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Trio soll’s richten

Mittwoch, 26. Oktober 2005, 08:19 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte vor einigen Tagen über eine längere Auszeit des Direktors des Jugendsozialwerks in Nordhausen berichtet. Nun könnte sich Dr. Wolfgang Jessen für immer verabschieden. Die nnz mit einer Bestandsaufnahme.


Dr. Jessen wird vermutlich nicht wieder nach Nordhausen zurückkehren, das ist die Meinung von Tilly Pape, einer der Direktoren im Jugendsozialwerk. Er wäre womöglich auch nie richtig angekommen. Möglicherweise könnte der Verein, der rund 1.200 Frauen und Männer in Thüringen und anderen Bundesländern beschäftigt, nun von einem Dreigestirn geführt werden. Tilly Pape, Andreas Weigel und Katharina Brode sind bislang im Impressum des Webauftritts als Direktoren ausgewiesen.

Künftig sollen aus diesen Direktoren Geschäftsführer werden. Das klingt nicht so hochtrabend. Einer aus dem Trio muß jedoch das Sagen haben, er muß die „letzten“ Entscheidungen treffen. Vermutlich, so flüstert man in der Arnoldstraße, soll diesen Job Andreas Weigel machen.

Nach dem schrittweisen Abgang von Jessen muß nun Ruhe in den Verein kommen, vor allem Aufgaben müssen klar verteilt werden. Wie immer, wenn es in der Führung rumort, dann werden die zweite und dritte Reihe munter. Man wittert „Chancen“. Das allerdings soll im Keime erstickt werden. „Wir müssen jetzt an einem Strang ziehen“, hört man aus dem JUSOWE. Bleibt da die Frage, war da bislang nicht so? Das Betriebsergebnis sei hervorragend, kann Direktorin Tilly Pape zitiert werden.

Doch die Zahlen auf der Erlösseite stammen auch – und zunehmend mehr – aus den Auslandsaktivitäten, die Thomas Pape in den vergangenen Jahren vorbereitet hatte. Afrika und der Nahe Osten waren die Spielwiesen von Projekten, die international ausgeschrieben wurden und bei denen die Nordhäuser die Nase vorn hatten. Und erinnern wir uns: In einem nnz-Interview hatte Dr. Jessen gerade auf der Erlösseite einen Schwerpunkt seiner bisherigen Arbeit gesehen. Mehr Geld in die Kassen spülen, um so soziale Projekte, die durch die klammen öffentlichen Kassen gefährdet sind, weiter am Leben zu erhalten.

Jessen kam von der GTZ, einer Organisation, die sich im Ausland verdingt. Er hatte die Kontakte, er kannte sich aus in der großen weiten Welt, er wollte sich auch in Nordhausen auskennen. Vermutlich war dieses Nordhausen zu klein? Vielleicht auch für seine Visionen? Die müssen sein, die kosten auch – das ist klar. Da muß auch mal mehr ausgegeben werden, weil sich Erfolge, sprich sprudelnde Erlöse, nicht in einem Monat, sondern erst in ein oder zwei Jahren einstellen werden. Aber letztlich – auch das steht fest – alles muß bezahlt werden.
Autor: nnz

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