Wechsel zu Angie
Montag, 29. August 2005, 18:11 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit einem prächtig ausgestatteten Bus, einem Truck, einer Bühne und Winkelementen machte heute die Thüringer CDU deutlich, dass sie bei der Bundestagswahl den Wechsel will. Doch es war in diesem Jahr ein wenig anders, als Dieter Althaus schon mal vorm Theater auf der Bühne stand.
Wechsel zu Angie (Foto: nnz)
Das war im vergangenen Jahr, als die heiße Phase des Landtagswahlkampfes eingeläutet werden musste. Auch damals war er der Star in Nordhausen, Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU). Er war zu diesem Zeitpunkt Sympathieträger für viele Thüringer, nicht nur für Christdemokraten. Heute ist er einfach nur noch Ministerpräsident, und Mitglied im Kompetenzteam von Frau Merkel.
Es waren auch weniger Zuschauer als im vergangenen Jahr ans Nordhäuser Theater gekommen, dafür mehr Menschen, die lautstark gegen die CDU-Politik der Fast-Kanzlerin und die des Dieter Althaus in Thüringen protestierten. Vor allem die Familienoffensive hatte es den Menschen auf den Stufen am Theater angetan.
Der Ablauf der Touretappe war wohl vorbereitet, keine Inszenierung, doch eine gewisse Dramaturgie war schon zu spüren. Kreisvorsitzender Dr. Klaus Zeh eröffnete, dann war der Bundestagskandidat Manfred Grund dran, schließlich kam der MP. Und hinter jeden Absatz der vorbereiteten Rede hoben junge Menschen die Winkelemente in die Höhe Wechsel wählen oder Angie stand drauf. Paul Kirchhof und die Steuern, der Umbau des Sozialstaates, weg mit den Gewerkschaften aus den Betrieben, den Kündigungsschutz flexibilisieren, weiter mit der Infrastruktur, Verantwortung der Familien bei der Erziehung erhöhen und das nicht Vorhandensein von Alternativen zur CDU – bekannte Themen. Und immer wieder die Winkelemente auf der einen, die Pfiffe und Transparente auf der anderen Seite.
Einmal, da ließ sich der MP auf einen Dialog mit den Protestierern ein und er zelebrierte das ungenügende Stehvermögen der Herren Gysi und Lafontaine sowie dessen Bruderkuß mit einem Herrn Modrow. Und er wurde dann auch ein bisschen persönlich. Gegen den Kanzler. Der könne sich nach dem 18. September mehr um Doris und seinen Hund kümmern und vielleicht immer noch durch die Talkshows tingeln. Vergessen hatte der MP, dass auch er selbst kaum einen Termin bei Christiansen oder Illner ausschlägt.
Zum Schluß dann noch ein unfreiwilliges Kabinettstückchen. Anspielend auf die Wende vor 16 Jahren hob Dieter Althaus die gewonnene Freiheit der Menschen hierzulande hervor. Jetzt könne jeder sagen, was er denke, rief er den Menschen zu, die nicht mit seinen Worten einverstanden waren. Diese Freiheit traf vermutlich auf einen jungen Mann nur zum Teil zu, der lautstark gegen die Wahlrede Front machte. Den führte die Polizei kurzerhand ab.
Nachtrag: Wie sich im Nachhinein herausstellte, soll der junge Mann einen nationalsozialistischen Gruß gezeigt haben. Das hatten Polizeibeamte in Zivil gesehen und ihre uniformierten Kollegen informiert.
Autor: nnz
Wechsel zu Angie (Foto: nnz)
Das war im vergangenen Jahr, als die heiße Phase des Landtagswahlkampfes eingeläutet werden musste. Auch damals war er der Star in Nordhausen, Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU). Er war zu diesem Zeitpunkt Sympathieträger für viele Thüringer, nicht nur für Christdemokraten. Heute ist er einfach nur noch Ministerpräsident, und Mitglied im Kompetenzteam von Frau Merkel. Es waren auch weniger Zuschauer als im vergangenen Jahr ans Nordhäuser Theater gekommen, dafür mehr Menschen, die lautstark gegen die CDU-Politik der Fast-Kanzlerin und die des Dieter Althaus in Thüringen protestierten. Vor allem die Familienoffensive hatte es den Menschen auf den Stufen am Theater angetan.
Der Ablauf der Touretappe war wohl vorbereitet, keine Inszenierung, doch eine gewisse Dramaturgie war schon zu spüren. Kreisvorsitzender Dr. Klaus Zeh eröffnete, dann war der Bundestagskandidat Manfred Grund dran, schließlich kam der MP. Und hinter jeden Absatz der vorbereiteten Rede hoben junge Menschen die Winkelemente in die Höhe Wechsel wählen oder Angie stand drauf. Paul Kirchhof und die Steuern, der Umbau des Sozialstaates, weg mit den Gewerkschaften aus den Betrieben, den Kündigungsschutz flexibilisieren, weiter mit der Infrastruktur, Verantwortung der Familien bei der Erziehung erhöhen und das nicht Vorhandensein von Alternativen zur CDU – bekannte Themen. Und immer wieder die Winkelemente auf der einen, die Pfiffe und Transparente auf der anderen Seite.
Einmal, da ließ sich der MP auf einen Dialog mit den Protestierern ein und er zelebrierte das ungenügende Stehvermögen der Herren Gysi und Lafontaine sowie dessen Bruderkuß mit einem Herrn Modrow. Und er wurde dann auch ein bisschen persönlich. Gegen den Kanzler. Der könne sich nach dem 18. September mehr um Doris und seinen Hund kümmern und vielleicht immer noch durch die Talkshows tingeln. Vergessen hatte der MP, dass auch er selbst kaum einen Termin bei Christiansen oder Illner ausschlägt.
Zum Schluß dann noch ein unfreiwilliges Kabinettstückchen. Anspielend auf die Wende vor 16 Jahren hob Dieter Althaus die gewonnene Freiheit der Menschen hierzulande hervor. Jetzt könne jeder sagen, was er denke, rief er den Menschen zu, die nicht mit seinen Worten einverstanden waren. Diese Freiheit traf vermutlich auf einen jungen Mann nur zum Teil zu, der lautstark gegen die Wahlrede Front machte. Den führte die Polizei kurzerhand ab.
Nachtrag: Wie sich im Nachhinein herausstellte, soll der junge Mann einen nationalsozialistischen Gruß gezeigt haben. Das hatten Polizeibeamte in Zivil gesehen und ihre uniformierten Kollegen informiert.
