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Thüringer HC

Das Warten hat ein Ende

Freitag, 03. September 2021, 07:34 Uhr
Die Saisonvorbereitung ist abgeschlossen und der Fokus der letzten Trainingseinheiten liegt auf dem ersten Bundesligaspiel der Saison 2021/22 gegen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach...

Durch das bestätigte Hygienekonzept kann der Saisonstart vor bis zu 1200 Zuschauern in der Salza Halle starten. Endlich wieder vor Zuschauern spielen zu können, das war einer der größten Wünsche der Mannschaft und natürlich auch der Fans.

Rückblick:
Die knapp achtwöchige Vorbereitungszeit war nicht ganz einfach. Zehn, seit ein paar Tagen sogar elf neue Spielerinnen galt es in die Bundesligamannschaft zu integrieren. Ein Prozess, der bis zum Saisonbeginn des ersten Heimspiels noch nicht abgeschlossen ist. Mit den beiden Nationalspielerinnen Rinka Duijndam (NED) und Yuki Tanabe (JPN) kamen zwei Spielerinnen recht spät nach Thüringen. Beide nahmen an den Olympischen Spielen in Japan teil.

Während Rinka Duijndam recht schnell zu ersten Einsätzen bei den Testspielen kam, musste der THC bis zu dieser Woche auf Yuki Tanabe verzichten. Die Japanerin laborierte an einer Bänderverletzung am Wurfarm. Nun hat sie schon mit der Mannschaft trainiert und sitzt am Samstag mit auf der Bank. Bis zum ersten Spiel von Neuzugang Kim Braun wird sich Herbert Müller gedulden müssen. Der Heilungsprozess ihrer Sprunggelenkverletzung wird noch einige Wochen dauern. Mit dem Ausfall der beiden Spielerinnen war die Linksaußen Position nicht besetzt. Die Verantwortlichen des Thüringer HC sahen sich zum Handeln gezwungen und verpflichteten kurzfristig Miranda Schmidt-Robben, die ihre Karriere eigentlich schon beendet hatte und sich im Urlaub am Strand befand, als der Anruf kam.

Sie gab einen überzeugenden Einstand im letzten Vorbereitungsspiel gegen Aufsteiger Zwickau mit drei Toren. "Für mich war es naheliegend bei Miranda anzufragen. “Ich kenne sie lange und hätte sie sehr gern schon früher in meiner Mannschaft gehabt. Sie war immer eine Kämpferin, die uns gegen Bad Wildungen viele Probleme gemacht hat, aber sie war in Bad Wildungen fest verwurzelt.", freut sich Herbert Müller über den kurzfristigen Transfer.

Ein erster Höhepunkt war die Teilnahme am Turnier um den Porzellan Cup Dubi im tschechischen Most. Mit einem 25:18 (14:6) gewann der Thüringer HC sein Auftaktspiel gegen CS Gloria 2018 Bistrita-Nasaud (ROU). Im zweiten Spiel trennte sich der THC 22:22 gegen MSK FunFloor Perla Lublin (POL). Mit einem deutlichen 34:21 entschied der Thüringer HC das Finalspiel gegen Gastgeber DHK Banik Most (CZE) für sich und holte erneut den Pokal.

Eine Woche später gewann der Thüringer HC zwei weitere Testspiele in Most. Gegen den ungarischen Vorjahresdritten Mosonmagyaròvàri KC SE, der ohne sich qualifizieren zu müssen, für die Gruppenphase der EHF European League gesetzt ist, gewannen die Thüringerinnen 29:26. Der polnische Vizemeister KPR Kobierzyce zog mit 25:29 den Kürzeren. Das letzte Testspiel absolvierte das Team von Herbert Müller gegen den Bundesligaaufsteiger BSV Sachsen Zwickau und gewann mit 30:27. Spielerinnen waren angeschlagen oder mussten geschont werden, da spielte der Trainer noch nicht alle Karten aus.

