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Zwecklose Informationen

Montag, 14. Juni 2021, 18:33 Uhr
Die nnz hatte schon über Jahre hinweg über erfolgreiche oder eben auch über erfolglose Bemühungen in punkto Tourismus geschrieben. Gestern fiel der Redaktion dazu ein Beispiel auf...

In die Nähe des Schildes zu gelangen, gleicht einem Abenteuer. (Foto: psg) In die Nähe des Schildes zu gelangen, gleicht einem Abenteuer. (Foto: psg)
Man sieht es nahezu alltäglich und doch beachtet man sie nicht - die herrliche, mitunter auch imposante Natur, die uns Menschen im Südharz umgibt.

Dass die auch anderen Menschen nahe- oder nähergebracht werden soll, ist das Bemühen bislang fast aller ungezählten Vereine, Vereinigungen, Verbände oder Interessensgemeinschaften. Der aktuelle Verein führt den Namen Südharz-Kyffhäuser. Gemeint ist der Tourismus.

Und trotzdem: die Zahlen, die außerhalb der Corona-Zeit quartalsweise veröffentlicht werden, sind nie berauschend gewesen. Da halfen bislang auch noch so ausgefeilte Konzepte und noch so detaillierte Studien nicht. Sie sind ernüchternd, aber bezahlt.

Woran das liegt? Natürlich zu allererst an den fehlenden Alleinstellungsmerkmalen, die Touristen locken sollen, denn Wald, Wiesen, schlecht ausgebaute Wander- und neuerdings auch Radwege, die braucht kein Urlauber. Fehlende Übernachtungs- oder Verweilmöglichkeiten ergänzen das niederschmetternde Urteil.

Und wenn sich dennoch ein Urlauber zum Beispiel mit seinem Fahrrad in den Landkreis Nordhausen verirren sollte, dann irrt der ob schlecht ausgeschilderter Wege nicht nur umher, er kann sich nicht mal informieren, an welcher Schönheit er gerade vorbeifährt oder läuft.

Es sind dann so oft die Kleinigkeiten, wie zum Beispiel rund 200 Meter hinter dem Ortsausgang von Woffleben, in Richtung Gudersleben. Dort, an einer Abzweigung, ist ein Schild angebracht, das den Wanderern den Kaiserweg erklärt. Besser ausgedrückt, erklären soll. Das Schild ist jedoch bis zu fünf Meter weg von Straße und Weg angeschraubt und in solch einer klitzekleinen Schrift angefertigt, dass der Neugierige sich unmittelbar davor stellen muss, um lesen und erfassen zu können.

Kann er aber nicht, da jeweils parallel zu Straße und zum Weg ein Graben führt, der selbstverständlich zugewachsen ist und dessen Überqueren somit ein Gefahrenpotential birgt. Fazit: Mensch kommt nicht in die Nähe der kleinen Schrift, kann sich nicht über den Kaiserweg informieren, radelt oder wandert weiter und denkt angestrengt über den Tourismus im Landkreis Nordhausen nach.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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