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Wahlkampf auf dem Rathausplatz

Keine besonderen Vorkommnisse

Samstag, 11. September 2021, 17:13 Uhr
Drei Redner schickte die Alternative für Deutschland heute auf den Nordhäuser Rathausplatz, darunter auch den Thüringer Parteivorsitzenden Höcke. Inhaltlich wurde geboten was zu erwarten war, der Protest gegen die AfD blieb fast unmerklich…

Rund 250 Leute kamen auf den Rathausplatz, den AfD-Rednern zu lauschen. Den Anfang machte der Europabgeordnete Maximilian Krah. Die Nordhäuserinnen und Nordhäuser seien „die vergessenen Männer und Frauen im Land“, in Berlin würde man sie nicht mögen, da man hier noch selbstständig denke, meinte der. Die Eltern und Großeltern wussten noch was richtig und falsch ist und die würden Stolz sein auf die Anwesenden.

Den „Schwachköpfen“ in Berlin dürfe man nicht vertrauen, sie seien „Einwanderungsgeil“ und wollten allein „Ersatzproletariat“ nach Deutschland holen. In diesem Duktus ging es weiter, die „linken Spinner“ und „Neokommunisten“ würden dafür sorgen dass man in einem Land leben ohne Sicherheit müsse, in dem man seinen Nachbarn nicht mehr kennt. Der Gegenprotest hält sich derweil mit gut sechs Leuten sehr in Grenzen, und ist kaum länger als zwei Minuten hörbar.

AfD Landeschef Björn Höcke heute auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: agl) AfD Landeschef Björn Höcke heute auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: agl)


Björn Höcke legt nach, warnt für den kommenden Urnengang vor Wahlmanipulation und „dunklen Hintermännern“. Von der Briefwahl rät er ab, hält dazu an vor Ort zu wählen, dort zu bleiben und als Wahlbeobachter zu fungieren. Dann Reminiszenz an die Vergangenheit: den Durchbruch für die Sache der AfD habe damals Thilo Sarrazin gebracht. Eine entsprechende Requisite hat Höcke auch gleich mitgebracht - eine Ausgabe der Bildzeitung, Titel: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Seitdem sei die „Substanz des Landes fast aufgezehrt“ worden. Man brauche eine „Verabschiedungskultur“ und eine „Willkommenskultur“ für Kinder, deutsche Kinder versteht sich. Höcke erinnert auch an die Anschläge vom 11. September, die sich heute zum 20. mal jähren. War es Terrorismus oder eine Aktion des „tiefen Staates“? Höcke weiß es nicht, vermutet die Wahrheit „irgendwo in der Mitte“. Der Abzug aus Afghanistan habe gezeigt, dass die USA in ihrer imperialen Politik am Ende sein und sich Deutschland von seinem „Hegemon“ lösen müsse.

Weiter: Corona ist nicht gefährlicher als die Grippe, eine epidemische Lage habe es im Land nie gegeben, man sei von Medien und Politik angelogen worden um Angst zu schüren und die Impfung ist „Plörre“. Das Land ist voller Ausländer, von denen viele Kriminell seien, allen voran Afghanen. Eine echte Opposition die das Land wieder „schön und großartig“ macht, gäbe es nur mit der AfD, alle anderen sind „Kartellparteien“. Von seinem Publikum erntet Höcke viel Applaus, wird im Nachgang regelrecht belagert.

Nachdem Höcke weg ist verschwindet auch ein Teil der Zuschauer. Jürgen Pohl muss den Abschluss machen, arbeitet sich an der Sozialpolitik ab, kritisiert die Lage auf dem flachen Land, meint die AfD sei die „Heimat- und Naturschutzpartei“. Zu letzterem gehöre der Erhalt der Identität. Seit 2015 seien vor allem Asylbetrüger, nicht Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und um selbstbestimmt deutsches Geld für Deutschland ausgeben zu können, müsse man „die Bevormundung aus Brüssel“ beenden und raus aus der EU. Dann ist Schluss. Den AfD Wählern wurde das serviert, was sie erwarten durften und die Veranstaltung endet ohne besonderen Vorkommnisse.
Angelo Glashagel
Autor: red

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