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Wieder stündlich

Sonntag, 06. November 2005, 17:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Wenn am 11. Dezember 2005 der neue Fahrplan in Kraft tritt, können sich die Südharzer nicht nur über stündliche Verbindungen nach und von Braunschweig und viel mehr Verbindungen als heute nach Berlin freuen. Auch am östlichen Ende der Strecke tut sich nach langem wieder einmal etwas positives...


"Durch eine leichte Verschiebung der Fahrpläne ist es den Planern gelungen, den alten Zustand wieder herzustellen: Es gibt wieder eine stündliche Verbindung vom Südharz nach Erfurt und zurück", freut sich Michael Reinboth von der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz". Diese Verbindung war im vergangenen Jahr der schlechten Infrastruktur der Erfurter Strecke zum Opfer gefallen. Nun ist sie wieder da. Zwar muss man jedes Mal in Nordhausen umsteigen, doch ist das Angebot ansonsten gut merkbar: "In Erfurt soll es zu jeder Stunde um die gleiche Minute losgehen,, und zwar um 7:06, 8:06, 9:06 und so weiter bis 19:06 und außer Samstag auch noch 20:06. Lediglich die Umsteigezeit in Nordhausen variiert, ist aber in jedem Fall ausreichend" erläutert Reinboth. In der Gegenrichtung kommen die Regionalbahnen zur Minute 57 in Erfurt an, die etwas schnelleren RE zur Minute 49.

Während zwischen dem Südharz und Nordhausen die neuen VT 648 pendeln, werden auf der Erfurter Strecke durchgängig die auch im Südharz wohl bekannten VT 642 (Desiro) eingesetzt, die über ähnliche Merkmale verfügen: Niederfluriger Einstieg, Platz für Fahrräder und Kinderwagen und Klimaanlage. "Das Reisen zwischen dem Südharz und der Landeshauptstadt von Thüringen gestaltet sich damit recht komfortabel" meint man bei "Höchste Eisenbahn".

Preiswert zwischen Braunschweig und Erfurt
Der Südharz könnte mittelbar auch von einem Anstieg der Durchgangsreisenden profitieren, denn nun besteht Montag bis Samstag mittags stündlich und ansonsten zweistündlich eine zwar nicht allzu schnelle, aber besonders am Wochenende recht preiswerte Verbindung zwischen Braunschweig und Erfurt über Herzberg. Bei einigen Verbindungen muss nur in Nordhausen umgestiegen werden, bei anderen zusätzlich in Herzberg. "Dies müsste einige Kunden dazu ermuntern, künftig den Weg durch den Südharz zu nehmen" meint Michael Reinboth. "Höchste Eisenbahn" jedenfalls will für diese neue Verbindung auf jeden Fall die Werbetrommel rühren.

Verbesserungen in alle Richtungen
Die Initiative weist darauf hin, dass es zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember "zu Verbesserungen in alle Richtungen" kommen wird. Denn neben den doppelt so häufigen Verbindungen nach und von Braunschweig und dem Stundentakt nach Erfurt werden die Fahrzeiten nach Göttingen um 2-3 Minuten und die nach Nordhausen um 4 Minuten verkürzt. Damit werden zwischen Northeim und Nordhausen nun die schnellsten Verbindungen seit der Wiederaufnahme des Reiseverkehrs 1989 angeboten. Mit 70 Minuten für 70 Kilometer wird hier eine gute Alternative zum Individualverkehr geschaffen.

"Die Erreichbarkeit des Südharzes auf der Schiene macht einen wirklichen Sprung nach vorn. Unsere Visionen sind fast in Erfüllung gegangen - fast deswegen, weil es leider keine durchgehenden Züge nach Erfurt gibt und auch die Verbindung nach Westen via Ottbergen nicht mehr besteht. Aber sonst stimmt es: Hannover stündlich, Braunschweig und Berlin ebenfalls, Erfurt, Halle - alle jede Stunde erreichbar. Und die Anschlüsse in Göttingen zum ICE nach Frankfurt sind ebenfalls sehr gut. Nach München fehlen immer noch einige Minuten, aber zumindestens aus Osterode kann man mit dem Bus über Northeim auch diese ICE gut erreichen" lautet das vorläufige Fazit der Initiative.

"Höchste Eisenbahn" hat aus diesem Anlass auch Lob für die Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover übrig. "Der eingeschlagene Kurs, viel über Investitionen zu machen und das Angebot punktuell zu verbessern, scheint sich als absolut richtig zu erweisen. Denn in Niedersachsen kann auch in Zeiten knapper Kassen immer noch etwas getan werden. Selbst eine - hoffentlich vermeidbare - Mittelkürzung dürfte die Konzepte in Niedersachsen so schnell nicht umwerfen" meint Michael Reinboth, der hofft, dass auch der neue Haltepunkt in Barbis sein Publikum finden wird. Man müsse allerdings, so der Sprecher weiter, mächtig aufpassen, dass "bei Koch und Steinbrück der öffentliche Nahverkehr nicht auf der Strecke bleibt".
Autor: nnz

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