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Vor dem Aus?

Donnerstag, 29. September 2005, 09:42 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie helfen Bürgern, die in Not geraten sind. Sie helfen bei Problemen mit Hersteller, sie beraten über günstige Baufinanzierungen – die Verbraucherberatungsstellen. Auch die in Nordhausen könnte jetzt vor dem Aus stehen.


Sollten die geplanten Haushaltskürzungen vom Landtag bestätigt werden, ist ein Insolvenzverfahren der Verbraucher-Zentrale Thüringen unumgänglich! Die Verbraucher-Zentrale Thüringen steht vor einem Scherbenhaufen. Sie muss
ihre Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sie bisher in 14 Beratungsstellen und der Geschäftsstelle in Erfurt angeboten hat, vollständig einstellen, wenn das Land Thüringen seine Kürzungsankündigung wahr macht. Nach den jetzigen Plänen der Landesregierung sollen die Zuschüsse für Verbraucherberatung um 60 % im Jahr 2006 und um 80 % im Jahr 2007 gekürzt werden. Dies käme einem Abschied der Verbraucherberatung auf Raten in Thüringen gleich.

"In einer Zeit wachsender sozialer Notlagen verkennt die Landesregierung die Realität, wenn die von hochqualifizierten und ebenso motivierten Fachkräften im Verbraucherrecht und im Verbraucherschutz wahrgenommenen Beratungsangebote plötzlich in Frage gestellt werden. Mit dem Rückzug des Freistaates Thüringen aus der professionellen Verbraucherberatung werden die zunehmenden Problemlagen vieler Bürgerinnen und Bürger geradezu konterkariert. Auf dieser Grundlage ist weder die Beratung im Verbraucherrecht noch irgendeine andere fachlich qualifizierte Spezialberatung, wie bspw. im Finanzdienstleistungsbereich, für die Altersvorsorge oder im Patientenbereich möglich. Die Kürzungen erlauben es nicht, eine halbwegs funktionierende Infrastruktur aufrecht zu erhalten," so Ingo Weidenkaff, Vorstandsvorsitzender der Verbraucher-Zentrale Thüringen.

Die Verbraucher sind in den vergangenen Jahren mit zahlreichen politischen Entscheidungen konfrontiert worden, die die Privatisierung von individuellen Risiken zur Folge hatten. Die Verbraucher-Zentrale Thüringen war auf diesem Weg immer ein kompetenter Begleiter und hat die notwendigen Informationen und Beratungen angeboten. Wenn der Landtag keine andere Entscheidung trifft, bleibt nur der Weg in die Insolvenz. Vorstand und Geschäftsführung fordern den Landtag auf, das Gewicht des Verbraucherschutzes in Thüringen in den Haushaltsberatungen angemessen zu berücksichtigen und die Kürzungen zurück zu nehmen.

"Die Thüringer Landesregierung plant die Zuschüsse für die unabhängige Verbraucherberatung durch die Verbraucherzentrale Thüringen so weit zu kürzen, dass die Arbeit spätestens Ende März 2006 eingestellt werden muss. Wenn die geplanten Kürzungen wie vorgeschlagen im Landtag beschlossen werden, müssen alle 14 Beratungsstellen geschlossen werden, eine bürgernahe Infrastruktur würde entfallen, die es bisher ermöglicht hat, fachlich qualifizierte und individuelle angepasste Beratungen anzubieten. Beratungen zur Altersvorsorge, zu Berufunfähigkeitsversicherungen, zur gesunden Ernährung, zu Patientenrechten, zum rationellen Energieeinsatz und zum Verbraucherrecht müssten vollständig eingestellt werden. Wir bitten Sie sich daran zu beteiligen, die drohende Zerschlagung der Verbraucherzentrale Thüringen zu vermeiden und sich per Mail an die Fraktionen im Thüringer Landtag zu wenden“, so Weidenkaff zum Schluß:

pressestelle@thl-cdu.de
info@spd-thl.de
fraktion@linkspartei-pds-thl.de
Autor: nnz

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