120. Artenschutzeinsatz des BUND-Kreisverbandes
Für Bläulinge und Spargelerbse
Montag, 23. August 2021, 07:59 Uhr
Auch wenn in den vergangenen Monaten nicht nach jedem landschaftspflegerischen Einsatz des BUND-Kreisverbandes Nordhausen eine Pressemitteilung verschickt wurde: Die Aktivität der Praktiker unter den Artenschützern ist auch 2021 ungebrochen. Am vergangenen Wochenende mähten und harkten die Enthusiasten zum 120. Mal seit 2010...
Die Gelbe Spargelerbse (Lotus maritimus) ist in Thüringen stark gefährdet. Das Schmetterlingsblütengewächs mit den auffallenden blaugrünen, fünfzähligen Blättern und den langgestielten und großen gelben Blüten, das nährstoffärmste, ausgesprochen basische Böden bevorzugt, wird durch kontinuierliche, einschürige durchgeführte, einschürige Mahd gefördert. (Foto: B.Schwarzberg)
Zwischen 15 und 20 landschaftspflegerischen Einsätzen pro Jahr absolvieren wir auf bis zu 20 ausgewählten Flächen mit einer besonders hohen floristischen und dadurch meist auch entomologischen Biodiversität im Stadt- und Kreisgebiet Nordhausen.
Neben der Rettung des Weltklimas kommt der Erhaltung der Artenvielfalt eine prinzipiell ähnlich große Bedeutung zu. Denn unsere Speisen und Getränke, ja der gesamte materielle Wohlstand, sind am Ende nichts anderes als nutzbar gemachte natürliche Ressourcen, die uns, und das ist ein bioökonomisches, ja existenzielles Problem, fast mmer noch kostenlos zur Verfügung stehen.
Mit unserer ehrenamtlichen Artenschutzarbeit helfen wir vor allem dabei, seltene Pflanzen- und Tierarten in deren nicht selten weithin letzten Refugien durch geeignete Bewirtschaftungsformen für die Nachwelt zu erhalten und die Bewirtschaftung ständig zu optimieren, denn mitunter sind die auf Fläche und weniger auf die konkreten Arten orientierten, oft finanziell aufwändigen, staatlichen Maßnahmen beim Artenschutz nur bedingt zielführend.
Beim 120. landschaftspflegerischen Einsatz von Mitgliedern und Freunden des BUND-Kreisverbandes Nordhausen mähten wir mindestens 5.000 Quadratmeter eines Halbtrockenrasens bei Obergebra. Ziel des Einsatzes war die Erhaltung einer nicht gedüngten, dadurch wenig produktiven, und daher besonders artenreichen Lebensgemeinschaft über Muschelkalk, in der u.a. mehrere Orchideenarten und weitere seltene Pflanzenarten wie die in Thüringen stark gefährdete Gelbe Spargelerbse (Lotus maritimus) und zahlreiche Insektenarten, wie der Silber-Bläuling Polyommatus coridon und verschiedene Widderchenarten noch geeignete Lebensbedingungen finden.
Mit knapp einem Hektar Fläche ist der betreffende Halbtrockenrasen die mit Abstand größte Fläche, die Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes im Sinne des Artenschutzes bewirtschaften.
Der maximale Altersunterschied zwischen den Teilnehmenden betrug mehr als 60 Jahre, was auch die soziale, generationenübergreifende Bedeutung der BUND-Einsätze zeigt: 81-jährige erhalten gemeinsam mit knapp 20-jährigen, aktiven Jugendlichen die Artenvielfalt, sprechen über ihre Erfahrungen und Beweggründe, aktiven Artenschutz zu betreiben.
Voraussichtlich spätestens in zwei Wochen, am 04.09.21, findet bereits der nächste landschaftspflegerische Einsatz des BUND-Kreisverbandes statt. Interessenten können sich gern bei bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.
Bodo Schwarzberg
Autor: red
Die Gelbe Spargelerbse (Lotus maritimus) ist in Thüringen stark gefährdet. Das Schmetterlingsblütengewächs mit den auffallenden blaugrünen, fünfzähligen Blättern und den langgestielten und großen gelben Blüten, das nährstoffärmste, ausgesprochen basische Böden bevorzugt, wird durch kontinuierliche, einschürige durchgeführte, einschürige Mahd gefördert. (Foto: B.Schwarzberg)
Zwischen 15 und 20 landschaftspflegerischen Einsätzen pro Jahr absolvieren wir auf bis zu 20 ausgewählten Flächen mit einer besonders hohen floristischen und dadurch meist auch entomologischen Biodiversität im Stadt- und Kreisgebiet Nordhausen.
Neben der Rettung des Weltklimas kommt der Erhaltung der Artenvielfalt eine prinzipiell ähnlich große Bedeutung zu. Denn unsere Speisen und Getränke, ja der gesamte materielle Wohlstand, sind am Ende nichts anderes als nutzbar gemachte natürliche Ressourcen, die uns, und das ist ein bioökonomisches, ja existenzielles Problem, fast mmer noch kostenlos zur Verfügung stehen.
Mit unserer ehrenamtlichen Artenschutzarbeit helfen wir vor allem dabei, seltene Pflanzen- und Tierarten in deren nicht selten weithin letzten Refugien durch geeignete Bewirtschaftungsformen für die Nachwelt zu erhalten und die Bewirtschaftung ständig zu optimieren, denn mitunter sind die auf Fläche und weniger auf die konkreten Arten orientierten, oft finanziell aufwändigen, staatlichen Maßnahmen beim Artenschutz nur bedingt zielführend.
Beim 120. landschaftspflegerischen Einsatz von Mitgliedern und Freunden des BUND-Kreisverbandes Nordhausen mähten wir mindestens 5.000 Quadratmeter eines Halbtrockenrasens bei Obergebra. Ziel des Einsatzes war die Erhaltung einer nicht gedüngten, dadurch wenig produktiven, und daher besonders artenreichen Lebensgemeinschaft über Muschelkalk, in der u.a. mehrere Orchideenarten und weitere seltene Pflanzenarten wie die in Thüringen stark gefährdete Gelbe Spargelerbse (Lotus maritimus) und zahlreiche Insektenarten, wie der Silber-Bläuling Polyommatus coridon und verschiedene Widderchenarten noch geeignete Lebensbedingungen finden.
Mit knapp einem Hektar Fläche ist der betreffende Halbtrockenrasen die mit Abstand größte Fläche, die Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes im Sinne des Artenschutzes bewirtschaften.
Der maximale Altersunterschied zwischen den Teilnehmenden betrug mehr als 60 Jahre, was auch die soziale, generationenübergreifende Bedeutung der BUND-Einsätze zeigt: 81-jährige erhalten gemeinsam mit knapp 20-jährigen, aktiven Jugendlichen die Artenvielfalt, sprechen über ihre Erfahrungen und Beweggründe, aktiven Artenschutz zu betreiben.
Voraussichtlich spätestens in zwei Wochen, am 04.09.21, findet bereits der nächste landschaftspflegerische Einsatz des BUND-Kreisverbandes statt. Interessenten können sich gern bei bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.
Bodo Schwarzberg
