Vom Volk enttäuscht
Mittwoch, 21. September 2005, 08:58 Uhr
Nordhausen (nnz). 95 Prozent der Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen sind mit dem Ausgang der Wahl unzufrieden und enttäuscht. Erwartungsgemäß, wie die IHK in Erfurt kommentiert. Ein Drittel der Manager hatte aber aufgrund des großen Anteils unentschlossener Wähler mit einer knappen Entscheidung gerechnet. Weitere Einzelheiten mit einem Klick.
Mit Blick auf die gewünschte Regierungskoalition gehen die Meinungen der Befragten allerdings weit auseinander, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser zusammen. Während 30 Prozent für die so genannte Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen plädieren, halten 28 Prozent eine große Koalition unter einer Kanzlerin Angela Merkel für die beste Lösung. Nur 12 Prozent können sich dies unter Führung des bisherigen Amtsinhabers Gerhard Schröder vorstellen. Eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen kommt lediglich für 4 Prozent der Firmenchefs in Frage.
Überraschenderweise fordern 26 Prozent der befragten Unternehmer schon zwei Tage nach dem Urnengang eine Neuwahl. Wochenlange Koalitionsverhandlungen und eine instabile Regierung können wir uns aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und der Herausforderungen für den Standort Deutschland nicht leisten, warnt Grusser. Die vergiftete Atmosphäre zwischen Union und SPD lasse unter den handelnden Personen zurzeit kaum die Möglichkeit einer Einigung erkennen. Alle weiteren Konstellationen liefen mit Blick auf die stark differierenden Wahlprogramme eher auf einen faulen Kompromiss und einen Betrug am Wähler hinaus.
Drei Viertel der Manager befürchten angesichts der unklaren Situation negative Auswirkungen auf die Konjunktur. Immerhin wollen 42 Prozent ihre geplanten Investitionen aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen zunächst zurückstellen. Kalkulierbarkeit und Rechtssicherheit ist für jede Investitionsentscheidung grundlegende Voraussetzung, begründet der IHK-Hauptgeschäftsführer das Unternehmervotum.
85 Prozent der Befragten sehen den Wirtschaftsstandort Deutschland durch das Wahlergebnis geschwächt und äußerten sich besorgt, dass ein Stillstand bei den begonnenen Reformen die Bundesrepublik von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abkoppelt.
In einer telefonischen Blitzumfrage hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt 183 Unternehmer in Nord- und Mittelthüringen zum Ergebnis der Bundestagswahl befragt.
Autor: nnzMit Blick auf die gewünschte Regierungskoalition gehen die Meinungen der Befragten allerdings weit auseinander, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser zusammen. Während 30 Prozent für die so genannte Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen plädieren, halten 28 Prozent eine große Koalition unter einer Kanzlerin Angela Merkel für die beste Lösung. Nur 12 Prozent können sich dies unter Führung des bisherigen Amtsinhabers Gerhard Schröder vorstellen. Eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen kommt lediglich für 4 Prozent der Firmenchefs in Frage.
Überraschenderweise fordern 26 Prozent der befragten Unternehmer schon zwei Tage nach dem Urnengang eine Neuwahl. Wochenlange Koalitionsverhandlungen und eine instabile Regierung können wir uns aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und der Herausforderungen für den Standort Deutschland nicht leisten, warnt Grusser. Die vergiftete Atmosphäre zwischen Union und SPD lasse unter den handelnden Personen zurzeit kaum die Möglichkeit einer Einigung erkennen. Alle weiteren Konstellationen liefen mit Blick auf die stark differierenden Wahlprogramme eher auf einen faulen Kompromiss und einen Betrug am Wähler hinaus.
Drei Viertel der Manager befürchten angesichts der unklaren Situation negative Auswirkungen auf die Konjunktur. Immerhin wollen 42 Prozent ihre geplanten Investitionen aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen zunächst zurückstellen. Kalkulierbarkeit und Rechtssicherheit ist für jede Investitionsentscheidung grundlegende Voraussetzung, begründet der IHK-Hauptgeschäftsführer das Unternehmervotum.
85 Prozent der Befragten sehen den Wirtschaftsstandort Deutschland durch das Wahlergebnis geschwächt und äußerten sich besorgt, dass ein Stillstand bei den begonnenen Reformen die Bundesrepublik von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abkoppelt.
In einer telefonischen Blitzumfrage hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt 183 Unternehmer in Nord- und Mittelthüringen zum Ergebnis der Bundestagswahl befragt.
