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Ein grandioses Konzert

Montag, 04. Oktober 2021, 09:44 Uhr
Blumen als Dank für die grandiose Leistung (Foto: privat) Blumen als Dank für die grandiose Leistung (Foto: privat) Was für ein fulminanter Auftakt der Reihe der Sinfoniekonzerte der neuen Spielzeit! Eine Leserin der Nordthüringer Online Zeitungen ist heute noch ganz beseelt vom Konzerterlebnis am gestrigen Abend. Als regelmäßige Konzertbesucherin war sie besonders neugierig auf den Neuen, auf Tomo Keller. Und sie war mehr als gespannt darauf, wie das wohl gehen kann, was da angekündigt war: das „play-direkt“-Projektů

Tomo Keller sollte also laut Programm als Leiter vom Konzertmeistersitz aus gleichermaßen als Konzertmeister, Dirigent und Solist wirken. Somit soll gemeinsames Musizieren und die Mitverantwortung jedes Einzelnen für das Gesamtkunstwerk mehr im Vordergrund stehen. Ich habe mich als musikliebender Laie schon gefragt, wie das funktionieren kann, hatte ich doch so ein Konzert tatsächlich noch nicht erlebt.

Und wie das funktionieren kann! Tomo Keller hat das meisterhaft bewiesen. Die für mich neue Form der Leitung ist eine unglaubliche Bereicherung in dieser Spielzeit.

Den Auftakt bildete gestern Abend Joseph Haydn. Keller und Orchester haben sofort die Zuhörer in ihren Bann gesogen. Grandios anschließend Mozarts Konzert für Violine und Orchester. Tomo Keller stand vorn, aber nicht als Dirigent im eigentlichen Sinn, sondern dem Publikum zugewandt mit seiner Violine und gänzlich ohne Notenblatt. Dabei hat er nicht nur mit seinen unglaublichen Soli brilliert, sondern er hatte ganz klar die Regie und sein Orchester im Blick und riss dieses förmlich mit. Ich hatte das Gefühl, die ganze Zeit den Atem angehalten zu haben. Eine unfassbare Leistung von Keller, die vom Publikum minutenlang honoriert wurde.

Anschließend gab es von dem uns Nordhäusern schon gut bekannten Christoph Ehrenfellner ein in diesem Jahr komponiertes Stück mit dem Titel „Wiener G`schichten“. Einen Tag vorher war in Sondershausen die Uraufführung. Auch das war toll umgesetzt von den Loh-Musikern, auch wenn mir persönlich die Fantasie für das Wienerische dabei fehlte. Aber das ist nur meine ganz persönliche Ansicht, die meine Hochachtung vor der „handwerklichen“ Umsetzung durch die Musiker nicht schmälern soll.

Nach der Pause gab es Beethovens 2. Sinfonie. Auch hier stockte einem der Atem. Keller „dirigierte“ vom Konzertmeister-Platz aus und hatte somit nicht nur seinen Part instrumental beizutragen, sondern dazu alle Musiker fest im Blick. Die Leitung durch sein Spiel und die Körpersprache gleichermaßen waren atemberaubend. Eine absolute Glanzleistung unseres Loh-Orchesters.

Heute früh, also am Tag danach, habe ich voller Euphorie in Erinnerung des gestrigen Konzerts die Vita von Tomo Keller gegoogelt. Unglaublich. Noch keine 50 Jahre und ein so herausragendes Genie auf unzähligen großen Bühnen der Welt. Und jetzt für die aktuelle Spielzeit in Nordhausen. Wow. Wie großartig ist das denn. Die neu erscheinenden Wege gefielen nicht nur mir herausragend gut, sondern auch den Konzertbesuchern, die unser Theater soweit komplett füllten, wie es die Corona-Reglungen zuließen.

Sie dankten es mit sehr viel Applaus und Standing Ovations. Nun freue ich mich schon unbändig auf das nächste Konzert unseres wunderbaren Loh-Orchesters am 6. November in Sondershausen oder am 7. November in Nordhausen. Wahrscheinlich ist man gut beraten, sich rechtzeitig um Karten zu kümmern.
Constance Z., der vollständige Name ist der Redaktion bekannt
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Autor: psg

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