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Freude in Nordhausen

Donnerstag, 13. Oktober 2005, 15:54 Uhr
Nordhausen//Nordhorn (nnz). Es gibt Tage wundervoller Freude. Einen solchen erlebte jetzt der Nordhäuser Herbert Gerhardt. Er erhielt unerwartet Post aus der niedersächsischen Stadt Nordhorn. Was drin stand, das erfahren Sie mit einem einzigen Klick.


Ein inzwischen dort lebender ehemaliger Nordhäuser, Dr. med. Jörg Trenkner, schickte Gerhardt die Kopie einer Ansichtskarte, die neben weiteren Motiven auch eine Abbildung der früheren Nordhäuser Synagoge enthält. Der Mediziner „verschlingt“ geradezu jede Publikation und Information, die es über seine Heimatstadt und den Südharzkreis gibt. So gelangte auch das kürzlich erschienene 12. Jahrbuch des Landkreises „Heute und einst“ in seine Hände.

Mit großem Interesse las er u.a. den Beitrag von Herbert Gerhardt „Die unglaubliche Geschichte der Nordhäuser Synagoge“. Darin ist vermerkt, dass es bislang nur zwei bekannte Fotos und keine Ansichtskarte von dem jüdischen Gotteshaus gibt. Trenkner erinnerte sich, dass er vor Jahren in Berlin aber eine Ansichtskarte erstanden hatte, die auch dieses Bauwerk zeigt. Der Poststempel verrät, dass diese Karte am 17. 6. 1939 von Nordhausen nach Berlin geschickt wurde. Dr. Trenkner zögerte nicht lange und übermittelte dem Autor und langjährigen Kreiskatecheten diese wundervolle Nachricht.

Mit Herbert Gerhardt werden viele an der Geschichte ihrer Heimatstadt Nordhausen interessierte Bürgerinnen und Bürger große Freude über diese Entdeckung empfinden, zumal sich am 9. November 2005 der 67. Jahrestag der Reichspogromnacht („Reichskristallnacht“) jährt. In jener Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde auch die Nordhäuser Synagoge durch Nazischergen ein Raub der Flammen. Die Ansichtskarte wird ganz sicher auch ein guter Helfer beim Bau eines Modells der Synagoge sein.
Autor: nnz

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