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KEIN FRIEDEN IN DEGAMBA

Patenschaft in großer Gefahr

Donnerstag, 16. Dezember 2021, 21:29 Uhr
Zwischen der Nordhäuser Montessori-Schule und der Degamba Schule in Äthiopien besteht seit Jahren eine rege schulische Partnerschaft. Die Paten aus Nordhausen halfen tatkräftig, um den Mädchen und Jungen in diesem armen Land ein gutes Lernen zu ermöglichen. Über die großartigen Erfolge dieser Partnerschaft berichtete regelmäßig Katrin Cieslak für die nnz...


Nordhausen/Degamba. Geholfen werden konnte mit Heften, Schreibwerkzeug, mit Sitzgelegenheiten, damit die Kinder nicht auf dem Boden hocken müssen, und vielen anderen schulischen Hilfen. Doch der Frieden in diesem Lande ist gefährdet. Kriegerische Auseinandersetzungen bringen alle bisherigen Bemühungen der Partner aus der Rolandstadt in Gefahr. Cieslak schreibt:

Liebe Äthiopienpaten und -freunde. Mit großer Trauer blicke ich auf die Entwicklung in Äthiopien. Nach wie vor wird dort gekämpft. Auch mir war die geplante Reise im November auf Grund der gefährlichen Lage nicht möglich. Seit Juni ist uns keinerlei Kontakt nach Degamba möglich. Inzwischen sind 6 Millionen Menschen in Tigray auf humanitäre Hilfe angewiesen und 1,6 Millionen Menschen von Hungersnot betroffen. Weiterhin wird keine Hilfe zugelassen. Viele Helfer wurden des Landes verwiesen oder zeitweise inhaftiert. 1,2 Millionen Menschen sind bereits geflohen. Unser Freund und Partner-Verbindungsmann Kiros ist, aus Angst vor einer Verhaftung, wie viele andere Tigrayer in Addis, bei Freunden untergetaucht.

Nachdem niemand eingreift, um die Kämpfe zu beenden, legen die Tigrayer nun ihre letzte Hoffnung auf ein Eingreifen des Pabstes. Hoffnungsvoll sehe auch ich deshalb auf das neue Jahr und wünsche mir, dass es endlich wieder Frieden in Äthiopien gibt und wir dann endlich wieder etwas aus Degamba hören und unsere Hilfe wirksam einsetzten können.
Autor: psg

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