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Weiter Sorgenkind

Freitag, 18. November 2005, 12:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie galt bis vor Jahren als der Motor der Wirtschaft schlechthin – die Baubranche. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Aussichten sind geblieben. Einzelheiten einer Konjunkturanalyse des Landkreises Nordhausen mit einem einzigen Klick.


Die konjunkturelle Talfahrt im Thüringer Baugewerbe hat sich etwas verlangsamt. Im ersten Halbjahr 2005 erzielten die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten einen Umsatz von 957 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr musste die Branche „nur“ ein Minus von 4,5 % verkraften. Im Halbjahresvergleich 2004/2003 fiel der Umsatzverlust von 10,4 % noch mehr als doppelt so hoch aus.

Im Landkreis Nordhausen sieht die Entwicklung etwas erfreulicher aus. Obwohl sich auch hier die Zahl berichtspflichtiger Unternehmen (mehr als 20 Beschäftigte) reduziert hat, konnte ein Umsatzplus von 0,8 % gegenüber 2004 erreicht werden. Das deutet gleichfalls auf einen starken Produktivitätszuwachs hin. Das Umsatzvolumen der Thüringer Bauwirtschaft hat sich seit 1997 um mehr als die Hälfte verringert.

Der strukturelle Anpassungsprozess hat natürlich Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen. So schrumpfte die Anzahl der Thüringer Bauarbeiter von 1997 bis 2005 von rund 66.000 auf 23.000. Allein im 1. Halbjahr 2005 mussten 175 Thüringer Baufirmen einen Insolvenzantrag stellen. Im Landkreis Nordhausen waren im Vierteljahresdurchschnitt 2005 1.069 Beschäftigte im Baugewerbe tätig. Das sind 116 weniger als im Vergleichszeitraum 2004.

Das Baugewerbe befindet sich vor dem Hintergrund sinkender Investitionen weiter unter Druck. Viele der kleinen Baufirmen verfügen über eine geringe Eigenkapitalquote und leiden besonders stark unter dem ruinösen Wettbewerb und der schlechten Zahlungsmoral. Der Bausektor wird auch 2006 ein Sorgenkind der Konjunktur bleiben.
Autor: nnz

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