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Baerbock und ein Leserbrief

Mittwoch, 11. August 2021, 10:18 Uhr
Was ich von dem Brief einer gewissen Karin M. (gestern in der nnz) an die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock“ von den Grünen halte? Ein mir gut bekannter Mann von der CDU wollte es von mir wissen. Ich blieb ihm die Antwort schuldig. Sein Inhalt war mir da noch nicht vertraut. Frei von der Leber weg, legte mein Gegenüber los...

Auf Frau Baerbock und die Grünen derart draufzuhauen, könne uns als CDU doch nur recht sein, bemerkte er. Trotzdem fand er die Wortwahl der Schreiberin unfair. Es sei zudem schlicht feige, wenn sich jemand hinter einem falschen Namen verstecke und sich auslasse. „Wer sich über einen Kanzlerkandidaten äußern möchte, sollte dies respektvoll, frei und offen tun“!

Was, inspiriert von der anonymen Schreiberin, wenn jetzt jemand auf den Gedanken komme, einen offenen mit Ungereimtheiten gespicktem Brief an unseren Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, zu schreiben? Er, mein Gegenüber redete sich in Rage, könne sich gewisse nachfolgende „unflätige“ Kommentare vorstellen. „Ein Kasper sei Laschet, der sich im Hintergrund lächelnd amüsierte, während der Bundespräsident vorn eine Trauerrede für die Flutopfer halte, völlig ungeeignet der Mann“, würde es da wohl in Kommentaren heißen.

Inzwischen habe ich den Brief an die Kanzlerkandidatin Baerbock aufmerksam gelesen. Ich gebe dem Christdemokraten, uneingeschränkt, Recht. Mehr noch: Mit dieser Wortwahl hätte der Brief der Karin M. nicht veröffentlicht werden dürfen. Ihre Äußerungen waren diktiert von Unsachlichkeiten, um das Wort Hass zu umgehen. Wen wohl hätte Karin M. gern als künftigen Bundeskanzler? Steht der Name womöglich noch nicht auf ihrer Liste?

Auch ich kann mich mit den Ansichten der Kandidatin Annalene Baerbock nicht anfreunden. Sie legte sich mit ihren widersprüchlichen Äußerungen die Eier selbst in ihr Nest. Je mehr sie sich in Widersprüche verstrickte, umso unglaubwürdiger wurde sie. Bevor sie und ihr Team über weitere Einwanderungen von Menschen aus uns fremden Kulturen, die nicht erwünscht sind (siehe Äußerungen von Kanzler Kurz), laut nachdenkt, sollte sie sich darüber den Kopf zerbrechen, was hierzulande zu tun bleibt, um beispielsweise die Lebensleistung alter Menschen nachhaltiger zu würdigen.

Mein Grundsatz aber bleibt: Ob mit Grün, Rot, Schwarz, Gelb oder eine andere Parteifarbe – ich bin für ein miteinander reden! Für den Dialog! Mit offenem Visier! Das aber fängt bei „Höflichkeitsfloskeln“ an. Auch wenn man die Dame nicht mag, eine Anrede mit „Sehr geehrte Frau…“ ist eine Form des Anstandes. Formulierungen wie „Sie sind das Allerletzte, was dieses Land braucht“ ist einem Dialog nicht dienlich. Sie säen nur Zwietracht. Das bringt nichts Gutes.

Sind wir doch ehrlich: In jeder Partei, ganz gleich welcher Farbe sie sich bedient, finden sich Punkte im Programm, die nicht jedem gefallen. Nenne mir eine Partei, wo alles beim Wähler stimmig ist! Ich hoffe, einen weiteren unsachlich geschriebenen offenen Brief an einen anderen Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers hier nicht mehr lesen zu dürfen. Und schon gar nicht mit Nicknamen.
Kurt Frank

Anm. d. Red.:
Inzwischen ist der betreffende Leserbrief zurückgezogen worden.
Autor: psg

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