Ein neues Volk muß her
Montag, 19. September 2005, 08:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Wahlen sind vorbei. Doch sind sie es wirklich? In Berlin wird jetzt verhandelt, offen und in abgeschotteten Räumen. Im Wahlkreis 190 ist dagegen alles klar. Einer kleinen Nachbetrachtung ist das Ergebnis dennoch wert.
Es ist schon kurios und unverschämt, was sich das Wahlvolk in diesem Land so alles herausnimmt. Es wählt nicht den Wechsel, wählt aber auch das Alte nicht. Noch nie war ein Ergebnis so bitter: Die beiden Wahlverlierer (CDU und SPD) sind vielleicht die künftig Regierenden und damit die Gewinner, die Gewinner der Wahl (FDP und Linke.PDS) werden vermutlich in die politische Röhre gucken und wollen es auch so.
Doch der Blick in den Wahlkreis 190, unseren Heimatwahlkreis, ist da schon interessanter. Zwar konnte an der Eichsfelder Kraft der CDU nicht gerüttelt werden, doch bei den Zweitstimmen (für die der Partei) mussten die beiden Volksparteien herbe Verluste hinnehmen. Bei der SPD sind es 9,3 Prozent, bei der CDU 4,3. Das ist in der Hochburg der Thüringer Christdemokratie jedoch schon ein Alarmzeichen. Verloren haben SPD und CDU vor allem an die Linke.PDS, die legte um 9,1 Prozent zu. Der Zuwachs der FDP im Thüringer Norden hält sich hingegen mit 2,7 Prozent in Grenzen, dennoch auch hier ein Trend, der Aufmerksamkeit verdient.
Und trotzdem wird es nur Gewinner geben, soviel steht fest. Was nicht fest steht ist die Beantwortung der Frage, wer künftig mit wem in Berlin regieren wird? Da mag die Wahl in Dresden die Lage eher zuspitzen, denn entspannen, am großen Koalitionspoker wird sie nicht viel ändern.
Und so sollte sich vielleicht die CDU lieber ein anderes Volk suchen. Die Christdemokraten waren gestern in der Landesgeschäftsstelle in Erfurt so angesäuert, dass sie ihren Frust auf den Wähler abließen. Dann müssen die eben mit dem zurechtkommen, was sie gewählt haben, wurde da gesagt. Wohl aber erst, nach dem die Mikrofone abgeschaltet waren.
Ob die Christdemokraten auch im Landkreis Nordhausen so denken, konnte nicht ermittelt werden. Hier sind die SPD und die Linke.PDS die klaren Wahlsieger. Nur im Eichsfeld, da ist die Welt aus Sicht der Christdemokratie vermutlich noch in Ordnung. Vielleicht aber ist es auch deshalb besser, wenn sich die CDU ein neues Volk sucht. Das aktuelle scheint den konservativen Intentionen nicht gewachsen zu sein.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEs ist schon kurios und unverschämt, was sich das Wahlvolk in diesem Land so alles herausnimmt. Es wählt nicht den Wechsel, wählt aber auch das Alte nicht. Noch nie war ein Ergebnis so bitter: Die beiden Wahlverlierer (CDU und SPD) sind vielleicht die künftig Regierenden und damit die Gewinner, die Gewinner der Wahl (FDP und Linke.PDS) werden vermutlich in die politische Röhre gucken und wollen es auch so.
Doch der Blick in den Wahlkreis 190, unseren Heimatwahlkreis, ist da schon interessanter. Zwar konnte an der Eichsfelder Kraft der CDU nicht gerüttelt werden, doch bei den Zweitstimmen (für die der Partei) mussten die beiden Volksparteien herbe Verluste hinnehmen. Bei der SPD sind es 9,3 Prozent, bei der CDU 4,3. Das ist in der Hochburg der Thüringer Christdemokratie jedoch schon ein Alarmzeichen. Verloren haben SPD und CDU vor allem an die Linke.PDS, die legte um 9,1 Prozent zu. Der Zuwachs der FDP im Thüringer Norden hält sich hingegen mit 2,7 Prozent in Grenzen, dennoch auch hier ein Trend, der Aufmerksamkeit verdient.
Und trotzdem wird es nur Gewinner geben, soviel steht fest. Was nicht fest steht ist die Beantwortung der Frage, wer künftig mit wem in Berlin regieren wird? Da mag die Wahl in Dresden die Lage eher zuspitzen, denn entspannen, am großen Koalitionspoker wird sie nicht viel ändern.
Und so sollte sich vielleicht die CDU lieber ein anderes Volk suchen. Die Christdemokraten waren gestern in der Landesgeschäftsstelle in Erfurt so angesäuert, dass sie ihren Frust auf den Wähler abließen. Dann müssen die eben mit dem zurechtkommen, was sie gewählt haben, wurde da gesagt. Wohl aber erst, nach dem die Mikrofone abgeschaltet waren.
Ob die Christdemokraten auch im Landkreis Nordhausen so denken, konnte nicht ermittelt werden. Hier sind die SPD und die Linke.PDS die klaren Wahlsieger. Nur im Eichsfeld, da ist die Welt aus Sicht der Christdemokratie vermutlich noch in Ordnung. Vielleicht aber ist es auch deshalb besser, wenn sich die CDU ein neues Volk sucht. Das aktuelle scheint den konservativen Intentionen nicht gewachsen zu sein.
Peter-Stefan Greiner
