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Baugewerbe - kein Licht am Horizont

Montag, 12. November 2001, 10:24 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Rezession der Bauindustrie wird auch 2001 nicht überwunden. Die Unternehmen bewerten ihre Lage extrem schlecht. Nur bei jedem zehnten Bauunternehmer laufen die Geschäfte gut, jeder Zweite dagegen zieht eine negative Bilanz. Das sagt die Konjunkturanalyse der IHK. Teil 4: Baugewerbe.


Ausgehend von den schlechten Auftragseingängen (59 Prozent der Befragten sprechen von Rückgang; mittlerweile hat jeder 2. Betrieb nur noch einen Auftragsbestand von einem Monat) ist auch im laufenden Jahr im gewerblichen Hoch- und Tiefbau erneut mit drastischen Schrumpfungen zu rechnen. Daraus ergibt sich die niedrige Kapazitätsauslastung. Da selbst in den wirtschaftlichen Ballungsgebieten wie Erfurt und Eisenach die Leerstandsquoten noch hoch liegen, bleibt die Lage im Wirtschaftsbau kritisch. Trotz niedriger Zinsen und sinkender Baupreise ist der Wohnungsbau am stärksten von der Baurezession betroffen. In Thüringen wird 2001 mit einem Rückgang der Bauinvestitionen von mehr als 10 Prozent gerechnet.

Gegenwärtig stehen 100.000 Wohnungen leer, davon 70.000 Wohnungen dauerhaft. Mit dem bisher landeseigenen Wohnraumstabilisierungsprogramm können jährlich ca. 5.000 Wohnungen vom Markt genommen werden. Demgegenüber werden aber durch die demografische Entwicklung in Thüringen ebenso viele Wohnungen jährlich wieder frei. Das angekündigte Stadtumbauprogramm Ost ist bisher eine Gleichung mit Unbekannten. Allein das Jahr 2002 ist gesichert! Der Bund will in 2002-2009 rund 2,2 Milliarden DM investieren, dazu sind Mittel der Kofinanzierung in die Landeshaushalte einzustellen. Das wäre ein Volumen von vier Milliarden DM bis zum Jahr 2009. Diese Mittel sind zum einen laufende Finanzierungszusagen aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost, dem Solidarpakt II und dem Länderfinanzausgleich sowie Umschichtungen der Mittel zu bestehenden Förderprogrammen des Bundesbauministeriums.

Dementsprechend haben sich die Erwartungen in die Zukunft verbessert. 16 Prozent der Unternehmen sehen einer Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit entgegen. Die rückläufigen Investitionsausgaben konzentrieren sich auf die Deckung des Ersatzbedarfes, in weitem Abstand gefolgt von Rationalisierungsanstrengungen. Der scharfe Wettbewerb führt zu weiter fallenden Preisen. 69 Prozent der Baubetriebe wollen ihr Personal reduzieren.
Autor: nnz

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