nnz-Kurznews am Wochenende (2)
Sonntag, 25. September 2005, 17:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Was in Thüringen an diesem Samstag in Thüringen und Deutschland so alles los war, das hat die nnz für Sie zusammengetragen. Mit einem Klick auf MEHR sind auch Sie im Bilde.
Aggressionen und Stress
Rund 230 Sozialpsychologen kommen von heute an zu einer internationalen Tagung in Jena zusammen. An der Friedrich-Schiller-Universität diskutieren sie bis Mittwoch unter anderem über das Entstehen von Aggressionen, Beziehungsstress und Diskriminierung. Zudem erörtern die Experten, wie sich Gruppenarbeit effektiver gestalten lässt. In einem öffentlichen Vortrag widmet sich eine Wissenschaftlerin aus Bern am Montag psychologischen Aspekten im Umgang mit strafrechtlich relevanten Konflikten. Die Lohn- und Gehaltsunterschiede in Ost und West fördern nach Auffassung der Jenaer Psychologin Amélie Mummendey die Selbstwahrnehmung der Bundesbürger als Ost- und Westdeutsche. Die reale Gegebenheit der Gehaltsunterschiede führt dazu, dass sich die Menschen zu zwei verschiedenen Gruppen zugehörig fühlen, sagte die Sozialpsychologin in Jena.
Kraniche beobachtet
Ihr Interesse für Zugvögel hatte am Sonntag für vier Touristen aus Erfurt schwerwiegende Folgen. Wie die Stralsunder Polizei mitteilte, waren sie in ihrem Auto auf der Landstraße 23 zwischen Barth und Löcknitz (Nordvorpommern) langsamer gefahren, um Kraniche zu beobachten. Eine 23-jährige Autofahrerin bemerkte dies zu spät und fuhr auf. Im gerammten Wagen wurden zwei Erfurter eingeklemmt und schwer verletzt, zwei weitere erlitten leichte Verletzungen. Der Sachschaden wurde auf rund 20 000 Euro geschätzt.
Schröder für Große Koalition
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich eindeutig für eine große Koalition aus SPD und Union ausgesprochen und auch eine Klärung der Führungsfrage angekündigt. Ich bin dafür, dass diese Koalition zu Stande kommt, ich werde alles dafür tun, damit sie zu Stande kommt”, sagte er in der ARD. Er denke aber nicht daran, mich unter dem Druck der CDU zu irgendwelchen Zugeständnissen bringen zu lassen.” Er sei dafür, dass Deutschland stabil von einer großen Koalition für vier Jahre regiert werde.
Aufbau Ost gefährdet
Der Koalitionspoker gefährdet nach Ansicht des Thüringer SPD-Vorsitzenden Christoph Matschie den Aufbau Ost. Die Parteien müssen schnell eine tragfähige Regierung bilden, um einen Fadenriss zu verhindern, sagte Matschie vorgestern. Im Moment gebe es zu viele Unbekannte bei der Förderung für die Ostländer. So wissen wir nicht, was aus der Investitionszulage wird oder aus den EU-Fördergeldern.
Kein Stellenabbau
Der Automobilkonzern Opel kann seine Kapazitäten in Eisenach in diesem Jahr erneut nicht voll ausfahren. Wir liegen unter unseren Möglichkeiten, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Opel Eisenach GmbH, Harald Lieske, der Nachrichtenagentur dpa. Er rechnet insgesamt nur mit einer Jahresproduktion von etwa 130 000 Autos. Arbeitszeitmodelle erlaubten es jedoch, die Hängepartie ohne Gefährdung von Arbeitsplätzen zu überstehen. Derzeit wird für den Corsa-Nachfolger in Eisenach investiert.
Deutsche Lösung
Porsche will nach einem Spiegel”-Bericht Hauptaktionär bei VW werden. Nach Informationen des Blattes hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit Hilfe der Investmentbank Merrill Lynch den Einstieg beim viertgrößten Autobauer der Welt vorbereitet. Ein VW-Sprecher sprach von Spekulationen”, die er nicht kommentiere. Bei Porsche in Stuttgart war für eine Stellungnahme bislang niemand erreichbar. Zuletzt hatten Gerüchte über einen Einstieg des US- Milliardärs Kirk Kerkorian bei VW die Aktie in die Höhe getrieben.
Wolf überfahren
Der aus dem Gelsenkirchener Zoo ausgebrochene Wolf ist tot. Das Weibchen wurde auf der Autobahn 42 von einem Auto erfasst. Der 49-jährige Autofahrer hatte nach Polizeiangaben zunächst gedacht, einen Hund überfahren zu haben. Beamte identifizierten das Tier jedoch wenig später als Wolf. Das ausgebrochene Tier hatte eine Woche lang in der Gegend umhergestreift und für erhebliche Unruhe in der Bevölkerung gesorgt.
Abstufen
Die Rating-Agentur Standard and Poor's droht damit, die Bonität Deutschlands und Italiens herabzustufen. Das sagte Konrad Reuss, geschäftsführender Dirktor für Länderratings, nach Angaben der Agentur Bloomberg am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. Deutschland könne seinen Top-Status innerhalb der nächsten 18 Monate einbüßen, wenn keine entscheidenden Schritte zum Schuldenabbau unternommen werden. Eine schwache Koalitionsregierung werde als weiterer Negativfaktor bewertet.
