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Theater: Unterschriften und Mikado

Freitag, 09. November 2001, 10:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Wie geht es nach dem Jahr 2003 mit dem Nordhäuser Theater weiter? Die Frage ­ so scheint es ­ bewegt in Nordhausen kaum die kulturinteressierten Gemüter. In anderen Thüringer Regionen wird dagegen richtig Druck gemacht. nnz hat sich umgesehen.


Die Macher des Thüringer Kunst- und Wissenschaftsministeriums hatten es sich einfach vorgestellt: Ein Verbund zwischen dem Theatern in Nordhausen und den Häusern in Eisenach, Rudolstadt und Saalfeld sollte es künftig sein. Der „bescheidene Rest der Landschaft“ bleibt nahezu unberührt. Der aber ist wichtig und mit ihm die (gemeinsame?) Zukunft von Weimar und Erfurt. In und um Nordhausen ist man der Meinung, dass erst dieser dicke Brocken abgehandelt werden muß. Im Norden haben sich Theaterfreunde wohl schon mit dem vor allem bei Politikern beliebten Mikado-Spiel angefreundet? „Wer sich zuerst bewegt, der hat verloren“, diese Parole wurde bereits vor Monaten im Nordhäuser Stadtrat ausgegeben. Komisch ­ diesmal scheinen sich alle Fraktionen daran zu halten.

In Eisenach, Rudolstadt oder Saalfeld ist das anders. Da wurden schon mal vorab rund 30.000 Unterschriften gesammelt. Unterschrieben hat da unter anderem der Präsident des Internationalen Richard-Wagner-Verbandes, Josef Lienhart. Die Unterschriftenaktion läuft unter dem Motto: „Hände weg von unserem Theater!“ und die Listen sollen medienwirksam an Ministerin Dagmar Schipanski übergeben werden. Die Aktionen der Eisenacher, Rudolstädter und Saalfelder zeigten erste Früchte, der geplante Verbund war kürzlich gescheitert.

In Nordhausen geht man immer noch davon aus, dass beide Theater ihre Selbständigkeit behalten. In Erfurt wird indes in einem neuen Gutachten geprüft, welche Möglichkeiten für beide Theaterstandorte bestehen. In Eisenach oder Rudolstadt werden trotzdem weiter fleißig Unterschriften gesammelt, in Nordhausen wird weiter Mikado gespielt.
Autor: nnz

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