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UPD Patientenberatung Deutschland:

AstraZeneca-Impfung für Thrombosepatienten geeignet

Montag, 24. Mai 2021, 09:58 Uhr
Die Corona-Pandemie endet, wenn sich genug Menschen impfen lassen oder die Erkrankung durchgestanden haben. Dann ist ein Großteil der Bevölkerung gegen das Virus immun (sogenannte Herdenimmunität). Der AstraZeneca-Impfstoff spielt dabei, genauso wie die anderen Impfstoffe, eine wichtige Rolle...

„Mein Hausarzt empfiehlt mir eine Impfung gegen das Coronavirus, da ich Asthmapatientin bin und ehrenamtlich mit Kindern arbeite. Ich bin 64 Jahre alt, weiblich und hatte vor fünf Jahren eine Beinvenenthrombose. Ich mache mir nun große Sorgen wegen des erhöhten Thromboserisikos, über das im Zusammenhang mit dem Impfstoff von AstraZeneca berichtet wird. Ich will nur mit einem Impfstoff geimpft werden, der kein Gesundheitsrisiko für mich darstellt. Welcher ist geeignet für mich?“
Katharina K. aus Berlin

Wie Frau K. sind jedoch viele Menschen besorgt, wenn es um die COVID-19-Impfung mit diesem Impfstoff geht.

Impfkomplikation Thrombose
Eine sehr seltene, aber schwere Impfkomplikation des AstraZeneca-Impfstoffes sind besondere Formen von Thrombosen (zum Beispiel Thrombosen der Hirnvenen) in Zusammenhang mit einer Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Diese Komplikation ist so selten, dass sie erst nach Millionen Impfungen auffiel. Als Reaktion auf die neuen Erkenntnisse wurden in Deutschland die Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff vorübergehend pausiert und die Impfempfehlungen angepasst. Die sehr seltene Nebenwirkung trat vorrangig bei Frauen unter 55 Jahren auf. Bei Personen über 60 Jahren wurde kein vermehrtes Auftreten der Hirnvenenthrombosen beobachtet. Aus diesem Grund empfiehlt in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff im Regelfall für Personen ab einem Alter von 60 Jahren.

Gerinnungsstörungen oder Thrombosen in der Vergangenheit
Häufig fragen Patientinnen und Patienten in der Beratung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), was zu beachten ist, wenn sie an einer Gerinnungsstörung leiden oder in der Vergangenheit eine Thrombose hatten. Es ist zwar verständlich, dass sie sich Sorgen machen, bislang ist dies jedoch wissenschaftlich nicht begründet. Thrombosen als Komplikation nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff entstehen anders als zum Beispiel klassische Beinvenenthrombosen. Bei der Impfkomplikation spielen Immunreaktionen gegen Blutplättchen eine Rolle, die ansonsten bei der typischen Beinvenenthrombose nicht vorkommen.
Thrombosen in der Krankenvorgeschichte wurden nicht als Risikofaktor für das Auftreten der Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit AstraZeneca nachgewiesen. Viele Personen höheren Alters wurden trotz Gerinnungsstörungen geimpft und haben die Impfung gut vertragen. Der COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca ist nicht mit einem erhöhten Gesamtrisiko für Blutgerinnungsstörungen verbunden.

Fazit
Frau K. schützt nicht nur sich, sondern auch andere durch ihre Impfung mit dem AstraZeneca- Impfstoff. Die Patientengruppe ab 60 Jahren, für die kein erhöhtes Risiko von Hirnvenenthrombosen besteht, kann die Impfung mit AstraZeneca annehmen. Damit stehen die anderen Impfstoffe schneller für jüngere Bevölkerungsgruppen zur Verfügung und das übergeordnete Ziel, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen, kann zeitnah erreicht werden. Bei Frau K. sprechen darüber hinaus auch ihre zahlreichen Kontakte und ihre Vorerkrankung für eine baldige Impfung.
Autor: red

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