In neuem Licht
Freitag, 09. September 2005, 07:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Nach dreijähriger Restaurierungsarbeit wird heute Vormittag die Buchenwaldplastik von Fritz Cremer wieder der Öffentlichkeit übergeben. Das Mahnmal Buchenwald ist das größte und bedeutendste Denkmal zur Erinnerung eines Konzentrationslagers in Deutschland. Weitere Einzelheiten wie immer in Ihrer nnz mit einem Klick auf MEHR.
In neuem Licht (Foto: nnz)
Seine 1958 eingeweihte Anlage kulminiert in der weltberühmten Figurengruppe von Fritz Cremer (1906-1993). Die in den Jahren 1954 bis 1958 entstandene Buchenwald-Plastik wurde unter großer Zeit- und Geldnot errichtet. Bei der Mahnmalseinweihung 1958 standen teilweise nur bronzierte Gipsfiguren. Die entsprechend mangelhafte technische Ausführung der Plastik zogen Materialschäden nach sich, die schließlich die Standfestigkeit der Figurengruppe gefährdeten und eine grundlegende und dauerhafte Sanierung notwendig machten. Aus diesem Grund musste die Buchenwaldplastik, eine der größten bronzenen Figurengruppe in Deutschland, im Jahr 2002 für Restaurierungsarbeiten demontiert werden. Die Kosten der aus Mitteln des Landes Thüringen und des Bundes finanzierten Sanierung beliefen sich auf die projektierte Summe von einer Million Euro.
Mit der nun abgeschlossene denkmalpflegerische Sanierung ist die Buchenwald-Plastik in ihrem Bestand dauerhaft gesichert. Darüber hinaus konnte durch die Restaurierung auch die Intention des Bildhauers wieder freigelegt werden, die aufgrund von Umweltschäden zunehmend weniger sichtbar war: Fritz Cremer hatte sich seinerzeit nicht nur den gesellschaftlichen Forderungen der Auftragskunst gefügt, sondern die in der Kunstpolitik der DDR wichtige Diskussion um das Typische aufgegriffen, um - etwa mit Bezug auf Auguste Rodin ("Die Bürger von Calais") und Eugène Delacroix ("Die Freiheit führt das Volk an") - eine Skulptur zu modellieren, die die Figuren wie ein lebendes Bild zeigt; eine monumentale und lehrhafte Typisierung, die in einem engen Zusammenhang zu den Lehrstücken von Bertolt Brecht steht, mit dem Fritz Cremer zusammengearbeitet hatte. Diese ursprüngliche Lebendigkeit konnte mit der Restaurierung der Figurengruppe zurückgewonnen werden. Die Besucher der Mahnmalanlage werden in diesem Sinne die Buchenwald-Plastik also in einem ganz neuen Licht zu sehen bekommen.
Technische Angaben
Die Fritz-Cremer-Gruppe besteht aus elf Bronzefiguren und dem Sockel mit Trägerkonstruktion.
Maße:
Länge ca. 10 m
Breite: ca. 4 m
Gewicht: ca. 18 t
Material: Rotguss
Der Schwörende ist mit ca. 5 m Höhe die größte Figur. Die Gesamthöhe an der Fahnenspitze beträgt 5,80 m. Das Gewicht der einzelnen Figuren beträgt etwa 1-2 Tonnen.
