Becker und Jendricke als Beisitzer
Sonntag, 04. November 2001, 12:32 Uhr
Nordhausen/Suhl (nnz). Matthias Jendricke hat die Wahl zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Thüringer SPD nicht geschafft. Der Nordhäuser Kreisverband allerdings hat sich wacker geschlagen.
Jendricke konnte sich zwar nicht gegen die fast angestammte Stellvertretermannschaft durchsetzen, doch der junge Sozi aus dem hohen Thüringer Norden wird als einer von 18 Beisitzern künftig dem Landesvorstand angehören, für ihn votierten 73 Delegierte. Allein das wird in der SPD schon als Achtungserfolg gewertet.
Als weiteren Erfolg gegenüber der nnz bewertete die SPD-Kreisvorsitzende Dagmar Becker (mit 94 Stimmen ebenfalls als Beisitzer wiedergewählt) die Einbringung des Änderungsantrages zum Krieg in Afghanistan (siehe auch im nnz-Archiv) durch den Nordhäuser Kreisverband. Für die Einreichung des Änderungsantrages brauchten die Nordhäuser Sozis 15 Stimmen unter den Delegierten. War kein Problem, von Interesse ist allerdings der Blick auf die Unterschriften. Da steht zum Beispiel ganz oben die von Harald Zanker, dem Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises. Dieser Kreisverband und der des Wartburgkreises gehörte zu den stärksten Befürwortern des Nordhäuser Vorstoßes. Mit 80 Ja-Stimmen, 112 Nein-Stimmen und 18 Enthaltungen wurde der Antrag zwar abgelehnt, doch die sozialdemokratischen Gegenschlag-Befürworter bekamen den Wind der Basis zu spüren.
Matthias Jendricke, der den Antrag einbrachte, machte in seiner dreiminütigen Rede denn auch deutlich, dass ein Großteil der Genossen aber auch der Bürger im Landkreis Nordhausen hinter dem Aussetzen der US-Luftangriffe stehe. Selten sei man sich im Vorstand des Kreisverbandes so einig gewesen wie in diesem Punkt. Auch Dr. Gebhardt bestätigte dies in seinem Diskussionsbeitrag, hier vor allem aus der Sicht des Ortsverbandes Nordhausen.
Obwohl mehr an den Rand des Geschehens gedrängt, stand der Matschie-Vorgänger Richard Dewes auch in Suhl im Interesse des medialen Geschehens. Er plädierte in seinem Redebeitrag für eine Aussetzung der Luftschläge seitens der USA. Die Meinung in der Bevölkerung kippt und spätestens bei einer Abstimmung im Bundestag über eine deutsche Beteiligung wird sich auch dort die Haltung ändern. Darauf wollen wir aufmerksam machen, wir fallen damit der Bundesregierung nicht in den Rücken, so Dewes gestern in Suhl.
Was auf dem Thüringer Parteitag in Richtung Afghanistan bereits deutlich wurde, das werde sich in zwei Wochen auf dem Bundesparteitag der SPD in Nürnberg noch verstärken, ist sich Dagmar Becker sicher. Sie wird dort erneut für eine vorrübergehende Einstellung der Luftangriffe plädieren. Mit Genugtuung nahm sie jedenfalls zur Kenntnis, dass die wiedergewählte Matschie-Stellvertreterin Petra Heß ebenfalls für den Nordhäuser Änderungsantrag gestimmt hatte.
Autor: nnzJendricke konnte sich zwar nicht gegen die fast angestammte Stellvertretermannschaft durchsetzen, doch der junge Sozi aus dem hohen Thüringer Norden wird als einer von 18 Beisitzern künftig dem Landesvorstand angehören, für ihn votierten 73 Delegierte. Allein das wird in der SPD schon als Achtungserfolg gewertet.
Als weiteren Erfolg gegenüber der nnz bewertete die SPD-Kreisvorsitzende Dagmar Becker (mit 94 Stimmen ebenfalls als Beisitzer wiedergewählt) die Einbringung des Änderungsantrages zum Krieg in Afghanistan (siehe auch im nnz-Archiv) durch den Nordhäuser Kreisverband. Für die Einreichung des Änderungsantrages brauchten die Nordhäuser Sozis 15 Stimmen unter den Delegierten. War kein Problem, von Interesse ist allerdings der Blick auf die Unterschriften. Da steht zum Beispiel ganz oben die von Harald Zanker, dem Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises. Dieser Kreisverband und der des Wartburgkreises gehörte zu den stärksten Befürwortern des Nordhäuser Vorstoßes. Mit 80 Ja-Stimmen, 112 Nein-Stimmen und 18 Enthaltungen wurde der Antrag zwar abgelehnt, doch die sozialdemokratischen Gegenschlag-Befürworter bekamen den Wind der Basis zu spüren.
Matthias Jendricke, der den Antrag einbrachte, machte in seiner dreiminütigen Rede denn auch deutlich, dass ein Großteil der Genossen aber auch der Bürger im Landkreis Nordhausen hinter dem Aussetzen der US-Luftangriffe stehe. Selten sei man sich im Vorstand des Kreisverbandes so einig gewesen wie in diesem Punkt. Auch Dr. Gebhardt bestätigte dies in seinem Diskussionsbeitrag, hier vor allem aus der Sicht des Ortsverbandes Nordhausen.
Obwohl mehr an den Rand des Geschehens gedrängt, stand der Matschie-Vorgänger Richard Dewes auch in Suhl im Interesse des medialen Geschehens. Er plädierte in seinem Redebeitrag für eine Aussetzung der Luftschläge seitens der USA. Die Meinung in der Bevölkerung kippt und spätestens bei einer Abstimmung im Bundestag über eine deutsche Beteiligung wird sich auch dort die Haltung ändern. Darauf wollen wir aufmerksam machen, wir fallen damit der Bundesregierung nicht in den Rücken, so Dewes gestern in Suhl.
Was auf dem Thüringer Parteitag in Richtung Afghanistan bereits deutlich wurde, das werde sich in zwei Wochen auf dem Bundesparteitag der SPD in Nürnberg noch verstärken, ist sich Dagmar Becker sicher. Sie wird dort erneut für eine vorrübergehende Einstellung der Luftangriffe plädieren. Mit Genugtuung nahm sie jedenfalls zur Kenntnis, dass die wiedergewählte Matschie-Stellvertreterin Petra Heß ebenfalls für den Nordhäuser Änderungsantrag gestimmt hatte.
