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Auflösung im Landratsamt

Dienstag, 15. November 2005, 09:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Es bröckelt in der Behringstraße. Was die Verwaltung des Landkreises Nordhausen als Havariefall bezeichnet, hat eine doch schon lange Vorgeschichte.


Es war im Jahr 1997, da wurde das neue Landratsamt in Nordhausen eingeweiht. Über die Notwendigkeit eines Neubaus und über die Form der Finanzierung gab es im Vorfeld unterschiedliche Auffassungen der Fraktionen im Kreistag. Das ist nicht schlimm in einer Demokratie. Fakt es jedenfalls, pro Jahr müssen Leasingraten im sechsstelligen Euro-Bereich abgedrückt werden.

Wie sich in den zurückliegenden Jahren sukzessive zeigte, scheinen die Bauarbeiten nicht in der Qualität ausgeführt worden zu sein, wie das baubranchenüblich ist. So war am Rande der gestrigen Kreisausschusssitzung bekannt geworden, dass es seit Jahren bauliche Mängel in dem Palast aus Glas, Stahl und Beton gibt.

Neu hinzugekommen sind nun gelockerte Treppenstufen und Sockelfliesen in allen vier Aufgängen der Kreisverwaltung. Es ist so schlimm, dass aus Sicherheitsgründen ein Treppenhaus gesperrt werden musste, auch für Besucher. Für die Sanierung der Treppenhäuser sollen mehr als 58.500 Euro ausgegeben werden, das erste (gesperrte) soll noch in diesem Jahr repariert werden. Eine Gewährleistung gibt es nach Aussagen eines Mitarbeiters der Verwaltung nicht mehr, die sei im Jahr 2002 abgelaufen.

Jetzt aber soll geprüft werden, ob man doch noch Ansprüche geltend machen könnte. Aus den Reihen des Kreisausschusses wurde auch gefordert, eventuell eine Absenkung der jährlichen Leasingraten zu überprüfen. Bleibt die Frage, warum das alles erst jetzt in die Wege geleitet werden soll, wo es doch Schäden im Haus bereits seit Jahren gibt?
Autor: nnz

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