Autor: nnzAggressionen und Stress
Rund 230 Sozialpsychologen kommen von heute an zu einer internationalen Tagung in Jena zusammen. An der Friedrich-Schiller-Universität diskutieren sie bis Mittwoch unter anderem über das Entstehen von Aggressionen, Beziehungsstress und Diskriminierung. Zudem erörtern die Experten, wie sich Gruppenarbeit effektiver gestalten lässt. In einem öffentlichen Vortrag widmet sich eine Wissenschaftlerin aus Bern am Montag psychologischen Aspekten im Umgang mit strafrechtlich relevanten Konflikten. Die Lohn- und Gehaltsunterschiede in Ost und West fördern nach Auffassung der Jenaer Psychologin Amélie Mummendey die Selbstwahrnehmung der Bundesbürger als Ost- und Westdeutsche. Die reale Gegebenheit der Gehaltsunterschiede führt dazu, dass sich die Menschen zu zwei verschiedenen Gruppen zugehörig fühlen, sagte die Sozialpsychologin in Jena.
Kraniche beobachtet
Ihr Interesse für Zugvögel hatte am Sonntag für vier Touristen aus Erfurt schwerwiegende Folgen. Wie die Stralsunder Polizei mitteilte, waren sie in ihrem Auto auf der Landstraße 23 zwischen Barth und Löcknitz (Nordvorpommern) langsamer gefahren, um Kraniche zu beobachten. Eine 23-jährige Autofahrerin bemerkte dies zu spät und fuhr auf. Im gerammten Wagen wurden zwei Erfurter eingeklemmt und schwer verletzt, zwei weitere erlitten leichte Verletzungen. Der Sachschaden wurde auf rund 20 000 Euro geschätzt.
Schröder für Große Koalition
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich eindeutig für eine große Koalition aus SPD und Union ausgesprochen und auch eine Klärung der Führungsfrage angekündigt. Ich bin dafür, dass diese Koalition zu Stande kommt, ich werde alles dafür tun, damit sie zu Stande kommt”, sagte er in der ARD. Er denke aber nicht daran, mich unter dem Druck der CDU zu irgendwelchen Zugeständnissen bringen zu lassen.” Er sei dafür, dass Deutschland stabil von einer großen Koalition für vier Jahre regiert werde.
Aufbau Ost gefährdet
Der Koalitionspoker gefährdet nach Ansicht des Thüringer SPD-Vorsitzenden Christoph Matschie den Aufbau Ost. Die Parteien müssen schnell eine tragfähige Regierung bilden, um einen Fadenriss zu verhindern, sagte Matschie vorgestern. Im Moment gebe es zu viele Unbekannte bei der Förderung für die Ostländer. So wissen wir nicht, was aus der Investitionszulage wird oder aus den EU-Fördergeldern.
Kein Stellenabbau
Der Automobilkonzern Opel kann seine Kapazitäten in Eisenach in diesem Jahr erneut nicht voll ausfahren. Wir liegen unter unseren Möglichkeiten, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Opel Eisenach GmbH, Harald Lieske, der Nachrichtenagentur dpa. Er rechnet insgesamt nur mit einer Jahresproduktion von etwa 130 000 Autos. Arbeitszeitmodelle erlaubten es jedoch, die Hängepartie ohne Gefährdung von Arbeitsplätzen zu überstehen. Derzeit wird für den Corsa-Nachfolger in Eisenach investiert.
Deutsche Lösung
Porsche will nach einem Spiegel”-Bericht Hauptaktionär bei VW werden. Nach Informationen des Blattes hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit Hilfe der Investmentbank Merrill Lynch den Einstieg beim viertgrößten Autobauer der Welt vorbereitet. Ein VW-Sprecher sprach von Spekulationen”, die er nicht kommentiere. Bei Porsche in Stuttgart war für eine Stellungnahme bislang niemand erreichbar. Zuletzt hatten Gerüchte über einen Einstieg des US- Milliardärs Kirk Kerkorian bei VW die Aktie in die Höhe getrieben.
Wolf überfahren
Der aus dem Gelsenkirchener Zoo ausgebrochene Wolf ist tot. Das Weibchen wurde auf der Autobahn 42 von einem Auto erfasst. Der 49-jährige Autofahrer hatte nach Polizeiangaben zunächst gedacht, einen Hund überfahren zu haben. Beamte identifizierten das Tier jedoch wenig später als Wolf. Das ausgebrochene Tier hatte eine Woche lang in der Gegend umhergestreift und für erhebliche Unruhe in der Bevölkerung gesorgt.
Abstufen
Die Rating-Agentur Standard and Poor's droht damit, die Bonität Deutschlands und Italiens herabzustufen. Das sagte Konrad Reuss, geschäftsführender Dirktor für Länderratings, nach Angaben der Agentur Bloomberg am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. Deutschland könne seinen Top-Status innerhalb der nächsten 18 Monate einbüßen, wenn keine entscheidenden Schritte zum Schuldenabbau unternommen werden. Eine schwache Koalitionsregierung werde als weiterer Negativfaktor bewertet.
