nnz-Kurznews am Wochenende (1)
Samstag, 08. Oktober 2005, 18:22 Uhr
Nordhausen (nnz). Was in Thüringen und in Deutschland an diesem Wochenende bislang so alles los war, das hat die nnz für Sie zusammengetragen. Mit einem Klick auf MEHR sind auch Sie im Bilde.
Tausendfacher Protest
Blinde und Sehschwache aus mehreren Bundesländern haben am Samstag in Erfurt gegen die geplanten Einsparungen der Thüringer Landesregierung beim Blindengeld protestiert. Nach Polizeiangaben zogen etwa 4000 Menschen mit Plakaten und Trillerpfeifen vom Hauptbahnhof zur Staatskanzlei. Die CDU-Landesregierung plant, Blindengeld nur noch für Betroffene unter 27 Jahren zu zahlen. Nach Berechnungen von Sozialverbänden würden dann nur noch 250 von 5000 Betroffenen Blindengeld erhalten.
Weniger Pilzexperten
Unsichere Pilzsammler sind in Thüringen immer häufiger auf Tipps aus Büchern und Internet angewiesen. Der zu DDR- Zeiten noch staatlich geförderte Pilzberater wird zusehends seltener, ergab eine dpa-Umfrage. Vor der Wende hatten wir noch rund 300 Pilzberater, jetzt sind es noch knapp 70, sagte Gerald Hirsch, Vorsitzender der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie (Pilzkunde). Finanzielle Unterstützung fehle. Das Gesundheitsministerium sieht das anders: Gefragt sei Eigenverantwortung der Sammler, heißt es dort.
Drei Verletzte
Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 281 im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sind am Samstagmorgen drei junge Menschen schwer verletzt worden. Wie die Polizei in Saalfeld mitteilte, verlor der 22-jährige Autofahrer bei Birkigt die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Der Autofahrer und seine zwei 17- und 21-jährigen Insassen erlitten schwere, eine 16-Jährige leichte Verletzungen. Der Sachschaden wurde nach Polizeiangaben auf etwa 8000 Euro geschätzt.
Mehr Bandwürmer
Mehr als jeder dritte Thüringer Fuchs ist mit dem auch für Menschen gefährlichen Fuchsbandwurm infiziert. Vor allem im Westen und Südwesten des Freistaats sei eine große Zahl an Füchsen betroffen, geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine CDU-Landtagsanfrage hervor. Die Befallsrate habe sich in diesem Jahr auf rund 38 Prozent erhöht. In den vergangenen Jahren lag sie stets unter 30 Prozent. Schwerpunkte seien der Wartburgkreis und die Kreise Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen.
Zeitung verkauft
Der Stuttgarter Holtzbrinck-Konzern führt nach Presseberichten mit einem britischen Investor Verkaufsgespräche über den Berliner Verlag. Wie der Spiegel” unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, sind die Gespräche über eine Veräußerung des Verlags, in dem die Berliner Zeitung” erscheint, weit fortgeschritten. Interessent soll der britische Finanzinvestor 3i sein. Das berichtet auch der Focus”. Holtzbrinck- Manager Michael Grabner habe auf Spiegel”-Anfrage nichts sagen wollen.
Denkmal für Juhnke
Der im Frühjahr gestorbene Schauspieler und Entertainer Harald Juhnke erhält in seiner Vaterstadt Berlin ein Denkmal. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost” soll am 23. Oktober in der Nähe seines Geburtshauses im Bezirk Wedding ein Gedenkstein mit dem Relief Juhnkes aufgestellt werden. Er wurde von der Bildhauerin Eike Stielow gestaltet. Initiator der Aktion war sein Schulfreund Joachim Brunken. Juhnke war in einem Pflegeheim für Demenzkranke am 1. April 2005 gestorben.
Nummer im See
Das Schäferstündchen eines Pärchens im sächsischen Vogtlandkreis ist an der Talsperre Pöhl buchstäblich ins Wasser gefallen. Das am Hang einer Schiffsanlegestelle geparkte Auto rollte in der Nacht trotz angezogener Handbremse in den See, berichtete ein Polizeisprecher. Das einlaufende Wasser an dieser nur einen Meter tiefen Stelle habe zu einer schnellen Abkühlung der Gefühle geführt.
Schily in der Kritik
Im Streit über die Durchsuchungsaktion gegen die Zeitschrift Cicero” hat Bundesinnenminister Otto Schily seine Kritiker scharf attackiert und alle Vorwürfe zurückgewiesen. Dem innenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, und der Vorsitzenden des Kulturausschusses im Bundestag, Monika Griefahn, warf Schily Rechtsunkenntnis” vor. Es sind doch nur ein paar Hanseln, die mich kritisieren”, sagte er dem Spiegel”. Frau Griefahn sollte sich bei mir entschuldigen für ihr törichtes Gerede.”
Ein Schritt weiter
Union und SPD sind bei ihrem ersten Spitzentreffen über die Zusammensetzung der neuen Bundesregierung einen Schritt weiter. Das berichtet die Welt am Sonntag”. Danach haben sich Kanzler Gerhard Schröder und die Partei-Chefs Franz Müntefering, Angela Merkel und Edmund Stoiber, darauf verständigt, dass beide Lager mit gleicher Kopfzahl vertreten sein sollen. Da die Union für sich den Kanzler und das Amt des Kanzleramtsministers reklamiere, hieße das, dass die SPD zwei Fachministerien mehr besetzen könne.
