Ruhende Kugeln
Dienstag, 25. Oktober 2005, 12:08 Uhr
Nordhausen (nnz). So richtig ist bislang keine Bewegung in eine neue Struktur des Landkreises Nordhausen gekommen. Die ist jedoch, angesichts der Finanzausstattung der Kommunen dringend notwendig. Doch momentan ruhen die Kugeln. Fragt sich nur, wie lange noch.
Da gibt es zwar das Begehren der kleinen Gemeinden Rodishain und Stempeda in Richtung Nordhausen. Aber mal ehrlich, wäre die Sache mit der kostengünstigen Abwasserlösung nicht gewesen, dann würden die zwei Dörfer in Südharzer Gemeinschaft ausharren bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Rodishain und Stempeda wollten sich mit dem Gang zur Rolandstadt retten, von formerischen Lösungen kann dabei wohl kaum die Rede sein. Da herrschte eher Wühltischmentalität so nach dem Motto: Wo bekomme ich was am günstigsten? Aber das wird jetzt offiziell als der große Wurf betrachtet. Der große Wurf der steht noch aus und wenn die Kugeln richtig in Gang kommen, dann wird – da sind sich Experten einig – nichts mehr so sein wie bisher.
Doch momentan werden die Kugeln noch im Ruhestand gehalten. Konkreter ausgedrückt – sie werden blockiert, schließlich sollen im kommenden Jahr hauptamtliche Bürgermeister in Nordhausen, Ellrich, Sollstedt und in Bleicherode gewählt werden. Gehen wir mal vom offiziellen Fall aus: Niemand weiß bislang, wer in den Jahren nach 2006 das Sagen in den vier Kommunen haben wird. Offiziell gibt es noch keine Kandidaten. Und sollte es die geben, selbst dann wird der Ball flach gehalten. Wer will mit einer Gebietsveränderung schon in den Wahlkampf ziehen, der im Jahr 2006 ein sehr persönlicher sein wird.
Wenn die Bürgermeister und dazu noch ein Landrat zu wählen sind, dann schaut der Wahl-Bürger nicht so sehr auf die Parteibücher, sondern eher auf die Personen. Und die wollen gewinnen, denn es geht schlicht und ergreifend um Macht. Um die Beibehaltung der bisherigen oder die politische Eroberung neuer Claims. Mit Hilfe der Bürger.
Doch dann – zur Mitte des kommenden Jahres – werden die Kugeln rollen. Sie müssen rollen, denn die Gemeinden sind, ob mit oder ohne neuen Bürgermeister und Landrat am Ende. Und so bleibt nur das Ziel der Neugestaltung des Landkreises. Effizienz statt Heimatgefühl – wird die Devise sein. Und da kann es durchaus möglich sein, dass Gemeinden den Kreisverband verlassen. Als Magnet wird die Kreisstadt wirken, sie ist so zusagen gesetzt. Doch die, die dort gern hinwollen, die werden von Hoheitsgebieten jener behindert, die alles beim Alten lassen wollen. Letztlich wird es nur die Frage sein, wie groß wird Nordhausen oder konkreter ausgedrückt: Wie groß lässt man es werden?
In der Pflicht ist aber auch das Land Thüringen. Das wird seine Strategie der Freiwilligkeit kaum bis zum Jahr 2009 durchhalten können. Mit dem Appell an die Vernunft oder mit der Prämierung der Freiwilligkeit ist es allein nicht getan. Das Land muß Kriterien wie die Mindesteinwohnergröße auf den Tisch legen und es muß Fristen nennen.
Autor: nnzDa gibt es zwar das Begehren der kleinen Gemeinden Rodishain und Stempeda in Richtung Nordhausen. Aber mal ehrlich, wäre die Sache mit der kostengünstigen Abwasserlösung nicht gewesen, dann würden die zwei Dörfer in Südharzer Gemeinschaft ausharren bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Rodishain und Stempeda wollten sich mit dem Gang zur Rolandstadt retten, von formerischen Lösungen kann dabei wohl kaum die Rede sein. Da herrschte eher Wühltischmentalität so nach dem Motto: Wo bekomme ich was am günstigsten? Aber das wird jetzt offiziell als der große Wurf betrachtet. Der große Wurf der steht noch aus und wenn die Kugeln richtig in Gang kommen, dann wird – da sind sich Experten einig – nichts mehr so sein wie bisher.
Doch momentan werden die Kugeln noch im Ruhestand gehalten. Konkreter ausgedrückt – sie werden blockiert, schließlich sollen im kommenden Jahr hauptamtliche Bürgermeister in Nordhausen, Ellrich, Sollstedt und in Bleicherode gewählt werden. Gehen wir mal vom offiziellen Fall aus: Niemand weiß bislang, wer in den Jahren nach 2006 das Sagen in den vier Kommunen haben wird. Offiziell gibt es noch keine Kandidaten. Und sollte es die geben, selbst dann wird der Ball flach gehalten. Wer will mit einer Gebietsveränderung schon in den Wahlkampf ziehen, der im Jahr 2006 ein sehr persönlicher sein wird.
Wenn die Bürgermeister und dazu noch ein Landrat zu wählen sind, dann schaut der Wahl-Bürger nicht so sehr auf die Parteibücher, sondern eher auf die Personen. Und die wollen gewinnen, denn es geht schlicht und ergreifend um Macht. Um die Beibehaltung der bisherigen oder die politische Eroberung neuer Claims. Mit Hilfe der Bürger.
Doch dann – zur Mitte des kommenden Jahres – werden die Kugeln rollen. Sie müssen rollen, denn die Gemeinden sind, ob mit oder ohne neuen Bürgermeister und Landrat am Ende. Und so bleibt nur das Ziel der Neugestaltung des Landkreises. Effizienz statt Heimatgefühl – wird die Devise sein. Und da kann es durchaus möglich sein, dass Gemeinden den Kreisverband verlassen. Als Magnet wird die Kreisstadt wirken, sie ist so zusagen gesetzt. Doch die, die dort gern hinwollen, die werden von Hoheitsgebieten jener behindert, die alles beim Alten lassen wollen. Letztlich wird es nur die Frage sein, wie groß wird Nordhausen oder konkreter ausgedrückt: Wie groß lässt man es werden?
In der Pflicht ist aber auch das Land Thüringen. Das wird seine Strategie der Freiwilligkeit kaum bis zum Jahr 2009 durchhalten können. Mit dem Appell an die Vernunft oder mit der Prämierung der Freiwilligkeit ist es allein nicht getan. Das Land muß Kriterien wie die Mindesteinwohnergröße auf den Tisch legen und es muß Fristen nennen.
