Eine alte Nordhäuser Münze ist wieder in angekommen
Endlich wieder Heime
Dienstag, 10. August 2021, 10:30 Uhr
Nordhäuser Stadträte versuchten in der tausendjährigen Geschichte der Stadt schon immer für ihre Kommune Einnahmen zu generieren. Das ist keine Erfindung der Neuzeit. Ein Beweisstück für die Findigkeit der Ratsherren ist jetzt wieder zurück geholt worden. Ein Bericht von Jörg Bauersfeld...
Das Nonnenstift der Burg Nordhausen besaß, seit der Gründung im Jahre 962/963, das Münzrecht. Die Münzrechte und die Ausprägungen der Stadt Nordhausen werden ausführlich in dem Buch Nordhäuser Münzen. Münzgeschichte und Katalog von Paul Lauerwald, herausgegeben von der F.C. Lesser Stiftung, beschrieben.
Da die Stadt keine eigenen Silbervorkommen hatte, war sie bei der Münzherstellung gezwungen, den Rohstoff zu kaufen. Dadurch wurde die Herstellung der Münzen jedoch unrentabel. Die freie Reichsstadt Nordhausen bekam das Münzrecht im Jahre 1220. Bis zum 15. Jahrhundert wurden in Nordhausen Brakteaten und Hohlpfennige geprägt. Im 16. und 17. Jahrhundert versuchte die Stadt durch Münzprägung ihre Kasse aufzufüllen. 1556 wurden Taler, 1/4 Taler und 3 Pfennigstücke in geringen Stückzahlen geprägt.
In der Zeit von 1616 bis 1624 wurden von den Stadtvätern wieder Münzen geprägt. Eine Zeit, in der betrugsmäßig immer weniger Silber und mehr unedles Metall für die Münzen verwendet wurden. 1660 versuchten die Stadtväter erneut, durch Münzherstellung Geld zu verdienen. In Nordhausen gab es zu dieser Zeit keinen Münzmeister und auch kein Gebäude, in dem Münzen hergestellt werden konnten. Der Rat der Stadt fragte in Stolberg an, ob der Münzmeister bereit wäre, Nordhäuser Münzen herzustellen. Im August 1660 teilte der Stolberger Münzmeister Johann Krieg der Stadt mit, dass er bereit sei, Münzen herzustellen. Ende November erstellt er eine Kostenaufstellung, verstirbt aber nur einen Monat später unerwartet.
Die Ausbeute an Geldstücken kann in dieser Zeit nicht sehr groß gewesen sein. Von dem 1/24 Groschen Stücken, das hier vorgestellt werden soll, sind 3 Stempelvarianten bekannt. 24 dieser Groschen Stücken ergaben einen ganzen Thaler. 1660 wurden nur Thaler, Doppelthaler und diese Groschen hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind sehr wenige Stücke im Handel verkauft wurden. Zur Geschichte muss man wissen, dass eine stattliche Sammlung im Meyenburg Museum vorhanden war.
Die amerikanischen Besatzer haben wegen den Gräueltaten im Konzentrationslager Mittelbau-Dora, Nordhausen nach den 11. April 1945 für eine Woche zur Plünderung freigegeben. Nicht nur Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Mittelbau-Dora, sondern auch amerikanischer Soldaten konnten sich am Eigentum der Stadt und der Bürger bedienen und bereichern. Dabei traten unter anderem Kunstgegenstände und auch Teile der Münzsammlung ihren Weg nach Amerika an. Im Januar 2020 tauchte in New York einer dieser Groschen das erste Mal auf. Leider bekam der Sammler und Autor dieses Artikels bei dieser Auktion keinen Zuschlag. Im Juni 2021 kommt der gleiche Nordhäuser Groschen in Beverly Hills, Kalifornien, unter den Hammer. Diesmal war das Gebot ausreichend und nun ist er wieder in Nordhausen angekommen. Über 200 Geldstücke aus der Zeit von 1180 bis 1685 haben Nordhäuser Sammler aus Deutschland und der ganzen Welt wieder in die Tresore ihrer Heimatstadt gebracht.
