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Stiftung Warentest prüfte Tierschutzorganisationen

Tier­schutz ist ein emotionales Thema

Montag, 13. Dezember 2021, 17:09 Uhr
Für Tiere spenden viele Menschen gern, noch lieber als für Kinder in Not: Mit rund 29 Prozent wurde Tier­schutz als häufigster Spenden­zweck genannt. Das ergab eine repräsentative Umfrage zum Spendenverhalten, die Finanztest beim Markt­forschungs­institut GfK im September 2020 in Auftrag gegeben hatte...

Dabei geben Frauen tendenziell eher Geld für den Tier­schutz als Männer. Das zeigt, Tier­schutz ist ein sehr emotionales Thema, mit dem sich erfolg­reich Geld sammeln lässt. Deshalb tummeln sich in diesem Geschäfts­feld auch viele fragwürdige und unseriöse Organisationen.

Mit Herz und Verstand entscheiden
Grund genug für die Stiftung Warentest zu prüfen, ob die Organisationen die Gelder der Spende­rinnen und Spender wirt­schaftlich einsetzen und offen über ihre Tätig­keit Auskunft geben. Dafür haben wir zusammen mit dem Deutschen Zentral­institut für soziale Fragen (DZI) 38 Tier­schutz­organisationen befragt, von denen 23 detaillierte Unterlagen geschickt haben.
Es hat sich gezeigt, dass die Entscheidung, Geld für den Tier­schutz, etwa das örtliche Tierheim, den Arten­schutz oder die Abschaffung von Tierquälerei zu geben, weniger mit dem Herzen, sondern vor allem mit dem Verstand gefällt werden muss.

Nur 16 der 23 von uns untersuchten Organisationen verwenden die Gelder der Spendenden wirt­schaftlich, 22 sind ausreichend trans­parent. Aber nur drei der wirt­schaftlich arbeitenden Organisationen haben eine hohe Trans­parenz. Das zeigt die Übersicht der getesteten Tierschutzorganisationen.

Auswahl
Sie wollen für Tiere spenden? Wählen Sie eine Spenden­organisation, die Sie schon persönlich kennen und der Sie vertrauen. Sie können auch eine wirt­schaftlich arbeitende Organisation aus unserer Übersicht der Tierschutzorganisationen nehmen. Unbe­kannte Organisationen prüfen Sie mit der Checkliste.
Informieren.

Erste Anlauf­stelle ist die Internetseite der Spenden­organisation. Wenn dort umfassend über die Projekte informiert wird, die Leitung und Kontakt­adressen genannt werden sowie ein Jahres­bericht mit Finanzzahlen veröffent­licht wird, ist das positiv. Was Spender sonst noch wissen sollten, lesen Sie in unserem Special „So erkennen Sie seriöse Organisationen“.
Kosten.

Spenden bis 150 Euro sollten Sie möglichst nicht auf verschiedene Organisationen verteilen. Jede Spende verursacht Verwaltungs­kosten, die Ihren Spenden­betrag schmälern.

Steuer
Spenden an gemeinnützige Organisationen können Sie bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamt­betrags Ihrer Einkünfte als Sonder­ausgaben absetzen. Wie das geht, lesen Sie in unserem Special Spenden von der Steuer absetzen. Mit unserem Spendenrechner ermitteln Sie, wie viel Ihnen das Finanz­amt erlässt.

Sehr viele unbrauch­bare Antworten
Wir haben bei unserer Unter­suchung nichts Unmögliches verlangt. Als erstes bekam jede der 38 Tier­schutz­organisationen von uns – als Otto-Normal-Spender getarnt – eine E-Mail. Darin fragten wir nach den Spenden­projekten. Acht haben schon darauf nicht geant­wortet. Die anderen haben wir in einer zweiten E-Mail nach der Zusammenset­zung ihrer Ausgaben gefragt und danach, ob eine mögliche Spende von der Steuer abge­setzt werden kann. Danach haben wir einen kurzen Fragebogen verschickt und unter anderem auch nach den Ausgaben gefragt und Belege erbeten.
Nur 23 Organisationen haben sich unserer Prüfung gestellt (Über­sicht Tierschutzorganisationen). Gut zwei Dritteln konnten wir einen wirt­schaftlichen Umgang mit Spendengeldern attestieren. Allerdings sind zwei darunter, die für Rhein­land-Pfalz ein Samm­lungs­verbot haben (So haben wir getestet).

Unge­eignete Tier­schutz­organisationen
Die anderen 15 Tierschutzorganisationen verweigerten aus verschiedenen Gründen eine Auskunft: Mal war keine Zeit fürs Antworten, mal war Personal­mangel schuld und etwa die Hälfte der Organisationen begründete ihre Weigerung gar nicht oder meldete sich nicht. Das ist intrans­parent. Es bleibt unklar, wie diese Organisationen mit Spenden umgehen. Sie sind aus unserer Sicht für eine Spende unge­eignet.
Autor: red

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