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Roswora: "Unterricht nur vereinzelt möglich, bspw. in Moscheen"

Thüringen will Muttersprache der Migranten fördern

Donnerstag, 08. Juli 2021, 13:33 Uhr
„Mehrsprachigkeit ist ein großer Schatz. Diesen wollen wir im Freistaat heben“, sagt Migrationsminister Dirk Adams (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) hat Bildungsträger zur Einreichung von Konzeptvorschlägen zur Umsetzung eines „Landesprogramms zur außerschulischen Förderung der Herkunftssprache von Kindern und jungen Menschen, die eine allgemein bildende oder berufsbildende Schule besuchen“ aufgerufen...

Die Förderung muttersprachlichen Unterrichts hat die Landesregierung mit dem „Thüringer Integrationskonzept – für ein gutes Miteinander!“ Ende 2017 beschlossen. „Die Potenziale zugewanderter Menschen zu fördern, ist ein wichtiger Beitrag für eine gelingende Integration. Deshalb ist es richtig, die Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte in der Beherrschung ihrer Muttersprache zu unterstützen“, sagt Adams. „Und wer sicher in seiner Muttersprache ist, entwickelt leichter sprachübergreifende Kenntnisse, die auch beim Erlernen von Deutsch oder weiteren Fremdsprachen wichtig sind. Damit wiederum kann unsere gesamte Gesellschaft von den Kompetenzen der zu uns Gekommenen profitieren.“

„Wie groß das Anliegen der Zugewanderten ist, ihre Mehrsprachigkeit zu bewahren, bekommen wir jeden Tag in der Arbeit mit migrantischen Organisationen gespiegelt“, begrüßt auch die geschäftsführende Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, Annett Roswora, das geplante Landesprogramm. Bislang könnten Communities und Vereine muttersprachlichen Unterricht nur sehr vereinzelt organisieren, so beispielsweise in Moscheen. „Es ist gut und wichtig, dass wir jetzt landesseitig strukturell unterstützen, solche Angebote flächendeckend aufzustellen und zu professionalisieren“, betont Roswora.
Autor: red

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