Unsicherheit bei Gekündigten
Donnerstag, 20. Oktober 2005, 10:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Es ist schon merkwürdig, was da beim Nordhäuser Traditionsunternehmen FMN vor sich geht. Womöglich soll die öffentliche Hand einen großen Teil der Gehälter der 60 gekündigten Mitarbeiter zahlen.
Was kann man eigentlich einem Menschen, der jahre- und jahrzehntelang für eine Firma gearbeitet hat, noch antun? Das fragen sich viele der 60 Männer und Frauen, die bei FMN Telefone zusammenschraubten und nun quasi vor den Trümmern ihres Arbeitslebens stehen. Nun Geschäftsaufgaben oder Insolvenzen nichts außergewöhnliches in einem globaler werdenden Markt. Doch schaut man von Nordhausen in alten Bundesländer, dann können die Betroffenen schon neidisch werden. Da werden einem Autoschrauber bei Volkswagen nach 30 bis 40 Arbeitsjahren bis zu 250.000 Euro Abfindung gezahlt. Derjenige, der 40 Jahre an der Grimmelallee in Nordhausen arbeitete, der soll pro Arbeitsjahr 100 Euro erhalten. Und das auch nur, wenn es im kommenden Jahr wieder nach oben geht. All das aber ist in keinem Sozialplan zu finden. Den gibt es nicht bei FMN. Dank des Betriebsrates.
Noch am Freitag vergangener Woche kamen einige der FMN-Leute zur IG Metall und berichteten über ausgesprochene Drohungen seitens der Geschäftsleitung mit den Top-Gehältern. Sollten die gefeuerten Mitarbeiter nicht den Vorschlägen zustimmen, dann drohen ihnen Sanktionen seitens der Agentur für Arbeit. Das dem nicht so ist, darüber informierte sich IG-Metallerin Astrid Schwarz-Zaplinski in der Agentur. Dort prüfe man derzeit, ob ein Kurzarbeitergeld überhaupt gezahlt werden kann. Zwar habe das Unternehmen einen Zuschuss angekündigt, doch die Wochenarbeitszeit soll zuvor vorsorglich von 38 auf 30 Wochenstunden heruntergefahren worden sein.
Merkwürdigkeiten gebe es auch hinsichtlich des unterschriebenen Interessenausgleichs zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung. Der soll nach Informationen der nnz am 10. Oktober noch ohne Unterschrift gewesen sein, einige Tag später jedoch das Datum des 30. September getragen haben. Spannend wird es für die Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes erst dann, wenn sie ihre Gehalts- und Lohnabrechnungen für den Oktober in der Tasche haben.
Autor: nnzWas kann man eigentlich einem Menschen, der jahre- und jahrzehntelang für eine Firma gearbeitet hat, noch antun? Das fragen sich viele der 60 Männer und Frauen, die bei FMN Telefone zusammenschraubten und nun quasi vor den Trümmern ihres Arbeitslebens stehen. Nun Geschäftsaufgaben oder Insolvenzen nichts außergewöhnliches in einem globaler werdenden Markt. Doch schaut man von Nordhausen in alten Bundesländer, dann können die Betroffenen schon neidisch werden. Da werden einem Autoschrauber bei Volkswagen nach 30 bis 40 Arbeitsjahren bis zu 250.000 Euro Abfindung gezahlt. Derjenige, der 40 Jahre an der Grimmelallee in Nordhausen arbeitete, der soll pro Arbeitsjahr 100 Euro erhalten. Und das auch nur, wenn es im kommenden Jahr wieder nach oben geht. All das aber ist in keinem Sozialplan zu finden. Den gibt es nicht bei FMN. Dank des Betriebsrates.
Noch am Freitag vergangener Woche kamen einige der FMN-Leute zur IG Metall und berichteten über ausgesprochene Drohungen seitens der Geschäftsleitung mit den Top-Gehältern. Sollten die gefeuerten Mitarbeiter nicht den Vorschlägen zustimmen, dann drohen ihnen Sanktionen seitens der Agentur für Arbeit. Das dem nicht so ist, darüber informierte sich IG-Metallerin Astrid Schwarz-Zaplinski in der Agentur. Dort prüfe man derzeit, ob ein Kurzarbeitergeld überhaupt gezahlt werden kann. Zwar habe das Unternehmen einen Zuschuss angekündigt, doch die Wochenarbeitszeit soll zuvor vorsorglich von 38 auf 30 Wochenstunden heruntergefahren worden sein.
Merkwürdigkeiten gebe es auch hinsichtlich des unterschriebenen Interessenausgleichs zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung. Der soll nach Informationen der nnz am 10. Oktober noch ohne Unterschrift gewesen sein, einige Tag später jedoch das Datum des 30. September getragen haben. Spannend wird es für die Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes erst dann, wenn sie ihre Gehalts- und Lohnabrechnungen für den Oktober in der Tasche haben.