Nun will auch der Nordhäuser Numismatische Verein nach der Pandemiezeit wieder seine Arbeit aufnehmen. Die Alt-Schrott-Sammler treffen sich jeden 1. Dienstag im Monat, 18.00 Uhr, in der Gaststätte Zum Socken. Für Fragen und Beratungen wird sich immer ein Mitglied finden. Sie sind herzlich eingeladen.
Autor: redDas Nonnenstift der Burg Nordhausen besaß, seit der Gründung im Jahre 962/963, das Münzrecht. Die Münzrechte und die Ausprägungen der Stadt Nordhausen werden ausführlich in dem Buch Nordhäuser Münzen. Münzgeschichte und Katalog von Paul Lauerwald, herausgegeben von der F.C. Lesser Stiftung, beschrieben.
Da die Stadt keine eigenen Silbervorkommen hatte, war sie bei der Münzherstellung gezwungen, den Rohstoff zu kaufen. Dadurch wurde die Herstellung der Münzen jedoch unrentabel. Die freie Reichsstadt Nordhausen bekam das Münzrecht im Jahre 1220. Bis zum 15. Jahrhundert wurden in Nordhausen Brakteaten und Hohlpfennige geprägt. Im 16. und 17. Jahrhundert versuchte die Stadt durch Münzprägung ihre Kasse aufzufüllen. 1556 wurden Taler, 1/4 Taler und 3 Pfennigstücke in geringen Stückzahlen geprägt.
In der Zeit von 1616 bis 1624 wurden von den Stadtvätern wieder Münzen geprägt. Eine Zeit, in der betrugsmäßig immer weniger Silber und mehr unedles Metall für die Münzen verwendet wurden. 1660 versuchten die Stadtväter erneut, durch Münzherstellung Geld zu verdienen. In Nordhausen gab es zu dieser Zeit keinen Münzmeister und auch kein Gebäude, in dem Münzen hergestellt werden konnten. Der Rat der Stadt fragte in Stolberg an, ob der Münzmeister bereit wäre, Nordhäuser Münzen herzustellen. Im August 1660 teilte der Stolberger Münzmeister Johann Krieg der Stadt mit, dass er bereit sei, Münzen herzustellen. Ende November erstellt er eine Kostenaufstellung, verstirbt aber nur einen Monat später unerwartet.
Die Ausbeute an Geldstücken kann in dieser Zeit nicht sehr groß gewesen sein. Von dem 1/24 Groschen Stücken, das hier vorgestellt werden soll, sind 3 Stempelvarianten bekannt. 24 dieser Groschen Stücken ergaben einen ganzen Thaler. 1660 wurden nur Thaler, Doppelthaler und diese Groschen hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind sehr wenige Stücke im Handel verkauft wurden. Zur Geschichte muss man wissen, dass eine stattliche Sammlung im Meyenburg Museum vorhanden war.
Die amerikanischen Besatzer haben wegen den Gräueltaten im Konzentrationslager Mittelbau-Dora, Nordhausen nach den 11. April 1945 für eine Woche zur Plünderung freigegeben. Nicht nur Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Mittelbau-Dora, sondern auch amerikanischer Soldaten konnten sich am Eigentum der Stadt und der Bürger bedienen und bereichern. Dabei traten unter anderem Kunstgegenstände und auch Teile der Münzsammlung ihren Weg nach Amerika an. Im Januar 2020 tauchte in New York einer dieser Groschen das erste Mal auf. Leider bekam der Sammler und Autor dieses Artikels bei dieser Auktion keinen Zuschlag. Im Juni 2021 kommt der gleiche Nordhäuser Groschen in Beverly Hills, Kalifornien, unter den Hammer. Diesmal war das Gebot ausreichend und nun ist er wieder in Nordhausen angekommen. Über 200 Geldstücke aus der Zeit von 1180 bis 1685 haben Nordhäuser Sammler aus Deutschland und der ganzen Welt wieder in die Tresore ihrer Heimatstadt gebracht.
Nun will auch der Nordhäuser Numismatische Verein nach der Pandemiezeit wieder seine Arbeit aufnehmen. Die Alt-Schrott-Sammler treffen sich jeden 1. Dienstag im Monat, 18.00 Uhr, in der Gaststätte Zum Socken. Für Fragen und Beratungen wird sich immer ein Mitglied finden. Sie sind herzlich eingeladen.