Von den Ergebnissen her kann sich das schon sehen lassen. Was die Ergebnisse tatsächlich taugen, wird man in den nächsten Wochen sehen. "Nach neun Wochen Vorbereitung steht die Mannschaft mit scharrenden Hufen da. Um zehn, dann elf Spielerinnen zu integrieren, das braucht Zeit und Zeit hatten wir nicht. Wir haben schnell gemerkt, dass wir ein Team haben, dass charakterlich gut zusammen passt. Wir wollen unseren Neuen eine Mannschaft bieten, in der man sich wohlfühlt. Dann kann man mit so einer Mannschaft Berge versetzen.", so Trainer Herbert Müller in seinem Fazit.

Zum Spiel:
Die nächsten zwei Monate sind gespickt mit Highlights. Neben der Bundesliga muss sich der Thüringer HC Anfang Oktober in der 2. Runde um den DHB-Pokal mit dem SV Halle-Neustadt messen. Am 17. Oktober beginnt das Abenteuer auf internationalem Parkett mit dem Heimspiel in der EHF European League gegen Molde Elite (NOR).

Zunächst startet erst einmal die Handball Bundesliga der Frauen mit einem Heimspiel. Am Samstag, den 04.09.2021 um 18 Uhr empfängt der Thüringer HC die HSG Bensheim/Auerbach. Die Flames gehören zu den Überfliegern der letzten Saison, wie die HSG Blomberg-Lippe oder die Sport-Union Neckarsulm. Zu Beginn des Jahres 2021 musste sich der THC erstmals gegen die Flames geschlagen geben. Mit 32:28 holten die Südhessinnen beide Punkte in der Salza Halle. Im Rückspiel Anfang Mai dieses Jahres revanchierte sich das THC-Team und gewann das Auswärtsspiel in Bensheim 31:23. Auch am Samstag gibt es kein anderes Ziel, als dass die zwei Punkte in der Halle bleiben. “Es zählt nur ein Sieg, wie spielt keine Rolle. Im ersten Spiel der Saison geht es um keinen Schönheitspreis”, so der Trainer. Das wird in den nächsten sechs Wochen ein hammerharter Saisonauftakt für den THC, so schwer, wie seit Langem nicht. Es folgen auf die Flames der TSV Bayer 04 Leverkusen, TuS Metzingen, HSG Blomberg-Lippe und die SG BBM Bietigheim. Dazwischen liegt noch die DHB-Pokalpartie in Halle.

Der Umbruch bei den Flames ist nicht ganz so extrem. Trainerin Heike Ahlgrimm, die von Herbert Müller sehr geschätzt wird, musste vier Spielerinnen in ihr System neu einbauen. Mit Ines Ivancok steht eine österreichische Nationalspielerin in der Startformation. Mit Myrthe Schoenaker verpflichtete die HSG eine erfahrene Spielerin, die in Abwehr und Angriff vielseitig einsetzbar ist und die HSG etwas unausrechenbarer macht. Gespickt ist das Team zudem mit jungen Talenten wie Sarah Dekker oder Lisa Friedberger. Spielerinnen, die in den Juniorinnennationalmannschaften Erfahrungen sammeln konnten. "Unsere Mannschaft hat sehr hart gearbeitet. Wir haben alle Spielerinnen gut integriert, sodass wir für Samstag bereit sind. Wir wollen die Salza Halle wieder zur Festung machen.", freut sich der THC-Coach auf kommenden Samstag.

Kader:
Ines Khouildi, Emma Ekenman-Fernis, Arwen Gorb, Kim Braun und Johanna Reichert fehlen zum Saisonauftakt. Yuki Tanabe hat die ersten Trainingseinheiten absolviert und wird am Samstag mit auflaufen können.
Kim Braun geht nach der Behandlung ihrer Knöchelverletzung den nächsten Schritt und beginnt mit der Reha. Emma Ekenman-Fernis fehlt wegen einer Knieverletzung und ist zur Behandlung in Schweden. Johanna Reichert fällt wegen eines Bandscheibenvorfalls aus. Ines Khouildi ist nach ihrem Kreuzbandriss noch nicht wieder fit und braucht noch etwa einen Monat.
Autor: red

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