An der Restaurierung beteiligte Firmen:
Planung/Koordination: Ingenieurbüro A. Kammann, Weimar
Restaurator: Büro für Metallrestaurierung, Diplom-Restaurator Bernhard Mai, Erfurt
Vermessung: Ingenieurbüro Holfeld, Weimar
Projektierung: Ingenieure P. Ließke, Taubach
Statik: Büro für Tragwerksplanung Dr. Hunger, Weimar
Demontage/Stahlbau/Montage: IRW GmbH, Weimar
Projektierung des Sockels: Ingenieurbüro Knappe und Franke, Apolda
Sanierung des Sockels: Bennert GmbH, Hopfgarten
Baubetreuung: Dipl. Ing. Wolfgang Loß, Hetschburg
Kranarbeiten: Schöttker GmBH, Erfurt
Hubarbeiten: Kirchner u. Partner, Weimar
Transport: THW, Landesverband Sachsen Thüringen, Erfurt
Autor: nnz
In neuem Licht (Foto: nnz)
Seine 1958 eingeweihte Anlage kulminiert in der weltberühmten Figurengruppe von Fritz Cremer (1906-1993). Die in den Jahren 1954 bis 1958 entstandene Buchenwald-Plastik wurde unter großer Zeit- und Geldnot errichtet. Bei der Mahnmalseinweihung 1958 standen teilweise nur bronzierte Gipsfiguren. Die entsprechend mangelhafte technische Ausführung der Plastik zogen Materialschäden nach sich, die schließlich die Standfestigkeit der Figurengruppe gefährdeten und eine grundlegende und dauerhafte Sanierung notwendig machten. Aus diesem Grund musste die Buchenwaldplastik, eine der größten bronzenen Figurengruppe in Deutschland, im Jahr 2002 für Restaurierungsarbeiten demontiert werden. Die Kosten der aus Mitteln des Landes Thüringen und des Bundes finanzierten Sanierung beliefen sich auf die projektierte Summe von einer Million Euro. Mit der nun abgeschlossene denkmalpflegerische Sanierung ist die Buchenwald-Plastik in ihrem Bestand dauerhaft gesichert. Darüber hinaus konnte durch die Restaurierung auch die Intention des Bildhauers wieder freigelegt werden, die aufgrund von Umweltschäden zunehmend weniger sichtbar war: Fritz Cremer hatte sich seinerzeit nicht nur den gesellschaftlichen Forderungen der Auftragskunst gefügt, sondern die in der Kunstpolitik der DDR wichtige Diskussion um das Typische aufgegriffen, um - etwa mit Bezug auf Auguste Rodin ("Die Bürger von Calais") und Eugène Delacroix ("Die Freiheit führt das Volk an") - eine Skulptur zu modellieren, die die Figuren wie ein lebendes Bild zeigt; eine monumentale und lehrhafte Typisierung, die in einem engen Zusammenhang zu den Lehrstücken von Bertolt Brecht steht, mit dem Fritz Cremer zusammengearbeitet hatte. Diese ursprüngliche Lebendigkeit konnte mit der Restaurierung der Figurengruppe zurückgewonnen werden. Die Besucher der Mahnmalanlage werden in diesem Sinne die Buchenwald-Plastik also in einem ganz neuen Licht zu sehen bekommen.
Technische Angaben
Die Fritz-Cremer-Gruppe besteht aus elf Bronzefiguren und dem Sockel mit Trägerkonstruktion.
Maße:
Länge ca. 10 m
Breite: ca. 4 m
Gewicht: ca. 18 t
Material: Rotguss
Der Schwörende ist mit ca. 5 m Höhe die größte Figur. Die Gesamthöhe an der Fahnenspitze beträgt 5,80 m. Das Gewicht der einzelnen Figuren beträgt etwa 1-2 Tonnen.
An der Restaurierung beteiligte Firmen:
Planung/Koordination: Ingenieurbüro A. Kammann, Weimar
Restaurator: Büro für Metallrestaurierung, Diplom-Restaurator Bernhard Mai, Erfurt
Vermessung: Ingenieurbüro Holfeld, Weimar
Projektierung: Ingenieure P. Ließke, Taubach
Statik: Büro für Tragwerksplanung Dr. Hunger, Weimar
Demontage/Stahlbau/Montage: IRW GmbH, Weimar
Projektierung des Sockels: Ingenieurbüro Knappe und Franke, Apolda
Sanierung des Sockels: Bennert GmbH, Hopfgarten
Baubetreuung: Dipl. Ing. Wolfgang Loß, Hetschburg
Kranarbeiten: Schöttker GmBH, Erfurt
Hubarbeiten: Kirchner u. Partner, Weimar
Transport: THW, Landesverband Sachsen Thüringen, Erfurt
