Erpresser verurteilt
Donnerstag, 24. November 2005, 09:13 Uhr
Nordhausen(nnz) Erpressungsversuche beleben immer wieder mal den Blätterwald. Jüngster Versuch größeren Ausmaßes wurde durch den Versuch bekannt, das Bodensee-Trinkwasser zu vergiften. Das Landgericht Heilbronn hat gerade den Schlussstrich unter einen anderen Versuch gezogen.
Ein 57-jähriger Mann, der den Lebensmittel-Discounter Lidl erpresst hatte, ist vom Landgericht Heilbronn zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Mann hatte gestanden, im Juni dieses Jahres 1,2 Millionen Euro von der Firma gefordert zu haben.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der geständige Angeklagte im Juni dieses Jahres den Neckarsulmer Discounter erpresst hat. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung höchstens vier Jahre. Die Anklage lautete auf räuberische Erpressung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kann binnen einer Woche Revision einlegen.
Der wegen mehrfachen Bankraubes vorbestrafte Bauingenieur hatte vor Gericht ausgeführt, dass er beispielsweise Rotkohlgläser, Frischkäse - und Wurstpackungen mit Salz oder Spiritus präpariert habe. Giftige Stoffe habe er aber nicht verwendet. "Ich wollte niemanden verletzen. Die Manipulationen waren so offensichtlich, dass jeder Kunde sie sehen konnte", sagte der 57-Jährige. Deswegen hätte er auch kein Gift verwendet. Als Grund für die Erpressung nannte er Schulden und eine Stelle, die er nicht bekommen habe. Die Richter nahmen dem Angeklagten offenbar nicht ab, dass er ohne den Vorsatz, jemanden zu verletzten, gehandelt hatte. "Wie gefährlich ist jemand, der damit droht auch Babynahrung zu vergiften?", fragte daher der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer.
Im Mai und Juni dieses Jahres habe er mehrere Drohbriefe und E-Mails unter dem Decknamen Pepe geschrieben. Die Idee zu der Erpressung habe er beim Einkaufen bekommen. Konkrete Anregungen für die Tat habe er sich im Fernsehen besorgt. Vor der geplanten Geldübergabe konnten Polizei und Staatsanwaltschaft den 57-Jährigen jedoch ermitteln und festnehmen. Auf die Spur des Täters waren die Ermittler durch die Überwachungskamera in einem Nürnberger Internet-Café gekommen. Ein Schaden ist dem Neckarsulmer Lebensmittel-Discounter nicht entstanden.
Der Angeklagte war bereits 1985 vom Landgericht Nürnberg/Fürth wegen zehn Banküberfällen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.
Früherer Erpressungsversuch gegen Lidl
Der verhandelte Fall ist nicht der erste Erpressungsversuch gegen Lidl. Bereits 2003 hatten drei Männer 1,15 Millionen Euro von der Lebensmittelkette gefordert, andernfalls wollten sie vergiftete Marmeladengläser unter das Sortiment mischen. Ermittlern gelang es damals, eine elektronische Spur bis nach Spanien zurückzuverfolgen und die drei Männer zusammen mit einer rumänischen Kreditkartenfälscherbande festzunehmen. Die drei Erpresser wurden vom Landgericht Heilbronn zu Haftstrafen zwischen fünfeinhalb Jahren und 15 Monaten verurteilt.
Autor: nnzEin 57-jähriger Mann, der den Lebensmittel-Discounter Lidl erpresst hatte, ist vom Landgericht Heilbronn zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Mann hatte gestanden, im Juni dieses Jahres 1,2 Millionen Euro von der Firma gefordert zu haben.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der geständige Angeklagte im Juni dieses Jahres den Neckarsulmer Discounter erpresst hat. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung höchstens vier Jahre. Die Anklage lautete auf räuberische Erpressung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kann binnen einer Woche Revision einlegen.
Der wegen mehrfachen Bankraubes vorbestrafte Bauingenieur hatte vor Gericht ausgeführt, dass er beispielsweise Rotkohlgläser, Frischkäse - und Wurstpackungen mit Salz oder Spiritus präpariert habe. Giftige Stoffe habe er aber nicht verwendet. "Ich wollte niemanden verletzen. Die Manipulationen waren so offensichtlich, dass jeder Kunde sie sehen konnte", sagte der 57-Jährige. Deswegen hätte er auch kein Gift verwendet. Als Grund für die Erpressung nannte er Schulden und eine Stelle, die er nicht bekommen habe. Die Richter nahmen dem Angeklagten offenbar nicht ab, dass er ohne den Vorsatz, jemanden zu verletzten, gehandelt hatte. "Wie gefährlich ist jemand, der damit droht auch Babynahrung zu vergiften?", fragte daher der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer.
Im Mai und Juni dieses Jahres habe er mehrere Drohbriefe und E-Mails unter dem Decknamen Pepe geschrieben. Die Idee zu der Erpressung habe er beim Einkaufen bekommen. Konkrete Anregungen für die Tat habe er sich im Fernsehen besorgt. Vor der geplanten Geldübergabe konnten Polizei und Staatsanwaltschaft den 57-Jährigen jedoch ermitteln und festnehmen. Auf die Spur des Täters waren die Ermittler durch die Überwachungskamera in einem Nürnberger Internet-Café gekommen. Ein Schaden ist dem Neckarsulmer Lebensmittel-Discounter nicht entstanden.
Der Angeklagte war bereits 1985 vom Landgericht Nürnberg/Fürth wegen zehn Banküberfällen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.
Früherer Erpressungsversuch gegen Lidl
Der verhandelte Fall ist nicht der erste Erpressungsversuch gegen Lidl. Bereits 2003 hatten drei Männer 1,15 Millionen Euro von der Lebensmittelkette gefordert, andernfalls wollten sie vergiftete Marmeladengläser unter das Sortiment mischen. Ermittlern gelang es damals, eine elektronische Spur bis nach Spanien zurückzuverfolgen und die drei Männer zusammen mit einer rumänischen Kreditkartenfälscherbande festzunehmen. Die drei Erpresser wurden vom Landgericht Heilbronn zu Haftstrafen zwischen fünfeinhalb Jahren und 15 Monaten verurteilt.
