Drastisch weniger
Montag, 14. November 2005, 13:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Es gibt im weltweiten Web Tausende Informationsquellen. Die nnz ist eine davon. Hat aber die gute alte Zeitung deshalb ausgedient? Ein Leipziger Institut ist dieser Frage nachgegangen.
Die Leser von Zeitungen und Zeitschriften werden drastisch weniger. Wie eine aktuelle Studie des Leipziger Instituts für empirische Forschung LEIF ergibt, hat sich die Zahl der ostdeutschen Leser von Printmedien um etwa 500.000 innerhalb eines Jahres (von 2003 zu 2004) verringert. Ein starker Leser-Rückgang ist vor allem bei den Tageszeitungen zu verzeichnen. 58 % der Ostdeutschen lesen regelmäßig (mehrmals in der Woche) eine Tageszeitung. Ein Jahr zuvor (2003) hatten noch 62 % und vor fünf Jahren sogar 71 % mehrmals in der Woche eine Tageszeitung gelesen. Damit hat sich die Zahl dieser Leser um etwa 400.000 im Vergleich zum Vorjahr (2003) reduziert.
Zu diesen Ergebnissen gelangt das Leipziger Institut für empirische Forschung LEIF in einer aktuellen Studie ’MEDIEN 2005‘. Basis für diese Forschung ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.200 Einwohnern im Alter ab 16 Jahre in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.
Das reduzierte Interesse am Lesen von Zeitungen und Zeitschriften wirkt nach der Forschung ’MEDIEN 2005’ nicht nur auf Kauf-Zeitungen, sondern auch auf die kostenlos an Haushalte verteilten Anzeigenzeitungen. 2004 nahmen 308.000 Ostdeutsche weniger eine kostenlose Anzeigenzeitung zur Kenntnis.
Die Ursachen für den starken Rückgang der Leserzahl sind vielfältig, erklärt der Chef des LEIF-Institutes, Dr. Harald Schmidt. Es wirke zwar sehr stark der Mangel an Geld oder an Zeit. Aber es wächst das grundsätzliche Desinteresse am Lesen von Zeitungen. 2004 erklären 22 % der Nichtleser ihr Desinteresse (2003: 18 %). Stärker als in den Vorjahren weichen bisherige Leser von Printmedien auf andere Medien aus. 18 % der Nicht-Leser von Zeitungen begründen damit ihren Verzicht. Ein Jahr zuvor waren es zum Beispiel nur 12 %.
Der Verzicht auf das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften zeigt sich aber differenziert. 69 % der Internet-Nutzer lesen regelmäßig eine Zeitung. Im Jahr zuvor waren es noch 75 %. Das bestätigt den ’schleichenden’ Trend zur veränderten Mediennutzung, interpretiert der promovierte Leipziger Soziologe.
Mit zunehmendem Alter und höherer Bildung werden mehr Zeitungen bzw. Zeitschriften gelesen. 83 % der Senioren ab 65 plus, aber nur 48 % der 16- bis 19-jährigen gehören nach LEIF zu den regelmäßigen Lesern von Zeitungen. Vor allem Selbständige, leitende Angestellte und Rentner lesen Zeitung. Unterschiede gibt es in dieser Hinsicht bei den Bundesländern. Zum Beispiel lesen 74 % der Sachsen, aber nur 65 % der Berliner regelmäßig eine Zeitung.
Welche Themen sind in der täglichen Zeitung gefragt?
Regionale und globale Nachrichten sind die wichtigste Dienstleistung, die Tageszeitungen auch heute noch anbieten müssen. Dafür interessieren sich die meisten Leser., stellt der Soziologe Dr. Schmidt fest. 79 % der ostdeutschen Leser interessieren sich stark für regionale und 74 % für Welt-Nachrichten. Weitere wichtige Themen sind Soziales, Politik, Verbraucher-Tipps, Gesundheit gefolgt Reisen und Kultur. Wichtig sind für viele Leser auch Themen wie Tiere, Wirtschaft, Sport, Recht, aber auch Bildung und Technik (Reihenfolge = Rangfolge).
Wieder stark zugenommen hat das Interesse an Wirtschaftsthemen. 38 % der ostdeutschen Leser interessieren sich in starkem Maße für Wirtschaft - deutlich mehr als in den Vorjahren (2003: 24 %). Dr. Harald Schmidt: Wirtschaft ist offenbar für viele Bürger wieder spannender geworden. Die oft beschworene Krise in der deutschen Wirtschaft führt zu keiner Abstinenz in punkto Lese-Interesse von Wirtschaftsthemen.
