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Van Asten schafft neue Technik an

Das kleine Energiesparschwein

Donnerstag, 04. November 2021, 12:09 Uhr
Unter steigenden Strompreisen hat auch die Industrie zu leiden. Die Schweinemäster von Van Asten haben sich für ihre Anlage in Uthleben deswegen jetzt ein "kleines Energiesparschwein" angeschafft...


“Nicht nur in Zeiten massiver Steigerungen der Energiepreise hat sich unser Unternehmen Gedanken gemacht, wie diese Kosten gesenkt werden können”, sagt die Geschäftsführerin der Van Asten Tierzucht Nordhausen, Monique van de Wolfshaar-van Asten. Zum Beispiel wurde bereits im Jahr 2019 am Unternehmensstandort Uthleben ein sogenannter “eSaver” installiert. Neben den möglichen Kosteneinsparungen stand für den technischen Leiter des Unternehmens, Martin Hesse, auch die Versorgungssicherheit im Mittelpunkt.

Den “eSaver” bezeichnet Hesse als das “kleine Energiesparschwein”, das vorhandene Frequenzschwankungen im Netz ausgleicht und so keinen Leistungsverlust mehr zulässt. Der Technikleiter erklärt. “Im Idealfall hat unser deutscher Strom eine Frequenz von 50 Hertz, grafisch gleicht er einer normalen, regelmäßigen Sinuskurve. In der Realität jedoch ist diese Sinuskurve von Ausbrüchen nach unten und nach oben durchzogen. Das hat zur Folge, dass nur rund 90 Prozent der elektrischen Energie wirklich genutzt werden können.”

Das "kleine Energiesparschwein" steht jetzt bei Van Asten (Foto: Van Asten) Das "kleine Energiesparschwein" steht jetzt bei Van Asten (Foto: Van Asten)

Jetzt kommt der “eSaver” der gleichnamigen Firma bei Stuttgart ins Spiel. Mittels eines Tiefpassfilters werden - wiederum grafisch betrachtet - die Stromlinien begradigt, die ungewollten Ausschläge der Sinuskurve nach oben und unten durch ein Magnetfeld geglättet. Dabei werden die Ausschläge bis zu einem gewissen Niveau im Magnetfeld abgefangen und als Wirkstrom wieder eingespeist. Unterm Strich heißt das für die Anlage in Uthleben eine Einsparung von effektiv 9,88 Prozent bei einer jährlichen Abnahme von rund drei Millionen Kilowattstunden.

Martin Hesse ist von der Leistungsfähigkeit der Anlage, die in einen normalen Schaltschrank passt, begeistert. Regelmäßig unterzieht er den “eSaver” manuellen Tests, um die Arbeitsweise zu kontrollieren. Bislang habe es noch keine Beanstandungen gegeben.

Trotz “eSaver” blickt Monique van de Wolfshaar-van Asten als Geschäftsführerin des Unternehmens mit großer Sorge auf die Entwicklung der Strompreise in Deutschland. Anfang dieses Jahres mussten für eine eingekaufte Kilowattstunde lediglich 3,7 Cent bezahlt werden, Ende Oktober waren es 13 Cent. Hinzu kommen die unterschiedlichsten Umlagen und Steuern in Höhe von 12,5 Cent je KWh.
Autor: red

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