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Richter Kropp: Früh übt sich...

Montag, 19. September 2005, 09:03 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Die nnz hatte in den zurückliegenden Monaten immer wieder über die Folgen eines sinnlosen Vandalismus berichtet. In Sondershausen ist das nicht anders. Da musste sich jetzt Richter Christian Kropp mit jugendlichen Vandalen „beschäftigen“.


In der Zeit zwischen dem 13. und 15.12.2004 beschädigten Ansgar B. und Thilo D. (15 und 16, Namen geändert) auf ihrem gemeinsamen Schulweg in der Sondershausen an der Bergstraße und in der Güntherstraße durch gezielte Tritte einen Elektroschaltkasten der Stadtverwaltung und zum anderen traten sie Abdeckungen an einem Masten der Straßenbeleuchtung kaputt. Hierbei entfernten sie auch Sicherungen, so dass ein Gesamtschaden in Höhe von 600 € entstand.

Ein Fall wie er leider immer wieder vorkommt, solche sinnlose Vandalismus ist bei Jugendlichen nicht selten verbreitet. Was den Fall berichtenswert macht, ist das Vorleben von Ansgar und Thilo. Beide werden in der Kartei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen bereits mehr als fünfzehnmal geführt, vor allem wegen Diebstahl, Bedrohung und Körperverletzung. Für diese Taten konnten sie nicht bestraft werden, da sie unter vierzehn und damit nicht strafmündig waren. Jetzt ändert sich das, und mit Jugendrichter Christian Kropp vom Sondershäuser Amtsgericht haben sie dabei einen unangenehmen Partner. Kropp beließ es bei beiden, welche die Taten vor ihm einräumten, noch einmal bei Arbeitsstunden, benötigt er doch noch etwas „Spielraum“, da weitere Taten gegen beide angeklagt sind. Ansgar und Thilo werden jetzt zudem intensiv vom Jugendamt betreut, so dass zu hoffen ist, dass diese ersten Maßnahmen etwas bringen.

Inzwischen hat zumindest Thilo D. munter in Sachen Strafverfahren weitergearbeitet. Sachbeschädigung, Nötigung und Körperverletzung, die Bedrohung seiner Mutter mit einem Messer: All dies hat dazugeführt, dass Jugendrichter Kropp nunmehr zu einer schärferen Strafe gegen ihn gegriffen hat und eine Jugendstrafe in Höhe von sechs Monaten festgesetzt hat. Diese ist noch einmal zur Bewährung ausgesetzt worden - für den jungen Mann die allerletzte Chance. Denn eines will man im Kyffhäuserkreis ganz sicher nicht: Einen Fall Mehmet, der vor zehn Jahren als junger Serienstraftäter in München erheblichen Schaden angerichtet hat.
Autor: nnz

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