Autor: nnzDie Leser von Zeitungen und Zeitschriften werden drastisch weniger. Wie eine aktuelle Studie des Leipziger Instituts für empirische Forschung LEIF ergibt, hat sich die Zahl der ostdeutschen Leser von Printmedien um etwa 500.000 innerhalb eines Jahres (von 2003 zu 2004) verringert. Ein starker Leser-Rückgang ist vor allem bei den Tageszeitungen zu verzeichnen. 58 % der Ostdeutschen lesen regelmäßig (mehrmals in der Woche) eine Tageszeitung. Ein Jahr zuvor (2003) hatten noch 62 % und vor fünf Jahren sogar 71 % mehrmals in der Woche eine Tageszeitung gelesen. Damit hat sich die Zahl dieser Leser um etwa 400.000 im Vergleich zum Vorjahr (2003) reduziert.
Zu diesen Ergebnissen gelangt das Leipziger Institut für empirische Forschung LEIF in einer aktuellen Studie ’MEDIEN 2005‘. Basis für diese Forschung ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.200 Einwohnern im Alter ab 16 Jahre in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.
Das reduzierte Interesse am Lesen von Zeitungen und Zeitschriften wirkt nach der Forschung ’MEDIEN 2005’ nicht nur auf Kauf-Zeitungen, sondern auch auf die kostenlos an Haushalte verteilten Anzeigenzeitungen. 2004 nahmen 308.000 Ostdeutsche weniger eine kostenlose Anzeigenzeitung zur Kenntnis.
Die Ursachen für den starken Rückgang der Leserzahl sind vielfältig, erklärt der Chef des LEIF-Institutes, Dr. Harald Schmidt. Es wirke zwar sehr stark der Mangel an Geld oder an Zeit. Aber es wächst das grundsätzliche Desinteresse am Lesen von Zeitungen. 2004 erklären 22 % der Nichtleser ihr Desinteresse (2003: 18 %). Stärker als in den Vorjahren weichen bisherige Leser von Printmedien auf andere Medien aus. 18 % der Nicht-Leser von Zeitungen begründen damit ihren Verzicht. Ein Jahr zuvor waren es zum Beispiel nur 12 %.
Der Verzicht auf das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften zeigt sich aber differenziert. 69 % der Internet-Nutzer lesen regelmäßig eine Zeitung. Im Jahr zuvor waren es noch 75 %. Das bestätigt den ’schleichenden’ Trend zur veränderten Mediennutzung, interpretiert der promovierte Leipziger Soziologe.
Mit zunehmendem Alter und höherer Bildung werden mehr Zeitungen bzw. Zeitschriften gelesen. 83 % der Senioren ab 65 plus, aber nur 48 % der 16- bis 19-jährigen gehören nach LEIF zu den regelmäßigen Lesern von Zeitungen. Vor allem Selbständige, leitende Angestellte und Rentner lesen Zeitung. Unterschiede gibt es in dieser Hinsicht bei den Bundesländern. Zum Beispiel lesen 74 % der Sachsen, aber nur 65 % der Berliner regelmäßig eine Zeitung.
Welche Themen sind in der täglichen Zeitung gefragt?
Regionale und globale Nachrichten sind die wichtigste Dienstleistung, die Tageszeitungen auch heute noch anbieten müssen. Dafür interessieren sich die meisten Leser., stellt der Soziologe Dr. Schmidt fest. 79 % der ostdeutschen Leser interessieren sich stark für regionale und 74 % für Welt-Nachrichten. Weitere wichtige Themen sind Soziales, Politik, Verbraucher-Tipps, Gesundheit gefolgt Reisen und Kultur. Wichtig sind für viele Leser auch Themen wie Tiere, Wirtschaft, Sport, Recht, aber auch Bildung und Technik (Reihenfolge = Rangfolge).
Wieder stark zugenommen hat das Interesse an Wirtschaftsthemen. 38 % der ostdeutschen Leser interessieren sich in starkem Maße für Wirtschaft - deutlich mehr als in den Vorjahren (2003: 24 %). Dr. Harald Schmidt: Wirtschaft ist offenbar für viele Bürger wieder spannender geworden. Die oft beschworene Krise in der deutschen Wirtschaft führt zu keiner Abstinenz in punkto Lese-Interesse von Wirtschaftsthemen.
