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SEK-Einsatz im Landkreis Nordhausen

Spitzenpolitiker bedroht

Mittwoch, 15. Dezember 2021, 07:51 Uhr
Am Dienstagnachmittag waren umfangreiche Kräfte der Thüringer Polizei im Einsatz. Sie konzentrierten sich auf die Festnahme eines Mannes in Bleicherode. Hier die Einzelheiten...

Der Verdächtige bei seiner Festnahme (Foto: S. Dietzel) Der Verdächtige bei seiner Festnahme (Foto: S. Dietzel)

Bereits am 14. Oktober 2019 drohte Christopher O. Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck auf Facebook mit Mord („Gute Möglichkeit ihn [...] zu erschießen“). Am 21. Oktober 2021 verurteilte ihn das Amtsgericht Nordhausen dafür zu sechs Monaten auf Bewährung.

Daraus gelernt hat Christopher O. scheinbar nichts. Am späten Dienstagnachmittag rückte das SEK und Kripo in Bleicherode an und durchsuchte die Wohnung von Christopher O. auf mögliche Schusswaffen. Auch ein Suchhund war im Einsatz. Der Grund für die Durchsuchung : Christopher O. hatte erneut mit Gewalt gedroht: In seinem Status eines Messengerdienst schrieb er bereits in der vergangenen Woche: „Mein Kumpel hat mir eine Waffe geliehen und nächste Woche werden im Bus einige Fahrgäste ihr blaues Wunder erleben.“ Die Staatsanwaltschaft ordnete die Durchsuchung an. Weil nicht auszuschließen war das O. tatsächlich eine Waffe besitzt und auch einsetze wurde das SEK aus Erfurt hinzugezogen.

Christopher O. war nicht in seiner Wohnung, wurde aber im Stadtgebiet von den Spezialeinsatzkräften aufgegriffen und unter Tränen zur Durchsuchung seiner Wohnung gebracht. Nach Informationen der nnz wurden bei der Durchsuchung keine Waffen gefunden.

Momentan ist auch nicht davon auszugehen, dass ein Haftbefehl erwirkt wird, da bei der Durchsuchung keine Waffen gefunden wurden.

Was heißt das jetzt für die vom Gericht ausgesprochene Bewährung? „Überhaupt nichts“, so Staatsanwalt Dirk Germerodt aus Mühlhausen. „Da Berufung eingelegt wurde, ist das Urteil nicht rechtskräftig.“

Bis zum Schluss bestritt O. während der Verhandlung die Morddrohung an Habeck je geschrieben zu haben. Die Indizien, so das Gericht, sprachen allerdings für die Schuld des Mannes, sein Motiv sei aber nicht politisch. O. soll damals unter einem Facebook Eintrag des Thüringer Landesverbandes Bündnis90/Grüne dazu aufgerufen haben, Habeck auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bleicherode zu erschießen.
Autor: psg

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