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Einfach vergessen?

Dienstag, 13. September 2005, 15:53 Uhr
Nordhausen/Leinefelde (nnz). Der Endspurt im Bundestagswahlkampf treibt so langsam aber sicher seine Blüten. Selbst wenn es sich um Anwesenheiten dreht, wird geschoben, gemogelt und getrickst. Die nnz mit einem Beispiel aus unserem Wahlkreis.


Morgen soll nun endlich der zweite und damit letzte Bauabschnitt der Ortsumgehung der B 247 bei Leinefelde übergeben werden. Vermutlich mit einem Banddurchschnitt und einer schicken Tribüne, die da aufgebaut wird. Die Menschen in Leinefelde wird’s freuen. Den Direktkandidaten der SPD im Wahlkreis 190, Manuel Müller, auch. Denn dessen Name steht auf der offiziellen Einladungsliste aus dem Bundesverkehrsministerium. Das alles wäre selbst in Wahlkampfzeiten nicht so fürchterlich aufregend, wäre Müllers Name aus Berlin nicht nachgemeldet worden, wie der Leiter des Straßenbauamtes Nordthüringen, Franz Rohmund, der nnz auf Nachfrage bestätigte.

Vergessen hatte man im SPD-geführten Ministerium vorsorglich die anderen Kandidaten, also Franka Hitzing (FDP), Dr. Johanna Scheringer-Wright (Linke.PDS) oder Julian Karwath (B90/Grüne). Und so darf sich lediglich Kandidat Müller morgen im Blitzlichgewitter „sonnen“. Das wollen allerdings die Liberalen so nicht hinnehmen und wettern gleich los, dass sich die SPD den Staat zur Beute mache. Frau Hitzing stellt sich die rhetorische Frage, was der mandatslose Herr Müller für den Ausbau der Ortsumgehung geleistet habe und nennt die Nachmeldung einen Skandal.

Die nnz darf an dieser Stelle auch was nachmelden: Manfred Grund (CDU) steht natürlich auf der Einladungsliste. Da aber hat nicht mit dem Eichsfeld zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit der Tatsache, dass er Abgeordneter ist, so wie seine anderen Kollegen aus dem Bundes- und dem Landtag.
Autor: nnz

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