Wie geht es weiter?
Donnerstag, 13. Oktober 2005, 11:40 Uhr
Nordhausen (nnz). Leicht erholte Konjunkturdaten und die Erwartung, dass es im Zuge der Bundestagswahl zu einem Machtwechsel kommt, hatten bei vielen Unternehmen eine gewisse Euphorie ausgelöst. Vom optimistisch geprägten Stimmungsbild ist wenig übrig geblieben. Die nnz mit Fakten aus dem Landkreis Nordhausen.
Je näher der Wahltermin rückte, um so gedämpfter wurden die Erwartungen. Die allgemeine Einschätzung, nachdem das Ergebnis feststeht: Hier wurde eine große Chance für einen Politikwechsel verpasst. Viele Unternehmer im Landkreis Nordhausen gehen derzeit von einer Neutralisation der Reformbemühungen aus. Für den IHK-Bezirk Erfurt insgesamt ist es beim Konjunkturklimaindex zu keinem weiteren Abrutschen der Stimmungsbilder gekommen. In dieses Ergebnis flossen die Angaben von 1.000 Unternehmen des Kammerbezirkes ein. Während ein Viertel der befragten Betriebe die Geschäftslage mit gut bewertet, ist bei den Erwartungen für die Zukunft eine leichte Negativtendenz gegenüber April festzustellen.
Nicht so gut fällt das letzte Konjunkturumfrageergebnis für den Landkreis Nordhausen aus. Hier wird branchenübergreifend die gegenwärtige Geschäftslage nur noch von 11 % als gut (im April waren es noch 13 % und vor einem Jahr sogar noch 27 %) bezeichnet. 67 % geben eine befriedigende Wertung ab (im April noch 74 %) und 22 % beurteilen die gegenwärtige Geschäftslage als schlecht (im April nur 13 %).
Auch bei den Erwartungen und Plänen ist mehr Zurückhaltung angesagt. Während 12 % von einer günstigeren Entwicklung ausgehen (vor einem Jahr waren es noch 36 %) gehen 68 % (im Vorjahr 47 %) von gleichbleibender und 20 % (im Vorjahr 17 %) von ungünstiger Entwicklung aus.
Hinsichtlich der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird kaum Bewegung eintreten. Lediglich 2 % der befragten Unternehmer wollen ihre Beschäftigten aufstocken, 80 % (im Vorjahr 64 %) sehen keine Veränderungen vor und 18 % (im Vorjahr noch 33 %) planen Reduzierungen ein. Wie im Freistaat Thüringen, so ist auch im Landkreis Nordhausen die Industrie nach wie vor der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Hier strahlen viele Unternehmen auch noch Optimismus aus, wenngleich die Negativschlagzeilen der letzten Tage daran Zweifel aufkommen lassen könnten.
Sorgenkind bleiben die konsumabhängigen Bereiche. Hier sind kaum positive Impulse zu erwarten. Dabei fallen zwei Aspekte besonders ins Gewicht: Die gestiegenen und nach wie vor steigenden Energiepreise und die Verunsicherung der Bevölkerung, wie es mit den sozialen Sicherungssystemen weitergeht.
Die Mehrzahl der Einzelhändler und gastgewerblichen Unternehmer beklagen Umsatzrückgänge. In beiden Branchen ist eine Kostensenkung allein über den Abbau von Beschäftigten kaum noch realisierbar, ohne dass der Service negativ tangiert wird.
Autor: nnzJe näher der Wahltermin rückte, um so gedämpfter wurden die Erwartungen. Die allgemeine Einschätzung, nachdem das Ergebnis feststeht: Hier wurde eine große Chance für einen Politikwechsel verpasst. Viele Unternehmer im Landkreis Nordhausen gehen derzeit von einer Neutralisation der Reformbemühungen aus. Für den IHK-Bezirk Erfurt insgesamt ist es beim Konjunkturklimaindex zu keinem weiteren Abrutschen der Stimmungsbilder gekommen. In dieses Ergebnis flossen die Angaben von 1.000 Unternehmen des Kammerbezirkes ein. Während ein Viertel der befragten Betriebe die Geschäftslage mit gut bewertet, ist bei den Erwartungen für die Zukunft eine leichte Negativtendenz gegenüber April festzustellen.
Nicht so gut fällt das letzte Konjunkturumfrageergebnis für den Landkreis Nordhausen aus. Hier wird branchenübergreifend die gegenwärtige Geschäftslage nur noch von 11 % als gut (im April waren es noch 13 % und vor einem Jahr sogar noch 27 %) bezeichnet. 67 % geben eine befriedigende Wertung ab (im April noch 74 %) und 22 % beurteilen die gegenwärtige Geschäftslage als schlecht (im April nur 13 %).
Auch bei den Erwartungen und Plänen ist mehr Zurückhaltung angesagt. Während 12 % von einer günstigeren Entwicklung ausgehen (vor einem Jahr waren es noch 36 %) gehen 68 % (im Vorjahr 47 %) von gleichbleibender und 20 % (im Vorjahr 17 %) von ungünstiger Entwicklung aus.
Hinsichtlich der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird kaum Bewegung eintreten. Lediglich 2 % der befragten Unternehmer wollen ihre Beschäftigten aufstocken, 80 % (im Vorjahr 64 %) sehen keine Veränderungen vor und 18 % (im Vorjahr noch 33 %) planen Reduzierungen ein. Wie im Freistaat Thüringen, so ist auch im Landkreis Nordhausen die Industrie nach wie vor der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Hier strahlen viele Unternehmen auch noch Optimismus aus, wenngleich die Negativschlagzeilen der letzten Tage daran Zweifel aufkommen lassen könnten.
Sorgenkind bleiben die konsumabhängigen Bereiche. Hier sind kaum positive Impulse zu erwarten. Dabei fallen zwei Aspekte besonders ins Gewicht: Die gestiegenen und nach wie vor steigenden Energiepreise und die Verunsicherung der Bevölkerung, wie es mit den sozialen Sicherungssystemen weitergeht.
Die Mehrzahl der Einzelhändler und gastgewerblichen Unternehmer beklagen Umsatzrückgänge. In beiden Branchen ist eine Kostensenkung allein über den Abbau von Beschäftigten kaum noch realisierbar, ohne dass der Service negativ tangiert wird.
