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Und weg damit!

Montag, 07. November 2005, 15:17 Uhr
Nordhausen (nnz). 243 - das ist nicht etwa die Bundesstraße zwischen Nordhausen und Herzberg, das ist die Zahl von Wohnungen, die im kommenden Jahr verschwinden werden. Wo Bagger künftig das Sagen haben, das hat jetzt die nnz erfahren.


Für den Abriss von weiteren 243 Wohnungen im kommenden Jahr haben die Nordhäuser Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Ein Großteil der Wohnungen in den zum Abriss vorgesehenen Häusern steht seit Jahren leer. Mit diesem Beschluss wurde die Stadtverwaltung zugleich beauftragt, die für den Abriss nötigen Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost /Rückbau“ zu beantragen.

Die 72 Wohnungen im Wohnblock der Zorgestraße 1-5 sind Eigentum der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und wurden Mitte der 1980-iger Jahre gebaut. Die 171 Wohnungen am Gutsweg gehören einem privaten Eigentümer und verteilen sich auf fünf Wohnblocks, die Mitte der 1970-iger Jahre gebaut wurden. In beiden Fällen stehen die Wohnungen dauerhaft und strukturell bedingt leer.

In der Zorgestraße ist bereits die Hälfte der Wohnungen unbewohnt. Die verbliebenen Mieter sind über den geplanten Abriss informiert. Ihnen wurden Ersatz-Wohnungen aus dem Bestand der SWG angeboten. Nach dem Abriss – vorgesehen für das letzte Quartal 2006 - soll das entstehende Areal eine Grünfläche und auf lange Sicht ein Platz für Gewerbebauten werden.

Die Wohnhäuser am Gutsweg 1 – 26 gehören einer privaten – und inzwischen insolventen – Wohnungsgesellschaft. Der Zustand der Wohnungen, so heißt es in der Beschlussvorlage, sei desolat. Gesunde Wohn- und Lebensverhältnisse könnten hier nicht mehr gesichert werden. Lediglich zwei Wohnungen seien noch bewohnt. Der Abriss der Wohnungen dort kann allerdings erst nach der Einigung mit dem jetzigen bzw. künftigen Eigentümer umgesetzt werden. Derzeit wird die Zwangsversteigerung des gesamten Wohneigentums der insolventen Gesellschaft vorbereitet. Dabei geht es um eine Gesamtfläche von 5,4 Hektar, inklusive 322 Wohnungen sowie 54 Garagen und einer Kleingartenanlage.

Den verbliebenen Mietern wird durch die Stadtverwaltung – in Zusammenarbeit mit der SWG – Ausweichwohnraum angeboten. Die Wohnungen am Gutsweg sind entsprechend des von den Stadträten 2002 beschlossenen Stadtentwicklungsplanes Teil des Stadtumbaugebietes „Gutsweg“. Sie zählen zu den so genannten „Wohnenklaven“, die mit ihrer Lage im Gewerbebereich südlich der Bahn-Anlagen keine langfristige Perspektive zur städtebaulichen Integration haben. Sie sind deshalb als künftige Stilllegungs- bzw. Rückbaugebiete eingestuft.
Autor: nnz

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