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Grund in der Ukraine

Mittwoch, 23. November 2005, 10:12 Uhr
Heiligenstadt (nnz). Als erster ausländischer Redner war der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund im ukrainischen Parlament zu Gast. Er war ein gefragter Gesprächspartner an Universitäten und in Bürgerforen. Für nnz hat er einen Reisebericht verfaßt.

Grund in der Ukraine (Foto: nnz) Grund in der Ukraine (Foto: nnz)
Als erster ausländischer Abgeordneter redete ein Thüringer im ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada. Manfred Grund aus Heiligenstadt, CDU Bundestagsabgeordneter, führte vom 15. bis 17. November eine Delegation des Bundestages nach Kiew an, um die deutsch-ukrainischen Beziehungen auf Parlamentsebene zu vertiefen.

Nach Deutschland möchte die Ukraine besondere Beziehungen pflegen. In einer Anhörung ein Jahr nach Beginn der orangenen Revolution waren Begleiter und Unterstützer aus Deutschland eingeladen, denn hierzulande hatte die orangene Revolution viel Sympathie und Unterstützung. Seit Jahren ist die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kiew vertreten, um über die parlamentarische Demokratie und die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland zu informieren. Claudia Nolte aus Ilmenau und Manfred Grund aus Heiligenstadt waren wiederholt gefragte Gäste in Kiew, Lwiw und Dniepopetrowsk. Abgeordneter Grund berichtete an Universitäten und in Bürgerforen von den Erfahrungen der friedlichen Wende 1989 in der DDR sowie aus der Bundestags-Enquete „Zivilgesellschaftliches Engagement“. Er knüpfte Kontakte zu Vertretern von Bürgervereinigungen und der neuen ukrainischen Parteien - ein Teil von ihnen hat die Hochschule oder die Werkbank inzwischen mit einem Platz in der Werchowna Rada getauscht.

In seiner Rede vor dem ukrainischen Parlament würdigte Manfred Grund den Umbruch 2004/2005 in der Ukraine als gesellschaftlichen Aufbruch, der zu einer Formierung der Zivilgesellschaft und zu Informationsfreiheit geführt hat. Unter Verweis auf das sinkende Lebensniveau in der Ukraine mahnte Grund aber auch, dass Freiheit allein nicht satt mache. Die ukrainische Regierung stehe in der Verantwortung, den Wohlstand der gesamten Bevölkerung zu heben. Manfred Grund verwies auf die schwierige wirtschaftliche Lage in den neuen deutschen Bundesländern und sagte für die Ukraine einen langen Wandel voraus, der nur erfolgreich sein könne, wenn er konsequent und mutig gegangen werde.
Die Ukraine erhofft sich von Deutschland weitere Unterstützung auf ihrem Weg nach Europa. Enge Kooperationen gibt es bereits heute im Bereich der Gesetzgebung, Rechtsprechung, der Infrastrukturplanung, der Aus- und Weiterbildung und der Terrorabwehr.
Autor: nnz

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