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Eine Hundertjährige lädt ein

Freitag, 16. September 2005, 08:25 Uhr
Nordhausen/Neustadt (nnz). Heute wird die Talsperre in Neustadt 100 Jahre alt. Seit einem Jahrhundert versorgt sie die Stadt Nordhausen mit weichem Wasser und wird dies auch noch einigen Jahrzehnte tun. Das soll heute und morgen gefeiert werden.

Eine Hundertjährige lädt ein (Foto: nnz) Eine Hundertjährige lädt ein (Foto: nnz)

Im September sind es 100 Jahre, seit die Stadt Nordhausen mit Wasser aus der Nordhäuser Talsperre im Harz bei Neustadt versorgt wird. Damit ist sie die älteste Staumauer des Freistaates.

Dieses wichtige Jubiläum möchte der Wasserverband Nordhausen (WVN) feiern – und lädt dazu am 16. und 17. September zu Vorträgen und einem „Tag der offenen Tür“ in das Wasserwerk und gemeinsam mit der Thüringer Fernwasserversorgung an die Nordhäuser Talsperre ein.

Heute ist Auftakt für die beiden Jubiläumstage, am Vormittag gibt es eine Festveranstaltung im Betriebsgebäude des Wasserverbandes Nordhausen in der Halleschen Straße. Nach den Grußworten von Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, Verbandsvorsitzenden Martin Höche und Geschäftsführer Jens Peters von der Thüringer Fernwasserversorgung wird WVN-Geschäftsführer Ulrich Schardt die Geschichte der Nordhäuser Trinkwasserversorgung Revue passieren lassen. Am Abend wird es dann wissenschaftlich – ausgewiesene Fachleute werden ab 19 Uhr im Saal des Nordhäuser Seniorenbegegnungszentrums in der Stolberger Straße 131 über Theorie und Praxis der Trinkwasserversorgung informieren.

Über die „Geschichte der Nordhäuser Trinkwasserversorgung vom Mittelalter bis zur Neuzeit“ berichtet Prof. Dr. Ing. habil. Harald Roscher, Hochschullehrer für Siedlungswasserwirtschaft an der FH Erfurt, Fachbuchautor und Veranstalter der Thüringer Wasserkolloquien. „100 Jahre Nordhäuser Talsperre bei Neustadt“ ist das Thema des Nordhäuser Dipl.-Ing. Peter Pohl, Geschäftsführer Ulrich Schardt spricht zur „Nordhäuser Trinkwasserversorgung im 21. Jahrhundert“.

Morgen ist ein Tag der „Offenen Tür“ angesagt: Zum einen bittet der WVN ab 10 Uhr im Nordhäuser Wasserwerk in der Alexander-Puschkin-Straße zum Blick hinter die Kulissen der Wasseraufbereitung. Dort – neben dem historischen Wasserwerk – können die Gäste den Baufortschritt für die neue Wasseraufbereitung besichtigen. Dazu gibt es ab 10 Uhr regelmäßige Führungen durch die Anlagen. Schmeckt das Wasser aus Bleicherode oder Ellrich anders als in Nordhausen? – auch dieser Frage kann beim „Tag der offenen Tür“ im Wasserwerk nachgegangen werden – durch die Besucher selbst: Es stehen verschiedene Wasserproben aus dem Versorgungsgebiet des Verbandes bereit, die verkostet werden können. Der Besuch im Wasserwerk kann zu einem Familienausflug genutzt werden: Für die kleineren Kinder ist eine Mal-Ecke eingerichtet, die Preise für Essen und Trinken sind familienfreundlich.

Zum anderen ist von 10 bis 17 Uhr die Nordhäuser Talsperre für Besucher zugänglich. Ein Spaziergang auf der Talsperrenmauer ist möglich. Der kostenlose Transport dorthin ist abgesichert: Ab 9.30 Uhr fährt von Neustadt aus regelmäßig ein Bus hinauf zur Talsperre in den Harz. Startpunkt ist der Parkplatz an der Kaufhalle. An der Talsperre stehen Mitarbeiter der Thüringer Fernwasserversorgung bereit, um Fragen rund um das Stau-Bauwerk zu beantworten. Wer beide Besichtigungsangebote – Wasserwerk und Talsperre – wahrnehmen möchte, für den gibt es einen kostenlosen Buspendelverkehr zwischen dem Wasserwerk und dem Parkplatz in Neustadt.

Einige Informationen zur Talsperre:
Die Nordhäuser Talsperre dient der Trinkwasserversorgung von Nordhausen. Die Staumauer ist eine gekrümmte Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk nach dem Intze-Prinzip. Die Talsperre wurde 1904-1905 im südlichen Harz erbaut und 1922-1923 um 5 Meter erhöht. Das gestaute Gewässer ist der Krebsbach. Betreiber der Talsperre ist die Thüringer Fernwasserversorgung; das Wasser wird an den Wasserverband Nordhausen geliefert. Die Staumauer wurde von 1997 bis 2001 saniert und mit einer Verstärkung, einer wasserseitigen Abdichtung mit Asphaltbeton, einem Kontrollgang und einer Untergrundabdichtung versehen.

Technische Daten: Höhe über der Talsohle: 29 Meter; Höhe der Mauerkrone über NN: 448 Meter; Speicherraum bei Vollstau: 1,2 Millionen Kubikmeter, Größe der Wasseroberfläche bei Vollstau: 14 Hektar; Einzugsgebiet: 5,4 Quadratkilometer.
Autor: nnz

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