Konjunktur: Branchen im Überblick
Freitag, 09. November 2001, 11:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Geschäftsklima-Indikator der Industriefirmen ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Punkte gesunken. Das Wachstum hat sich weiter abgeschwächt. Die Umsatzzuwächse des vergangenen Jahres wurden nicht mehr erreicht. Jedes dritte Unternehmen berichtet über zurückgegangene Auftragseingänge. Das sind die Kernpunkte der IHK-Konjunkturanalyse.
Im ersten Halbjahr konnten die Industrieunternehmen des Kammerbezirkes im Vergleich zum Vorjahr lediglich ein Umsatzplus von 3,1 Prozent erwirtschaften. Im vergangenen Jahr lag die Steigerungsrate noch bei 14,6 Prozent. Der Auslandsumsatz stieg im Berichtszeitraum um 15,1 Prozent; Vorjahr noch 33,0 Prozent. Damit erweist sich der Export noch immer als stabilisierendes Fundament. In der Bauwirtschaft ist die Stimmung unverändert schlecht. Ein ruinöser Wettbewerb sowie schlechte Zahlungsmoral dominieren das Branchenbild. Im 1. Halbjahr 2001 musste das Bauhauptgewerbe im Kammerbezirk einen Umsatzverlust von 11,8 Prozent verkraften. Der Arbeitskräfteabbau ist nicht gestoppt. 2.677 Bauarbeiter verloren ihren Job.
Die Budgets der privaten Haushalte sind zwar durch die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Steuerreform gestiegen. Infolge des starken Preisauftriebs bei Energie und Lebensmitteln hat sich jedoch der private Verbrauch bisher nicht als Wachstumsstütze erwiesen. Die Verbraucher haben das Vertrauen in die Konjunktur verloren. Im Einzelhandel befinden sich immer mehr Unternehmen auf Grund anhaltender Konsumschwäche in Existenznot. Die befragten Firmen haben ihre Umsatzerwartungen zurückgenommen und sich zu weiteren Personaleinstellungen zurückhaltend geäußert. Im Durchschnitt der ersten sechs Monate 2001 waren im Thüringer Einzelhandel 4,4 Prozent weniger beschäftigt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch fast jeder zweite Großhändler blickt pessimistisch in die Zukunft und rechnet mit Entlassungen. Die Lagebeurteilung im Verkehrsgewerbe ist nicht zuletzt aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise weiterhin angespannt. Fast die Hälfte der befragten Unternehmer arbeiten mit Verlust.
Der aktuelle Geschäftsklimaindikator im Gastgewerbe ist mit 86 Punkten auf den niedrigsten Wert seit 1991 gesunken. Jeder zweite Gastronom berichtet über einen negativen Geschäftsverlauf. Schuld am Gästeschwund sind in den Augen der Unternehmer steigende Lebenshaltungskosten, geringe Kaufkraft und hohe Arbeitslosigkeit. Die gedämpfte Stimmung in der Industrie strahlt nun auch auf die unternehmensnahen Dienstleister aus. Bei fast jeder zweiten Firma hat sich die Gewinnlage verschlechtert.
Nur die Versicherer sind weiterhin optimistisch und arbeiten mit Hochdruck an den Produkten der privaten Altersvorsorge.
Die gegenwärtige Konjunkturschwäche ist nicht nur auf das Nachlassen der weltwirtschaftlichen Dynamik, sondern auch auf die verhaltene Binnennachfrage zurückzuführen. Aus den aktuellen Indikatoren zur Wirtschaftsentwicklung sind kaum positive Signale erkennbar. Die Industrie verliert an Zugkraft. Das Baugewerbe bleibt Sorgenkind. Im derzeit trüben konjunkturellen Umfeld erweist sich lediglich der Export als hoffnungsvolle Stütze.
Autor: nnzIm ersten Halbjahr konnten die Industrieunternehmen des Kammerbezirkes im Vergleich zum Vorjahr lediglich ein Umsatzplus von 3,1 Prozent erwirtschaften. Im vergangenen Jahr lag die Steigerungsrate noch bei 14,6 Prozent. Der Auslandsumsatz stieg im Berichtszeitraum um 15,1 Prozent; Vorjahr noch 33,0 Prozent. Damit erweist sich der Export noch immer als stabilisierendes Fundament. In der Bauwirtschaft ist die Stimmung unverändert schlecht. Ein ruinöser Wettbewerb sowie schlechte Zahlungsmoral dominieren das Branchenbild. Im 1. Halbjahr 2001 musste das Bauhauptgewerbe im Kammerbezirk einen Umsatzverlust von 11,8 Prozent verkraften. Der Arbeitskräfteabbau ist nicht gestoppt. 2.677 Bauarbeiter verloren ihren Job.
Die Budgets der privaten Haushalte sind zwar durch die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Steuerreform gestiegen. Infolge des starken Preisauftriebs bei Energie und Lebensmitteln hat sich jedoch der private Verbrauch bisher nicht als Wachstumsstütze erwiesen. Die Verbraucher haben das Vertrauen in die Konjunktur verloren. Im Einzelhandel befinden sich immer mehr Unternehmen auf Grund anhaltender Konsumschwäche in Existenznot. Die befragten Firmen haben ihre Umsatzerwartungen zurückgenommen und sich zu weiteren Personaleinstellungen zurückhaltend geäußert. Im Durchschnitt der ersten sechs Monate 2001 waren im Thüringer Einzelhandel 4,4 Prozent weniger beschäftigt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch fast jeder zweite Großhändler blickt pessimistisch in die Zukunft und rechnet mit Entlassungen. Die Lagebeurteilung im Verkehrsgewerbe ist nicht zuletzt aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise weiterhin angespannt. Fast die Hälfte der befragten Unternehmer arbeiten mit Verlust.
Der aktuelle Geschäftsklimaindikator im Gastgewerbe ist mit 86 Punkten auf den niedrigsten Wert seit 1991 gesunken. Jeder zweite Gastronom berichtet über einen negativen Geschäftsverlauf. Schuld am Gästeschwund sind in den Augen der Unternehmer steigende Lebenshaltungskosten, geringe Kaufkraft und hohe Arbeitslosigkeit. Die gedämpfte Stimmung in der Industrie strahlt nun auch auf die unternehmensnahen Dienstleister aus. Bei fast jeder zweiten Firma hat sich die Gewinnlage verschlechtert.
Nur die Versicherer sind weiterhin optimistisch und arbeiten mit Hochdruck an den Produkten der privaten Altersvorsorge.
Die gegenwärtige Konjunkturschwäche ist nicht nur auf das Nachlassen der weltwirtschaftlichen Dynamik, sondern auch auf die verhaltene Binnennachfrage zurückzuführen. Aus den aktuellen Indikatoren zur Wirtschaftsentwicklung sind kaum positive Signale erkennbar. Die Industrie verliert an Zugkraft. Das Baugewerbe bleibt Sorgenkind. Im derzeit trüben konjunkturellen Umfeld erweist sich lediglich der Export als hoffnungsvolle Stütze.
