Der schwere Gang des Otto Brandt
Montag, 19. September 2005, 19:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte vor einigen Tagen über die Schwierigkeiten in der Firmengruppe des Otto Brandt berichtet. Heute wurde ein neues Kapitel im Drama aufgeschlagen. Einzelheiten wie immer mit einem Klick.
Der schwere Gang des Otto Brandt (Foto: nnz)
Gemeinsam mit seiner Frau und dem Rechtsanwalt der Firma fuhr Otto Brandt heute nach Mühlhausen. Am dortigen Amtsgericht meldete der Nordhäuser die Insolvenz für das Forschungsinstitut IMG gGmbH sowie für die IGENO Schienenfahrzeug GmbH in Niedersachswerfen an. Seitens des Gerichts wurde Carsten Bloß als vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt. Der erhielt den Anruf kurz nach 13 Uhr und machte sich auf den Weg nach Nordhausen, um erste Gespräche zu führen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen.
Im Gespräch mit der nnz kündigte Bloß am Abend an, dass er gemeinsam mit Otto Brandt nach Lösungen für den Fortbestand der beiden Unternehmungen suchen werde. Von der Insolvenz sind bei IMG 75 Mitarbeiter betroffen, bei der IGENO sind es rund 110. Carsten Bloß prüft derzeit, ob eine Vorfinanzierung des Insolvenzausfallgeldes möglich sei.
Hintergrund der betrieblichen Schieflage soll der geplatzte Deal mit einer Investorengruppe aus Kasachstan sein, die Rede ist von 20 Millionen Euro. Bis heute hätte es einen regen Mailverkehr zwischen Nordhausen und dem asiatischen Land gegeben. Alles schön und gut, nur das Geld ist noch immer nicht auf Konten der Brandtschen Firmen angelangt. 2,5 Millionen Verluste hat das Kasachstangeschäft gebracht. Wie - mit aller gebotenen Vorsicht ausgedrückt – schwierig sich die Partner gebärden wird auch an der Tatsache deutlich, dass es nun vier Investoren geben soll, die angeblich eine Firma gegründet haben, um die IGENO zu kaufen. Es soll sogar schon Angebote zur Übernahme des Personals gegeben haben. Dabei sollen Beschäftigtenzahlen genannt worden sein, die über denen liegen, die tatsächlich beschäftigt sind.
Spätestens hier wird der erfahrene Insolvenzverwalter skeptisch, das seien schon merkwürdige Angebote einer Investorengruppe, die nach nnz-Informationen aus Deutschen und Kasachen bestehen soll, deren deutsche Teilhaber in Nordhausen keine Unbekannten sein sollen.
Ab morgen wird Carsten Bloß nach möglichen Investoren suchen – für die IGENO. Das Forschungsinstitut soll als eine übertragene Sanierung mit leitenden Mitarbeitern fortgeführt werden. Nach Unternehmensangaben sind die Mitarbeiter beider Einrichtungen und Betriebe heute von Otto Brandt über die aktuelle Situation informiert worden. Für sie bietet sich jetzt wenigstens die Möglichkeit, Insolvenzausfallgeld zu erhalten.
Autor: nnz
Der schwere Gang des Otto Brandt (Foto: nnz)
Gemeinsam mit seiner Frau und dem Rechtsanwalt der Firma fuhr Otto Brandt heute nach Mühlhausen. Am dortigen Amtsgericht meldete der Nordhäuser die Insolvenz für das Forschungsinstitut IMG gGmbH sowie für die IGENO Schienenfahrzeug GmbH in Niedersachswerfen an. Seitens des Gerichts wurde Carsten Bloß als vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt. Der erhielt den Anruf kurz nach 13 Uhr und machte sich auf den Weg nach Nordhausen, um erste Gespräche zu führen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen.
Im Gespräch mit der nnz kündigte Bloß am Abend an, dass er gemeinsam mit Otto Brandt nach Lösungen für den Fortbestand der beiden Unternehmungen suchen werde. Von der Insolvenz sind bei IMG 75 Mitarbeiter betroffen, bei der IGENO sind es rund 110. Carsten Bloß prüft derzeit, ob eine Vorfinanzierung des Insolvenzausfallgeldes möglich sei.
Hintergrund der betrieblichen Schieflage soll der geplatzte Deal mit einer Investorengruppe aus Kasachstan sein, die Rede ist von 20 Millionen Euro. Bis heute hätte es einen regen Mailverkehr zwischen Nordhausen und dem asiatischen Land gegeben. Alles schön und gut, nur das Geld ist noch immer nicht auf Konten der Brandtschen Firmen angelangt. 2,5 Millionen Verluste hat das Kasachstangeschäft gebracht. Wie - mit aller gebotenen Vorsicht ausgedrückt – schwierig sich die Partner gebärden wird auch an der Tatsache deutlich, dass es nun vier Investoren geben soll, die angeblich eine Firma gegründet haben, um die IGENO zu kaufen. Es soll sogar schon Angebote zur Übernahme des Personals gegeben haben. Dabei sollen Beschäftigtenzahlen genannt worden sein, die über denen liegen, die tatsächlich beschäftigt sind.
Spätestens hier wird der erfahrene Insolvenzverwalter skeptisch, das seien schon merkwürdige Angebote einer Investorengruppe, die nach nnz-Informationen aus Deutschen und Kasachen bestehen soll, deren deutsche Teilhaber in Nordhausen keine Unbekannten sein sollen.
Ab morgen wird Carsten Bloß nach möglichen Investoren suchen – für die IGENO. Das Forschungsinstitut soll als eine übertragene Sanierung mit leitenden Mitarbeitern fortgeführt werden. Nach Unternehmensangaben sind die Mitarbeiter beider Einrichtungen und Betriebe heute von Otto Brandt über die aktuelle Situation informiert worden. Für sie bietet sich jetzt wenigstens die Möglichkeit, Insolvenzausfallgeld zu erhalten.
