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Adel verpflichtet

Dienstag, 20. September 2005, 11:56 Uhr
Nordhausen/Neustadt (nnz). „So Leute, das sind die Lords“. Ganz bodenständig stellte Veranstalter Frank Pojtinger die zwar in die Jahre gekommene, aber deshalb keineswegs behäbig gewordene Beatlegende dem tobenden Publikum am vergangenen Samstag in Neustadt vor.

Adel verpflichtet  (Foto: nnz) Adel verpflichtet (Foto: nnz)

„Poor Boy", der Klassiker, dem seit Beginn des Auftritts der Rock-Oldies entgegengefiebert wurde, ist gerade verklungen. Doch Jubel, tosender Beifall und begeisterte Pfiffe halten an, als die Vier sich auf der Bühne verneigen. „Zugabe"-Rufe werden laut, doch sind sie gar nicht nötig. Denn mit „Michael" und „Gloryland" stehen noch zwei Hits auf der Liste, bei denen es niemanden in der Halle mehr kalt lässt. Heiß ist es inzwischen auch geworden, die Luft ist voller Rauch. Die Lautsprecher geben alles, die Gitarren plärren, das Schlagzeug wird mit Schlägen bombardiert, und die Bässe wummern einem um die Ohren.

Die ganze Halle rockt, keiner steht mehr still, jeder singt mit im „Gloryland", und die Arme schwingen klatschend über den Köpfen der Fans. Die „Lords" spielen sich in einen Rausch und springen mit ihren grau-weißen Haaren unermüdlich und mit vollem Körper- und Stimmeinsatz über die Bühne, so dass man sich fragt, ob die Herren wirklich schon so alt sind. Sie sind zwar etwas in die Jahre gekommen, aber die „Lords" wissen ihr Publikum immer noch zu begeistern.

Mit „Spitfire Lace" bleiben sie ihrem rasanten Rocksound treu und zeigen dem Publikum, an dem Jahre ebenfalls nicht spurlos vorbeigegangen sind, dass sie das zu Beginn des Auftritts ins Mikrophon gekrächzte „Let's rock!" Ernst meinen. Der Bass dröhnt aus den Boxen, und die weit von einer Altherrencombo entfernten „Lords" bringen mit ihren Rockhymnen die Stimmung zum Kochen. Eine ganz eigenwillige Interpretation des Klassikers „Que Sera" zeigt, dass den Routiniers nicht die nötige Portion Humor fehlt, um aus einem schmalzigschnulzigen Schlager eine Rocknummer zu machen.

Zur ersten Strophe wird im Publikum noch gemütlich geschunkelt, doch dann ist Schluss mit behäbig und ab geht die Post. Schnelle Rock-Rhythmen kombiniert mit einer dröhnenden Männerstimme lassen die Blondine der 50er Jahre und ihr harmloses Original schnell vergessen. So ist es kein Wunder, dass die „Lords" auf ihre anfängliche Frage,„Wollt ihr Rock 'n' Roll?", eine eindeutige Antwort erhalten und damit zugleich den Startschuss für 80 Minuten puren Rock voll Energie, Spielfreude und Erinnerung an alte Zeiten.

„Wir haben uns sehr wohl gefühlt im Harz“, so Leo Lietz nach seinem Auftritt. Das es ein Altstadtfest 2006 geben wird garantierte Veranstalter Frank Pojtinger. „Das ist klasse gelaufen, und wir können mit 1000 Euro den Bau des Kinderhospizes in Nordhausen unterstützen“, freute sich Pojtinger. Bereits vor Konzertbeginn hatte sich der Gastronom und Hotelier Frank Pojtinger dazu entschlossen einen Charity–Euro von jedem verkauften Ticket an die „Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland e.V.“ zu spenden.
Autor: nnz

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