Autor: nnzTausendfacher Protest
Blinde und Sehschwache aus mehreren Bundesländern haben am Samstag in Erfurt gegen die geplanten Einsparungen der Thüringer Landesregierung beim Blindengeld protestiert. Nach Polizeiangaben zogen etwa 4000 Menschen mit Plakaten und Trillerpfeifen vom Hauptbahnhof zur Staatskanzlei. Die CDU-Landesregierung plant, Blindengeld nur noch für Betroffene unter 27 Jahren zu zahlen. Nach Berechnungen von Sozialverbänden würden dann nur noch 250 von 5000 Betroffenen Blindengeld erhalten.
Weniger Pilzexperten
Unsichere Pilzsammler sind in Thüringen immer häufiger auf Tipps aus Büchern und Internet angewiesen. Der zu DDR- Zeiten noch staatlich geförderte Pilzberater wird zusehends seltener, ergab eine dpa-Umfrage. Vor der Wende hatten wir noch rund 300 Pilzberater, jetzt sind es noch knapp 70, sagte Gerald Hirsch, Vorsitzender der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie (Pilzkunde). Finanzielle Unterstützung fehle. Das Gesundheitsministerium sieht das anders: Gefragt sei Eigenverantwortung der Sammler, heißt es dort.
Drei Verletzte
Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 281 im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sind am Samstagmorgen drei junge Menschen schwer verletzt worden. Wie die Polizei in Saalfeld mitteilte, verlor der 22-jährige Autofahrer bei Birkigt die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Der Autofahrer und seine zwei 17- und 21-jährigen Insassen erlitten schwere, eine 16-Jährige leichte Verletzungen. Der Sachschaden wurde nach Polizeiangaben auf etwa 8000 Euro geschätzt.
Mehr Bandwürmer
Mehr als jeder dritte Thüringer Fuchs ist mit dem auch für Menschen gefährlichen Fuchsbandwurm infiziert. Vor allem im Westen und Südwesten des Freistaats sei eine große Zahl an Füchsen betroffen, geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine CDU-Landtagsanfrage hervor. Die Befallsrate habe sich in diesem Jahr auf rund 38 Prozent erhöht. In den vergangenen Jahren lag sie stets unter 30 Prozent. Schwerpunkte seien der Wartburgkreis und die Kreise Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen.
Zeitung verkauft
Der Stuttgarter Holtzbrinck-Konzern führt nach Presseberichten mit einem britischen Investor Verkaufsgespräche über den Berliner Verlag. Wie der Spiegel” unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, sind die Gespräche über eine Veräußerung des Verlags, in dem die Berliner Zeitung” erscheint, weit fortgeschritten. Interessent soll der britische Finanzinvestor 3i sein. Das berichtet auch der Focus”. Holtzbrinck- Manager Michael Grabner habe auf Spiegel”-Anfrage nichts sagen wollen.
Denkmal für Juhnke
Der im Frühjahr gestorbene Schauspieler und Entertainer Harald Juhnke erhält in seiner Vaterstadt Berlin ein Denkmal. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost” soll am 23. Oktober in der Nähe seines Geburtshauses im Bezirk Wedding ein Gedenkstein mit dem Relief Juhnkes aufgestellt werden. Er wurde von der Bildhauerin Eike Stielow gestaltet. Initiator der Aktion war sein Schulfreund Joachim Brunken. Juhnke war in einem Pflegeheim für Demenzkranke am 1. April 2005 gestorben.
Nummer im See
Das Schäferstündchen eines Pärchens im sächsischen Vogtlandkreis ist an der Talsperre Pöhl buchstäblich ins Wasser gefallen. Das am Hang einer Schiffsanlegestelle geparkte Auto rollte in der Nacht trotz angezogener Handbremse in den See, berichtete ein Polizeisprecher. Das einlaufende Wasser an dieser nur einen Meter tiefen Stelle habe zu einer schnellen Abkühlung der Gefühle geführt.
Schily in der Kritik
Im Streit über die Durchsuchungsaktion gegen die Zeitschrift Cicero” hat Bundesinnenminister Otto Schily seine Kritiker scharf attackiert und alle Vorwürfe zurückgewiesen. Dem innenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, und der Vorsitzenden des Kulturausschusses im Bundestag, Monika Griefahn, warf Schily Rechtsunkenntnis” vor. Es sind doch nur ein paar Hanseln, die mich kritisieren”, sagte er dem Spiegel”. Frau Griefahn sollte sich bei mir entschuldigen für ihr törichtes Gerede.”
Ein Schritt weiter
Union und SPD sind bei ihrem ersten Spitzentreffen über die Zusammensetzung der neuen Bundesregierung einen Schritt weiter. Das berichtet die Welt am Sonntag”. Danach haben sich Kanzler Gerhard Schröder und die Partei-Chefs Franz Müntefering, Angela Merkel und Edmund Stoiber, darauf verständigt, dass beide Lager mit gleicher Kopfzahl vertreten sein sollen. Da die Union für sich den Kanzler und das Amt des Kanzleramtsministers reklamiere, hieße das, dass die SPD zwei Fachministerien mehr besetzen könne.
