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Verteilungskampf

Montag, 12. September 2005, 16:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Landratsamt kann kaum noch Geld ausgegeben werden. Summen über 10.000 Euro müssen vom Kreisausschuß beschlossen werden. Heute wurde wieder mal verteilt. Wer dennoch zu kurz kam, das erfahren Sie mit einem Klick auf MEHR.


Die Haushaltssperre im Landratsamt macht den Kreisausschuss schon seit einigen Wochen zum orientalischen Basar. Hier wird das Geld verteilt und wer keine Lobby hat, der geht leer aus. Wie zum Beispiel die Kreismusikschule. Die hatte 11.000 Euro beantragt für die Anschaffung eines Konzertflügels. 5.000 Euro hatte unlängst das Land Thüringen „spendiert“, der Förderverein sammelte, den Rest zu mehr als 20.000 Euro soll der Kreis drauflegen.

SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Becker hatte „Bauchschmerzen“ mit dieser Ausgabe, auch ihr Kollege von den Liberalen, Klaus-Dieter Drick, hatte sich nicht unbedingt als ein Freund dieses Ausgabepostens geoutet. Aber wie es in der Politik nun mal so ist – die Entscheidung wurde vertagt, auf den 5. Oktober. Da wollen Kreisverwaltung und Kreistag in die Haushaltsklausur. Obwohl da der Ausgang noch nicht feststehen soll, steht eines fest. Es wird nicht mehr Geld in der Kreiskasse sein als heute.

Durch gewunken wurden allerdings 14.000 Euro für ein Gutachten zu einem Begleitplan für die Deponie in Nentzelsrode. Der muss bis Mitte nächsten Jahres erstellt werden, sonst müsse der Betrieb dort oben eingestellt werden, meint Landrat Joachim Claus (CDU). Nicht akzeptabel hingegen war für die Kreisausschussmitglieder die Teilklimatisierung des neuen Landratsamtes (50.000 Euro) sowie die Fassadenerneuerung an einem Bleicheröder Jugendklub (43.000 Euro), der nach Meinung von CDU-Fraktionschef Egon Primas überhaupt nicht von den Jugendlichen angenommen werde.
Autor: nnz

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