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nnz Galerie: Alpen Spezial (8) – Der Rückblick!

Mittwoch, 07. September 2005, 12:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Schweißtreibend - so könnte man die 6 Tage in den Alpen überschreiben. Wenn man täglich 4 bis 5 Stunden am Stück nur Bergauf fährt oder im schlimmsten Fall schiebt, gelangt man stellenweise schon an seine Grenzen. Mit etwas Abstand betrachtet aber insgesamt eine Erfahrung die niemand von uns missen möchte.
Ein paar Bemerkungen zum Schluss seien noch erlaubt.


Hinter jedem Anstieg kommt ein neuer und nach der nächsten Kurve wird es noch steiler. Keine Auffahrt in den Alpen geht als langes Stück nach oben und man sieht so nie das Ende. Die Hoffnung, dass es nach fünf Kurven vorbei ist, wird jeden Tag aufs Neue beerdigt.

Oft stellt sich die Frage: Warum tut man sich das eigentlich an? Aber atemberaubende Ausblicke und das Gefühl, etwas wirklich Großes vollbracht zu haben, zerstreuen die Zweifel wieder.

Kühe! Subjektiv entsteht der Eindruck, die gesamte Bergwelt ist voll davon. Egal wie hoch man kommt, sogar an den schmalsten, steilsten und steinigsten Stellen fährt oder tritt man in einen Kuhhaufen - wenn man nicht aufpasst. Fahren ist schlimmer, weil es besonders bei frischen Haufen "schön" spritzt.

Am ersten Tag sind wir auf einer Abfahrt, hinter einer Kurve, mehr oder weniger fast in eine kleine Herde von 5 bis 7 Kühe hinein gefahren. Sichtlich erschrocken, liefen diese auseinander und eine genau auf den Abhang am Rand der Straße zu. Als sie merkte, dass es gleich nicht weiter geht, fing sie an zu bremsen. Dabei streckte sie die Beine im Winkel von 45° nach vorn, verlagerte ihren gesamten Körper schön flach auf die Hinterbeine und rutschte so mehrere Meter auf den Abhang zu. Einen halben Meter vor der Kante kam sie zum stehen – Glück für uns und noch mehr für die Kuh. Einige von uns haben im ersten Moment so sehr darüber gelacht, das sie anhalten mussten.

Mit etwas Abstand und bei genauer Überlegung war es aber ganz schön knapp und eigentlich gar nicht so lustig. Der Respekt gegenüber Kurven und Kühen wurde durch den Vorfall jedenfalls deutlich erhöht.

Lustig und bedenklich zugleich war die Tatsache, dass alle wie selbstverständlich ständig darüber redeten, was wir nächstes Jahr alles besser und anders machen wollen.

Am Ende durfte jeder im Hotel in Trento noch einen Kommentar zur Tour abgeben.

Karsten
„Tour war pillepalle. Fahrrad fahre ich erst mal nicht mehr!“ (Dazu wäre noch zu bemerken, dass Karsten an vielen Bergen als letzter oben war.)

Mike
„Keine Verletzungen, kein Verschleiß, alles sehr schön.“

René
„Mit Knie-Schmerz, Hardtail und einigen Verfahrern, gut angekommen.“

Volker
„Schöne Berge mit netten Menschen – eindeutig zu wenig Schnee zum Snowboarden.“


Daten der Tour

Distanz: 365,8 km

Höchster Punkt: 2.448 m

Höhe
nach oben: 10.539 m
nach unten: 11.535 m

Steigung
maximal: 35%

Gefälle
maximal: 35%
Autor: vgf

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