Eine Entdeckungsreise im Herbst in Thüringens Norden
900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen
Dienstag, 10. August 2021, 12:03 Uhr
Das Erbe der jüdischen Kultur ist in den Thüringer Städten allgegenwärtig. Neben Erfurt lassen sich Spuren auch in vielen weiteren Städten im Norden des Freistaates finden: von Mühlhausen, Nordhausen bis Sondershausen. Im Herbst finden vielfältige Veranstaltungen dazu statt..
Im Jubiläumsjahr präsentieren Nordhausen, Mühlhausen und Sondershausen Wanderausstellungen und Rundgänge auf historischen Pfaden.
In der Musikstadt Sondershausen arrangiert eine neue Ausstellung zwei Themen und zwei Künstler miteinander. In den Bild- und Klangwelten werden Küstenlandschaften porträtiert sowie bewegende Bühnenmomente fotografisch dokumentiert.
Von Erfolg und Verfolgung erzählt die Wanderausstellung in Nordhausen (7.Oktober bis 12.November) auf dem Nikolaiplatz. In einer großformatigen skulpturalen Präsentation würdigt die Ausstellung das große Verdienst jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Von 17 herausragenden Sportpersönlichkeiten wird mit überlebensgroßen Silhouetten an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert. Die Sportler wurden während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, sämtliche errungene Titel aberkannt.
Mühlhausen lädt zur Sonderführung: Jüdisches Leben mit Besuch der Mühlhäuser Synagoge ein (26.September, 14 Uhr) und erinnert dabei an die lange Tradition jüdischen Lebens in der Stadt. Schon das Mühlhäuser Rechtsbuch, einer der ältesten Gesetzestexte in deutscher Sprache, dokumentierte um 1220 jüdische Einwohner in der Reichsstadt Mühlhausen.
Eine Synagoge findet um 1380 schriftliche Erwähnung. Das heute zu besichtigende Gebäude entstand ab 1840, wurde am 09. November 1938 geschändet und nach 1945 der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen übergeben. Die Bemühungen zur Erhaltung wurden im November 1998 mit der Wiederweihe gekrönt. Synagoge und Gemeindehaus sind für Gottesdienste nutzbar und dienen als Begegnungsstätte mit Ausstellung und Bibliothek. Eine Voranmeldung zur Sonderführung ist über die Tourist-Information Mühlhausen erforderlich.
Schutzjuden – Staatsbürger – Weltbürger, Juden in Sondershausen, so titelt ein Kooperationsprojekt des Arbeitsverbunds der Schwarzburger Museen im Schlossmuseum Sondershausen. In der Galerie im Schloss folgt die Ausstellung Spuren jüdischen Lebens in der ehemaligen Residenzstadt Sondershausen vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert (12.September bis 16.Januar 2021). Die wenigen überlieferten baulichen Zeugnisse – das mittelalterliche Ritualbad in der Altstadt und der jüdische Friedhof am Spatenberg – sowie die nur noch bildlich fassbare Synagoge stehen symbolisch für Phasen von Verfolgung, Akzeptanz, Emanzipation und Integration. Anhand biographischer Exkurse unternimmt die Ausstellung den Versuch, einzelne Schicksale sichtbar zu machen und Geschichte auch auf persönliche Weise zu erzählen.
Autor: redIm Jubiläumsjahr präsentieren Nordhausen, Mühlhausen und Sondershausen Wanderausstellungen und Rundgänge auf historischen Pfaden.
In der Musikstadt Sondershausen arrangiert eine neue Ausstellung zwei Themen und zwei Künstler miteinander. In den Bild- und Klangwelten werden Küstenlandschaften porträtiert sowie bewegende Bühnenmomente fotografisch dokumentiert.
Von Erfolg und Verfolgung erzählt die Wanderausstellung in Nordhausen (7.Oktober bis 12.November) auf dem Nikolaiplatz. In einer großformatigen skulpturalen Präsentation würdigt die Ausstellung das große Verdienst jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Von 17 herausragenden Sportpersönlichkeiten wird mit überlebensgroßen Silhouetten an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert. Die Sportler wurden während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, sämtliche errungene Titel aberkannt.
Mühlhausen lädt zur Sonderführung: Jüdisches Leben mit Besuch der Mühlhäuser Synagoge ein (26.September, 14 Uhr) und erinnert dabei an die lange Tradition jüdischen Lebens in der Stadt. Schon das Mühlhäuser Rechtsbuch, einer der ältesten Gesetzestexte in deutscher Sprache, dokumentierte um 1220 jüdische Einwohner in der Reichsstadt Mühlhausen.
Eine Synagoge findet um 1380 schriftliche Erwähnung. Das heute zu besichtigende Gebäude entstand ab 1840, wurde am 09. November 1938 geschändet und nach 1945 der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen übergeben. Die Bemühungen zur Erhaltung wurden im November 1998 mit der Wiederweihe gekrönt. Synagoge und Gemeindehaus sind für Gottesdienste nutzbar und dienen als Begegnungsstätte mit Ausstellung und Bibliothek. Eine Voranmeldung zur Sonderführung ist über die Tourist-Information Mühlhausen erforderlich.
Schutzjuden – Staatsbürger – Weltbürger, Juden in Sondershausen, so titelt ein Kooperationsprojekt des Arbeitsverbunds der Schwarzburger Museen im Schlossmuseum Sondershausen. In der Galerie im Schloss folgt die Ausstellung Spuren jüdischen Lebens in der ehemaligen Residenzstadt Sondershausen vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert (12.September bis 16.Januar 2021). Die wenigen überlieferten baulichen Zeugnisse – das mittelalterliche Ritualbad in der Altstadt und der jüdische Friedhof am Spatenberg – sowie die nur noch bildlich fassbare Synagoge stehen symbolisch für Phasen von Verfolgung, Akzeptanz, Emanzipation und Integration. Anhand biographischer Exkurse unternimmt die Ausstellung den Versuch, einzelne Schicksale sichtbar zu machen und Geschichte auch auf persönliche Weise zu erzählen.
