Ausstellung klärt auf
Dienstag, 08. November 2005, 13:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Von 10.000 Menschen sind 15 bis 20 betroffen, deutlich mehr Jungen als Mädchen. Auch im Landkreis Nordhausen leben Menschen mit autistischer Behinderung. Darüber aufklären soll jetzt eine Ausstellung, die heute eröffnete.
Ausstellung klärt auf (Foto: nnz)
Mutter und Vater sind für einen Autisten wie Gegenstände. Er kann kaum zwischenmenschliche Beziehungen eingehen und lebt in seiner eigenen Welt. Andere Menschen nimmt er nicht anders wahr als Tisch oder Stuhl. Für die Eltern eines solchen Kindes ist das Zusammenleben nicht einfach. Vor 15 Jahren, als mein Sohn geboren wurde, war es noch viel schlimmer. Inzwischen ist Autismus kein Tabuthema mehr. Darüber freut sich Simone Urban, Vorsitzende des Vereins Hilfe für das autistische Kind. Der Verein stellt die Probleme der Behinderten und die Arbeit der Gruppe in einer Ausstellung im Landratsamt dar. Mit Bildern und Bastelarbeiten haben die Autisten zum Teil selbst mitgewirkt.
Heute eröffnete Loni Grünwald die Ausstellung. Sie bat um Verständnis für die Behinderten und möchte, daß es ihnen durch gezielte Aufklärung möglich wird am gesellschaftlichen Leben verstärkt teilzuhaben. Interessiert ließ sich die zweite Beigeordnete an den Tafeln erklären, was die Betroffenen bewegt.
Zwar ist Autismus eine Behinderung und keine Krankheit, außerdem nicht heilbar, aber geistig behindert müssen die Kinder nicht sein. Manche von ihnen sind hochintelligent, andere haben körperliche und geistige Defizite. Etwa 50 Prozent lernen nie sprechen. Manche schreiben oder malen jedoch gern. Die meisten haben ungewöhnliche Interessen für Dinge. Einige sind dargestellt auf einer Tafel mit Handabdrücken. Der 14jährige Christopher findet zum Beispiel Rasenmäher toll, während der zehnjährige Markus für alles auf Rädern Interesse zeigt. Deutlich wird auch, daß viel mehr Jungen als Mädchen vom Autismus in seinen unterschiedlichen Formen betroffen sind.
Dreißig Mitglieder sind im Verein organisiert, vor allem Eltern behinderter Kinder, aber auch Fördermitglieder. Sie gestalteten die Schautafeln. Die Ausstellung ist bis zum 30.11. zu den Öffnungszeiten des neuen Landratsamts im Foyer zu sehen. Der Verein hat außerdem eine Präsenz im Internet, wo Betroffene und Interessierte Informationen bekommen oder Kontakt aufnehmen können.
Autor: wf
Ausstellung klärt auf (Foto: nnz)
Mutter und Vater sind für einen Autisten wie Gegenstände. Er kann kaum zwischenmenschliche Beziehungen eingehen und lebt in seiner eigenen Welt. Andere Menschen nimmt er nicht anders wahr als Tisch oder Stuhl. Für die Eltern eines solchen Kindes ist das Zusammenleben nicht einfach. Vor 15 Jahren, als mein Sohn geboren wurde, war es noch viel schlimmer. Inzwischen ist Autismus kein Tabuthema mehr. Darüber freut sich Simone Urban, Vorsitzende des Vereins Hilfe für das autistische Kind. Der Verein stellt die Probleme der Behinderten und die Arbeit der Gruppe in einer Ausstellung im Landratsamt dar. Mit Bildern und Bastelarbeiten haben die Autisten zum Teil selbst mitgewirkt.
Heute eröffnete Loni Grünwald die Ausstellung. Sie bat um Verständnis für die Behinderten und möchte, daß es ihnen durch gezielte Aufklärung möglich wird am gesellschaftlichen Leben verstärkt teilzuhaben. Interessiert ließ sich die zweite Beigeordnete an den Tafeln erklären, was die Betroffenen bewegt.
Zwar ist Autismus eine Behinderung und keine Krankheit, außerdem nicht heilbar, aber geistig behindert müssen die Kinder nicht sein. Manche von ihnen sind hochintelligent, andere haben körperliche und geistige Defizite. Etwa 50 Prozent lernen nie sprechen. Manche schreiben oder malen jedoch gern. Die meisten haben ungewöhnliche Interessen für Dinge. Einige sind dargestellt auf einer Tafel mit Handabdrücken. Der 14jährige Christopher findet zum Beispiel Rasenmäher toll, während der zehnjährige Markus für alles auf Rädern Interesse zeigt. Deutlich wird auch, daß viel mehr Jungen als Mädchen vom Autismus in seinen unterschiedlichen Formen betroffen sind.
Dreißig Mitglieder sind im Verein organisiert, vor allem Eltern behinderter Kinder, aber auch Fördermitglieder. Sie gestalteten die Schautafeln. Die Ausstellung ist bis zum 30.11. zu den Öffnungszeiten des neuen Landratsamts im Foyer zu sehen. Der Verein hat außerdem eine Präsenz im Internet, wo Betroffene und Interessierte Informationen bekommen oder Kontakt aufnehmen können.
